Pallade Veneta - Streit um Bafög-Reform: Merz sieht Erhöhung unter Finanzierungsvorbehalt

Streit um Bafög-Reform: Merz sieht Erhöhung unter Finanzierungsvorbehalt


Streit um Bafög-Reform: Merz sieht Erhöhung unter Finanzierungsvorbehalt
Streit um Bafög-Reform: Merz sieht Erhöhung unter Finanzierungsvorbehalt / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP/Archiv

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will sich noch nicht auf eine Erhöhung des Bafög festlegen, wie sie im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbart ist. Sein Sprecher Stefan Kornelius wies am Montag in Berlin darauf hin, dass alle Vereinbarungen im Koalitionsvertrag "unter Finanzierungsvorbehalt" stünden. "Das ist ein Finanzierungsvorbehalt, den die Koalition insgesamt ausgesprochen hat, weil das Budget auch von allen Koalitionsteilen getragen werden muss", fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Innerhalb der Bundesregierung und zwischen den beteiligten Ministerien werde derzeit darüber beraten, wie man bei den Vereinbarungen im Koalitionsvertrag zum Bafög-Reform "zu der bestmöglichen Lösung kommt", sagte Kornelius. "Diese Gespräche dauern an." Die Bundesregierung sei aktuell in der Situation, "dass wir im Rahmen der Sparmaßnahmen, die wir überall im Haushalt durchführen, auch Überlegungen anstellen müssen, wo Leistungserhöhungen nur moderat oder nicht möglich" seien.

Der Regierungssprecher wies darauf hin, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Bafög-Reform "deutlich mehr" umfasse als nur Leistungserhöhungen - etwa "Vereinfachungen, Digitalisierung und so weiter". Generell schätze Merz das Bafög positiv ein: "Der Bundeskanzler findet, dass das Bafög ein Fördermittel ist im Ausbildungskatalog, den dieses Land bietet, um jungen Leuten den Aufstieg in Karrieremöglichkeiten zu eröffnen".

Ein Sprecher des zuständigen Wissenschaftsministeriums bekräftigte, dass die Bafög-Reform Ende Juli im Kabinett beschlossen werden solle. Die Bundesregierung wolle das Bafög "weiter modernisieren und verbessern". Auch der Ministeriumssprecher wollte sich nicht darauf festlegen, dass die Reform auch eine Erhöhung der Zuwendungen enthält: "Dem kann ich hier nicht vorgreifen."

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) hatte am Wochenende in der schwarz-roten Koalition mit Äußerungen zur Bafög-Erhöhung für Irritationen gesorgt. Die Ministerin machte deutlich, dass sie nicht mehr mit einer baldigen Reform der Ausbildungsförderung rechnet. Im Koalitionsvertrag hatten sich CDU, CSU und SPD auf eine "große Novelle" des Bafög geeinigt, die zum Wintersemester 2026/2027 eine Erhöhung der Wohnkostenpauschale von 380 auf 440 Euro pro Monat vorsieht.

In der Unionsfraktion gibt es aktuell generell Vorbehalte gegen die Erhöhung staatlicher Leistungen - wegen des Spardrucks im Haushalt. Die SPD besteht aber auf der Erhöhung der Ausbildungsförderung.

E.M.Filippelli--PV

Empfohlen

"GenZ"-Proteste: Anklagen gegen Regierung und Appelle für friedliche Demos

Eine "verlassene Jugend" klagt an, die Politik zeigt Verständnis: Vor den geplanten bundesweiten "GenZ"-Protesten haben die Initiatoren die Bundesregierung aufgefordert, die Belange junger Menschen Ernst zu nehmen. Bei Pressekonferenzen in Köln und Berlin erhoben Sprecherinnen und Sprecher der Initiative "GenZ regelt" am Freitag zugleich schwere Vorwürfe. Angesichts befürchteter Krawalle gab es parteiübergreifend Appelle für einen friedlichen Verlauf.

Frankreichs Regierung ruft zum Blockade-Ende auf - Schüler wollen weiter protestieren

Nach der Bekanntgabe erster Maßnahmen für Schüler und Studierende hat die französische Regierung zu einem Ende der Blockade-Aktionen vor Schulen und Unis aufgerufen. "Ab Montag muss wieder gearbeitet werden", sagte Hochschulminister Philippe Baptiste angesichts des Endes der Herbstferien am kommenden Wochenende. Schüler- und Studierendenverbände riefen jedoch bereits zur Fortsetzung der Proteste auf.

Frankreich: Schüler kündigen nach Treffen mit Macron weitere Proteste an

Vertreter der seit Wochen demonstrierenden französischen Schülerinnen und Schüler haben nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron weitere Proteste angekündigt. Nach dem Treffen am Freitag rief der Schülervertreter Nathanaël Combary die Demonstranten auf, "weiter zu mobilisieren". Demnach bot Macron den Schülervertretern eine "Reform der Schuldemokratie" sowie eine "vollständige Überarbeitung" der Plattform Parcoursup an, die Schüler für ihre Bewerbung für Studiengänge nutzen müssen.

Zehntausende Studierende fordern bei Demonstration in Wien mehr Geld für Hochschulen

In der österreichischen Hauptstadt Wien sind am Donnerstag zehntausende Studierende gegen das ihrer Meinung nach unzureichende Finanzierung der Hochschulen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten trugen Transparente mit Parolen wie "Unsere Bildung, unsere Zukunft", "Die Demokratie braucht Bildung" und "Bildung darf kein Privileg werden". Nach Schätzungen der Organisatoren nahmen mindestens 40.000 Menschen an den Protesten teil. Die Polizei war zuvor von 20.000 Teilnehmern ausgegangen.

Textgröße ändern: