Pallade Veneta - Pisa-Studie: Kinderhilfswerk fordert stärkeren Fokus auf Bildungsgerechtigkeit

Pisa-Studie: Kinderhilfswerk fordert stärkeren Fokus auf Bildungsgerechtigkeit


Pisa-Studie: Kinderhilfswerk fordert stärkeren Fokus auf Bildungsgerechtigkeit
Pisa-Studie: Kinderhilfswerk fordert stärkeren Fokus auf Bildungsgerechtigkeit / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Nach der Veröffentlichung der jüngsten Pisa-Ergebnisse hat das Deutsche Kinderhilfswerk einen stärkeren Fokus auf das Thema Bildungsgerechtigkeit verlangt. "In Deutschland hängen Bildungs- und Teilhabechancen weiterhin in erschreckend hohem Maße von der sozialen Herkunft ab", betonte der Bundesgeschäftsführer des Hilfswerks, Holger Hofmann, am Dienstag. "Das ist seit vielen Jahren bekannt, ohne dass wirksam entgegengesteuert wird."

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Kein Bildungssystem könne langfristig erfolgreich sein, ohne Chancengerechtigkeit sicherzustellen, fuhr Hofmann fort. Bund, Länder und Kommunen müssten hier entschlossenes politisches Handeln zeigen. Hofmann verwies auf Länder, die in der Studie erfolgreicher abschnitten und von denen Deutschland lernen müsse: Diese "stellen nicht nur hohe Erwartungen an Schülerinnen und Schüler und konzentrieren sich auf guten Unterricht", sondern sie investierten vor allem in "Kinder und Schulen mit schwierigen Rahmenbedingungen".

Die am Dienstag vorgestellten jüngsten Ergebnisse der Pisa-Studie ergaben nicht nur, dass Deutschlands Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Lesekompetenz schlechter abschnitten als je zuvor, sondern auch, dass sich Leistungsunterschiede auch mit dem gesellschaftlichen Hintergrund der Schülerinnen und Schüler erklären ließen.

Den Pisa-Ergebnissen zufolge hat etwa der Zusammenhang zwischen naturwissenschaftlichen Kompetenzen und sozioökonomischem Status weiter zugenommen. Demnach erwerben nur zwei Prozent der Schülerinnen und Schüler aus benachteiligten Familien hohe Kompetenzen, bei Kindern aus privilegierten Familien sind es rund 25 Prozent. Dieser Zusammenhang ist demnach in Deutschland rund dreimal so stark wie in Kanada und doppelt so stark wie in Dänemark oder Norwegen.

Die Bildungsgewerkschaft GEW erklärte angesichts der Ergebnisse die Bildungspolitik der vergangenen 25 Jahre für "gescheitert" und forderte ein radikales Umsteuern. "Ein Vierteljahrhundert Pisa-Maßnahmen haben unterm Strich nichts gebracht", erklärte Vorstandsmitglied Anja Bensinger-Stolze zu den Ergebnissen. Noch immer hänge der Bildungserfolg in Deutschland so stark vom Elternhaus ab wie in kaum einem anderen Land. Das sei ein "handfester Skandal".

Die GEW forderte einen "Masterplan gegen Bildungsarmut und soziale Ungerechtigkeit". Der Fokus müsse zudem stärker auf Inklusion, der individuellen Förderung von Kindern und jungen Menschen sowie auf den Themen Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz liegen.

C.Grillo--PV

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