Pallade Veneta - Proteste gegen Betrug bei Prüfungen in Indien: Polizei setzt Tränengas ein

Proteste gegen Betrug bei Prüfungen in Indien: Polizei setzt Tränengas ein


Proteste gegen Betrug bei Prüfungen in Indien: Polizei setzt Tränengas ein
Proteste gegen Betrug bei Prüfungen in Indien: Polizei setzt Tränengas ein / Foto: Sajjad HUSSAIN - AFP

Die indische Polizei ist am Montag in Neu Delhi mit Tränengas und Schlagstöcken gegen tausende Demonstranten vorgegangen, die vor dem Parlament gegen mutmaßlichen Betrug bei Universitätsprüfungen protestieren und den Rücktritt des Bildungsministers fordern wollten. Die überwiegend jungen Menschen brachten sich rennend in Sicherheit, als Polizisten Tränengasgranaten abfeuerten, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.

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Die Demonstrierenden fordern den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan, nachdem unter anderem der Fragenkatalog für den Medizinertest vorab bekannt geworden worden war und es technische Pannen bei Prüfungen gegeben hatte.

Es handelte sich um einen der größten Proteste in der indischen Hauptstadt seit fünf Jahren. Dazu aufgerufen hatte die kürzlich im Internet gegründete Protestbewegung Kakerlaken-Partei, nachdem der prominente Aktivist Sonam Wangchuk, der zur Unterstützung der jungen Bevölkerung und der "Kakerlaken-Partei" in einen Hungerstreik getreten war, mit Gewalt in ein Krankenhaus gebracht worden war.

Die Regierung hatte am Sonntag die Demonstration für illegal erklärt und zum Schutz des Parlaments und anderer öffentlicher Gebäude zahlreiche Sicherheitskräfte eingesetzt und Polizeibarrieren errichtet.

"Unser Land verdient eine Regierung, die sich darum kümmert, was die jungen Menschen zu sagen haben, und bereit ist, ihre Fehler zu korrigieren", sagte der 18-jährige Demonstrant Sumit Kumar. "Die Zukunft gehört uns und nicht diesen Politikern", fügte er hinzu.

"Wir wollen, dass die Regierung uns zuhört, nicht dass sie uns zum Schweigen bringt", sagte der 19-jährige Demonstrant K.M. Gulshan der Nachrichtenagentur AFP.

Die im Mai gegründete Partei Cockroach Janta Party (CJP) zählt inzwischen in Onlinenetzwerken zwei Millionen Follower. Der in den USA lebende Inder Abhijeet Dipke hatte sie gegründet, nachdem der Oberste Richter Surya Kant Berichten zufolge junge Menschen, die die Regierung kritisierten, während einer Anhörung als "Kakerlaken" und "Parasiten" bezeichnet hatte.

"Ist dies ein Kriegsgebiet? Warum greift die Polizei auf Tränengas zurück, um friedliche Demonstranten anzugreifen?", erklärte die CJP im Onlinedienst X. "Erst ignoriert Eure Regierung einen Monat lang diesen Protest und jetzt, wenn wir friedlich demonstrieren, greift Eure Regierung uns an. Warum?", fragte sie.

Die Protestbewegung gilt als die größte Herausforderung für den hindu-nationalistischen Premierminister Narendra Modi, seitdem er im Jahr 2024 für eine dritte Amtszeit gewählt wurde.

L.Barone--PV

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