Pallade Veneta - Indische Kakerlaken-Bewegung will weiter gegen Bildungssystem protestieren

Indische Kakerlaken-Bewegung will weiter gegen Bildungssystem protestieren


Indische Kakerlaken-Bewegung will weiter gegen Bildungssystem protestieren
Indische Kakerlaken-Bewegung will weiter gegen Bildungssystem protestieren / Foto: Sajjad HUSSAIN - AFP

Nach heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften bei Protesten gegen das indische Bildungssystem will die sogenannte Kakerlaken-Bewegung ihre Aktionen fortsetzen. "Sie wollen unseren Kampfgeist brechen. Lasst Euch nicht zum Schweigen bringen", rief der Gründer der Bewegung, Abhijeet Dipke, am Dienstag den Protestierenden zu. Hunderte von ihnen hielten sich weiter in einem Protestlager in Neu Delhi auf. Am Vortag waren bei Zusammenstößen mindestens 180 Menschen verletzt worden.

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Hintergrund sind mehrere Skandale bei Prüfungen, die das Vertrauen junger Menschen in das Bildungssystem Indiens erschüttert haben. So mussten mehr als zwei Millionen Medizinstudierende eine Prüfung wiederholen, weil beim ersten Termin die Aufgaben zuvor bekannt geworden waren. Hinzu kamen Probleme beim Online-Bewertungssystem, das ebenso viele Schülerinnen und Schüler traf.

Die Polizei hatte am Montag Tränengas und Schlagstöcke gegen die zumeist jungen Menschen eingesetzt. Diese bewarfen ihrerseits die Beamten mit Steinen und kippten Polizeifahrzeuge um. Nach Polizeiangaben wurden mindestens 178 Menschen verletzt, unter ihnen 118 Polizisten. Die Organisatoren der Proteste prangerten das "brutale Vorgehen" der Sicherheitskräfte an und erklärten, Hunderte Demonstrierende seien verletzt worden.

Die im Mai entstandene Kakerlaken-Bewegung zählt zu den bislang größten Herausforderungen des indischen Regierungschefs Narendra Modi, der 2024 seine dritte Amtszeit angetreten hatte. Bei einem Auftritt im Parlament am Montag erwähnte der hindu-nationalistische Regierungschef die Proteste nicht. Die jungen Menschen fordern unter anderem den Rücktritt von Bildungsministerin Dharmendra Pradhan.

Die Regierung hatte die Kundgebung am Sonntag für illegal erklärt und zum Schutz des Parlaments und anderer öffentlicher Gebäude zahlreiche Sicherheitskräfte und Polizeibarrieren aufgefahren. Dennoch kam es zur größten Demonstration in Neu-Delhi seit fünf Jahren.

Auslöser der Proteste war die gewaltsame Einlieferung des prominenten Aktivisten Sonam Wangchuk, der in den Hungerstreik getreten war, in ein Krankenhaus. Er kündigte am Montag an, den Hungerstreik wieder aufzunehmen, nachdem er gesehen habe, "mit welcher Brutalität mit friedlichen Studenten umgegangen wird".

Die Kakerlaken-Partei (Cockroach Janta Party; CJP) zählt in Onlinenetzwerken inzwischen zwei Millionen Follower. Der Name geht auf einen Kommentar des Obersten Richters Surya Kant zurück, der junge Menschen, die die Regierung kritisierten, während einer Anhörung als "Kakerlaken" und "Parasiten" bezeichnet hatte.

A.Rispoli--PV

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