Pallade Veneta - Durchgesickerte Prüfungsaufgaben: Indische Abgeordnete stimmen für härtere Strafen

Durchgesickerte Prüfungsaufgaben: Indische Abgeordnete stimmen für härtere Strafen


Durchgesickerte Prüfungsaufgaben: Indische Abgeordnete stimmen für härtere Strafen
Durchgesickerte Prüfungsaufgaben: Indische Abgeordnete stimmen für härtere Strafen / Foto: Indranil MUKHERJEE - AFP/Archiv

Nach Protesten der sogenannten Kakerlaken-Bewegung (CJP) gegen Missstände im indischen Bildungssystem hat das Unterhaus des Parlaments härteren Strafen für das Durchstechen von Prüfungsaufgaben zugestimmt. Die Abgeordneten beschlossen die Gesetzesänderung am Mittwoch in Neu Delhi, sie geht nun ins Oberhaus. Die Proteste hatten zuvor bereits den Bildungsminister zum Rücktritt gebracht.

Textgröße ändern:

Die Gesetzesänderung sieht eine Verdopplung der Höchststrafe für die regelwidrige Herausgabe von Prüfungsaufgaben auf zehn Jahre vor. Außerdem sollen Geldbußen in Höhe von umgerechnet mehr als 878.000 Euro ermöglicht und Gerichtsverfahren beschleunigt werden. Die indische Regierung will damit nach eigener Aussage die Glaubwürdigkeit der Prüfungen wiederherstellen.

Tausende Menschen hatten in der vergangenen Woche gegen Probleme im Bildungssystem demonstriert, Auslöser waren Unregelmäßigkeiten bei einem Aufnahmetest für das Medizinstudium. Der enorme Konkurrenzdruck im indischen Bildungssystem hat in den vergangenen Jahren zur Bildung krimineller Gruppierungen geführt, die sich illegal Zugang zu Prüfungsaufgaben verschaffen und sie an Kandidaten verkaufen.

Die CJP beendete ihre Proteste am Wochenende nach einer Einigung mit der indischen Regierung. Die Regierung habe alle ihre Forderungen akzeptiert, erklärte CJP-Sprecher Ashutosh Ranka. Kurz zuvor hatte unter anderem Bildungsminister Dharmendra Pradhan seinen Rücktritt verkündet. Am Dienstag ordnete der Oberste Gerichtshof des Landes außerdem die Freilassung aller festgenommenen Demonstranten an, die unter 18 Jahre alt sind und keine Vorstrafen haben.

Die Einigung wackelte am Mittwoch jedoch. Die CJP warf der Regierung und der Polizei vor, ihre Ermittlungen nach teils gewaltsamen Zusammenstößen während der Proteste nicht fallengelassen zu haben. "Die Regierung sollte damit aufhören", warnte CJP-Gründer Abhijeet Dipke. "Diese Studenten haben für ihre Zukunft protestiert, nicht aus Spaß. Wenn die Regierung uns nicht zuhört, werden wir wieder auf die Straße gehen."

D.Bruno--PV

Empfohlen

"GenZ"-Proteste: Anklagen gegen Regierung und Appelle für friedliche Demos

Eine "verlassene Jugend" klagt an, die Politik zeigt Verständnis: Vor den geplanten bundesweiten "GenZ"-Protesten haben die Initiatoren die Bundesregierung aufgefordert, die Belange junger Menschen Ernst zu nehmen. Bei Pressekonferenzen in Köln und Berlin erhoben Sprecherinnen und Sprecher der Initiative "GenZ regelt" am Freitag zugleich schwere Vorwürfe. Angesichts befürchteter Krawalle gab es parteiübergreifend Appelle für einen friedlichen Verlauf.

Frankreichs Regierung ruft zum Blockade-Ende auf - Schüler wollen weiter protestieren

Nach der Bekanntgabe erster Maßnahmen für Schüler und Studierende hat die französische Regierung zu einem Ende der Blockade-Aktionen vor Schulen und Unis aufgerufen. "Ab Montag muss wieder gearbeitet werden", sagte Hochschulminister Philippe Baptiste angesichts des Endes der Herbstferien am kommenden Wochenende. Schüler- und Studierendenverbände riefen jedoch bereits zur Fortsetzung der Proteste auf.

Frankreich: Schüler kündigen nach Treffen mit Macron weitere Proteste an

Vertreter der seit Wochen demonstrierenden französischen Schülerinnen und Schüler haben nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron weitere Proteste angekündigt. Nach dem Treffen am Freitag rief der Schülervertreter Nathanaël Combary die Demonstranten auf, "weiter zu mobilisieren". Demnach bot Macron den Schülervertretern eine "Reform der Schuldemokratie" sowie eine "vollständige Überarbeitung" der Plattform Parcoursup an, die Schüler für ihre Bewerbung für Studiengänge nutzen müssen.

Zehntausende Studierende fordern bei Demonstration in Wien mehr Geld für Hochschulen

In der österreichischen Hauptstadt Wien sind am Donnerstag zehntausende Studierende gegen das ihrer Meinung nach unzureichende Finanzierung der Hochschulen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten trugen Transparente mit Parolen wie "Unsere Bildung, unsere Zukunft", "Die Demokratie braucht Bildung" und "Bildung darf kein Privileg werden". Nach Schätzungen der Organisatoren nahmen mindestens 40.000 Menschen an den Protesten teil. Die Polizei war zuvor von 20.000 Teilnehmern ausgegangen.

Textgröße ändern: