Pallade Veneta - Verhandlung im Prozess um Brüsseler Terroranschläge von 2016 begonnen

Verhandlung im Prozess um Brüsseler Terroranschläge von 2016 begonnen


Verhandlung im Prozess um Brüsseler Terroranschläge von 2016 begonnen
Verhandlung im Prozess um Brüsseler Terroranschläge von 2016 begonnen / Foto: Olivier Matthys - POOL/AFP

Im Prozess um die Brüsseler Anschläge von 2016 haben am Montag die eigentlichen Verhandlungen begonnen. Zehn Männer sind angeklagt, an den islamistischen Anschlägen in der belgischen Hauptstadt mit 32 Toten und hunderten Verletzten beteiligt gewesen zu sein. Unklar war, inwieweit die Angeklagten im Laufe des Prozesses aussagen werden.

Textgröße ändern:

Der Prozess findet unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Einer der Anwälte der Angeklagten, Stanislas Eskenazi, kritisierte die strengen Auflagen, unter denen die Beschuldigten vor Gericht erscheinen müssen. Dies könne sich auf deren Aussagebereitschaft auswirken, sagte er.

Unter den anwesenden neun Angeklagten im Gerichtssaal waren auch der einzige Überlebende des Terrorkommandos der Pariser Anschläge vom November 2015 mit 130 Todesopfern, Salah Abdeslam, und sein Kindheitsfreund Mohamed Abrini. Abdeslam und Abrini sowie vier weitere Angeklagte wurden bereits im Pariser Prozess wegen ihrer Verwicklung in die dortigen Anschläge verurteilt. Die Ermittler gehen davon aus, dass dieselbe Dschihadistenzelle hinter den Anschlägen in Brüssel und in Paris steckt.

Bei dem Brüsseler Prozess drohen neun Angeklagten lebenslange Haftstrafen wegen "Mordes und versuchten terroristischen Mordes". Einem zehnten Angeklagten, Ibrahim Farisi, wird wegen "Beteiligung an den Aktivitäten einer terroristischen Vereinigung" der Prozess gemacht. Einem der Angeklagten wird in Abwesenheit der Prozess gemacht; er soll in Syrien zu Tode gekommen sein.

Der Prozess hatte vergangenen Mittwoch mit der Bildung der Jury begonnen. Ab Dienstag soll die 500-seitige Anklageschrift verlesen werden. Es wird erwartet, dass die Angeklagten ab dem 19. Dezember befragt werden und die ersten Opferaussagen Mitte Januar stattfinden. Der Prozess ist bis Juni kommenden Jahres angesetzt.

Bei den Selbstmordattentaten in Brüssel am 22. März 2016 hatten sich mehrere Täter am Flughafen und in einer U-Bahn-Station in die Luft gesprengt. Dabei wurden 32 Menschen getötet und 340 weitere verletzt. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte die Taten für sich.

M.Jacobucci--PV

Empfohlen

Fehlgeschlagene Hinrichtung von US-Todeskandidatin: Rufe nach Aus für Todesstrafe

Nach der fehlgeschlagenen Hinrichtung einer US-Todeskandidatin dringen Menschenrechtler auf die Abschaffung der Todesstrafe in den Vereinigten Staaten. Nach Amnesty International erklärte auch UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk am Donnerstag: "Die Todesstrafe hat in keiner Gesellschaft einen Platz." Türk forderte Gnade für die verurteilte Mörderin Christa Pike, die zwei Giftspritzen überlebt hatte.

Schülerproteste in Frankreich: Regierung gibt Linkspopulisten Mitschuld

Angesichts der gewaltsamen Schülerproteste hat die französische Regierung der linkpopulistische Partei LFI eine Mitschuld für die Ausschreitungen gegeben. Die Protestbewegung sei "ein organisiertes Manöver der LFI und ihrer linksextremen Verbündeten", erklärte das Amt das Premierministers unter Berufung auf den Inlandsgeheimdienst am Donnerstag. Bis zum Nachmittag war es in zahlreichen Städten zu teils heftigen Ausschreitungen gekommen; es gab größere Brände und auch Angriffe auf Schulpersonal und Sicherheitskräfte.

Mehr als 13 Jahre Haft wegen Mordes für Narkosearzt in Hessen

Mehr als fünf Jahre nach dem Tod eines Mädchens bei einer Zahnbehandlung hat das Landgericht Frankfurt am Main einen Narkosearzt in einem neuen Prozess zu 13 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Schuldig gesprochen wurde der 69-Jährige wegen Mordes, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass er elementare Hygienestandards missachtet hatte.

Nach verheerenden Waldbränden: Algeriens Unterhaus billigt Todesstrafe für Brandstifter

Wenige Wochen nach den tödlichen Waldbränden im Nordosten Algeriens hat das Parlament in Algier eine Ausweitung der Todesstrafe auf Brandstiftung beschlossen. Die Abgeordneten im Unterhaus billigten am Donnerstag eine Änderung des Strafgesetzbuchs, nach der die Todesstrafe künftig für das vorsätzliche Inbrandsetzen von Wäldern, Waldflächen sowie bepflanzten oder unbepflanzten Feldern verhängt werden kann.

Textgröße ändern: