Pallade Veneta - Sexualisierte Gewalt in Heimen: Kommission fordert umfassende Aufarbeitung

Sexualisierte Gewalt in Heimen: Kommission fordert umfassende Aufarbeitung


Sexualisierte Gewalt in Heimen: Kommission fordert umfassende Aufarbeitung
Sexualisierte Gewalt in Heimen: Kommission fordert umfassende Aufarbeitung / Foto: Alain Jocard - AFP/Archiv

Die sexualisierte Gewalt gegen Heimkinder in den beiden deutschen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg ist noch immer nicht ausreichend gesellschaftlich aufgearbeitet worden - das beklagt die Unabhängige Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. Die Fälle von Gewalt würden häufig tabuisiert oder nicht in ausreichendem Maße anerkannt, sagte Kommissionsmitglied Heiner Keupp am Dienstag bei einer Pressekonferenz. "Wir wollen die Schweigemauern überwinden."

Textgröße ändern:

Die Auswirkung der Misshandlungen in Heimen der DDR und der Bundesrepublik seien tiefgreifend und begleiteten die Opfer oft ein Leben lang. So seien die Lern- und Lebenschancen der Betroffenen systematisch beeinträchtigt worden, sagte Keupp weiter. Er forderte eine "umfassende Anerkennung des Unrechts von Kirchen, Staat und Zivilgesellschaft".

Diese müsse sich auch finanziell niederschlagen. Die bisher gezahlten Entschädigungen seien zu gering gewesen, die Betroffenen seien zudem zu wenig über die Möglichkeiten der Entschädigung informiert worden.

Auch gesellschaftlich fordert die Kommission ein stärkeres Bewusstsein für das Thema. "Das Unrecht, das viele ehemalige Heimkinder erleben mussten, ist bislang nicht im öffentlichen Bewusstsein verankert", betonte Keupp. "Die Sensibilisierung kann man nicht den Betroffenen aufbürden. Dafür sind wir alle verantwortlich."

Den Angaben der Kommission zufolge haben sich seit deren Gründung 2016 insgesamt 149 Betroffene an sie gewandt und darüber berichtet, wie sie in Heimen, Jugendwerkhöfen oder anderen Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe sexualisierte Gewalt erfahren haben.

S.Urciuoli--PV

Empfohlen

Britischer Prinz George wechselt im September auf Eliteschule Eton

Prinz George, der älteste Sohn des britischen Thronfolgers Prinz William, wird ab September die Eliteschule Eton besuchen. Der Kensington-Palast gab den Schulwechsel am Dienstag bekannt. Der zwölfjährige George folgt damit seinem Vater William und seinem Onkel Harry, die ebenfalls in Eton zur Schule gingen. Unklar ist bisher, ob George auch im Internat der Schule wohnen wird. Eton ist nur wenige Kilometer vom Wohnsitz seiner Eltern auf dem Gelände von Schloss Windsor entfernt.

Deutsches Studierendenwerk drängt auf rasche Einigung bei Bafög-Reform

Das Deutsche Studierendenwerk (DSW) pocht auf die von der Koalition versprochene Bafög-Erhöhung. "Der Zick-Zack-Kurs der Bundesregierung beim Bafög ist ein verheerendes Signal an die Studierenden und die junge Generation insgesamt", sagte DSW-Vorstandschef Matthias Anbuhl der "Rheinischen Post" vom Dienstag. "Der Fachkräftemangel wird sich in den kommenden Jahren verschärfen, denn die Boomer-Generation geht nun Schritt für Schritt in Rente", betonte Anbuhl.

Bildungsbericht zeigt erneut Defizite bei Chancengerechtigkeit und Kompetenzen

Der Nationale Bildungsbericht zeigt erneut deutliche Defizite bei Chancengerechtigkeit und grundlegenden Standards auf. "Die Bildungsschere tut sich ab der Geburt auf", sagte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) am Montag bei der Vorstellung des Berichts. Sie betonte die Bedeutung der frühkindlichen Bildung und will dazu neben der Kita verstärkt die Familien in die Pflicht nehmen.

Streit um Bafög-Reform: DGB warnt vor Politikverdrossenheit bei jungen Menschen

Vor dem Hintergrund des anhaltenden Streits in der Koalition über die geplante Bafög-Reform hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die CDU davor gewarnt, junge Menschen aus dem Blick zu verlieren. "Die aktuelle Diskussion um ein Aussetzen der Bafög-Reform treibt Studierende und Schülerinnen und Schüler in die Politikverdrossenheit", erklärte DGB-Vize Elke Hannack am Montag. Sie ist selbst Mitglied im CDU-Bundesvorstand.

Textgröße ändern: