Pallade Veneta - SPD-Chefin Esken kritisiert Bildungssystem

SPD-Chefin Esken kritisiert Bildungssystem


SPD-Chefin Esken kritisiert Bildungssystem
SPD-Chefin Esken kritisiert Bildungssystem / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

SPD-Chefin Saskia Esken hat harte Kritik am deutschen Bildungssystem geübt. "Der deutsche Schulbetrieb ist immer noch zu sehr auf Bulimie-Lernen angelegt", sagte sie der "Stuttgarter Zeitung" vom Donnerstag. Es habe sich zwar einiges getan in den vergangenen Jahren. Aber unterm Strich gehe es immer noch zu sehr um die Vermittlung von bestimmten Inhalten – und zu wenig um den Erwerb von Kompetenzen, ergänzte sie.

Textgröße ändern:

"Schüler lernen hier einen Umgang mit Wissen, den sie nachher im Leben nicht mehr brauchen." Mit Blick auf Expertenvorschläge gegen den Lehrkräftemangel wie denjenigen, Teilzeit für Lehrerinnen und Lehrer zu begrenzen, mahnte Esken zur Zurückhaltung. "Ich warne davor, mit brachialen Methoden dafür zu sorgen, dass die vorhandenen Lehrkräfte noch ein paar Stunden mehr unterrichten", sagte die SPD-Vorsitzende.

"Wir wollen guten Unterricht – und dafür brauchen wir motivierte und leistungsfähige Lehrkräfte." Deshalb müsse es darum gehen, dass die Lehrkräfte bei der Unterrichtsvor- und -nachbereitung mehr zusammenarbeiteten, um Synergien zu nutzen. Die Lehrerinnen und Lehrer müssten zudem von Verwaltungstätigkeiten entlasten werden.

"Ist es zum Beispiel sinnvoll, dass irgendein technikaffiner Lehrer in der Schule den digitalen Hausmeister spielt? Nein", ergänzte die SPD-Chefin. Dafür müssten andere Menschen eingestellt werden.

A.Saggese--PV

Empfohlen

Studienkreis: Schlauer lernen mit KI - die besten Tipps & Tools

Nachhilfeinstitut verschenkt Ratgeber für Schülerinnen, Schüler und Eltern

Meningitis-Ausbruch in England: Hunderte sollen vorbeugend Antibiotika einnehmen

Nach einem schweren Meningitis-Ausbruch mit zwei Todesopfern in der britischen Grafschaft Kent sind hunderte Menschen vorbeugend mit Antibiotika versorgt worden. Insgesamt wurden bis Dienstag nach Angaben der Gesundheitsbehörden 15 Infektionsfälle bestätigt, eine 18-jährige Schülerin und ein 21 Jahre alter Student starben. Viele Infizierte steckten sich in einer Disco in Canterbury an, wie Gesundheitsminister Wes Streeting sagte. Er sprach von einem "beispiellosen" Ausbruch.

Statistik: Jährliche Ausgaben pro Schülerin und Schüler um 700 Euro gestiegen

In Deutschland sind im Jahr 2024 für jeden Schüler und jede Schülerin durchschnittlich 10.500 Euro ausgegeben worden. Das entspricht einem Anstieg von 700 Euro beziehungsweise sieben Prozent für die öffentlichen Schulen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Zurückzuführen war dies vor allem auf die gestiegenen Personalkosten, die 75 Prozent der Aufwendungen ausmachten.

Viertes Jahresplus in Folge: Schülerzahl steigt auf rund 11,5 Millionen

Die Schülerzahl in Deutschland ist das vierte Jahr in Folge gestiegen. Im Schuljahr 2025/26 wurden an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Deutschland rund 11,5 Millionen junge Menschen unterrichtet, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Das war ein Anstieg um 0,7 Prozent oder gut 84.000 gegenüber dem vorherigen Schuljahr. Das entspricht den Angaben zufolge etwa der Entwicklung der Bevölkerungszahl in der Altersgruppe der Fünf- bis 19-Jährigen.

Textgröße ändern: