Pallade Veneta - Ermittler berichtet über Details zu wieder aufgetauchtem Schmuck aus Grünem Gewölbe

Ermittler berichtet über Details zu wieder aufgetauchtem Schmuck aus Grünem Gewölbe


Ermittler berichtet über Details zu wieder aufgetauchtem Schmuck aus Grünem Gewölbe
Ermittler berichtet über Details zu wieder aufgetauchtem Schmuck aus Grünem Gewölbe / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Rund drei Wochen nach der Rückkehr eines Großteils des aus dem Grünen Gewölbe in Dresden gestohlenen Juwelenschatzes sind Details dazu bekannt geworden. Im Prozess vor dem Landgericht Dresden bestätigte der Vorsitzende Richter Andreas Ziegel am Dienstag vorausgegangene Absprachen zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Bereits im August habe es solche "Sondierungsgespräche" gegeben - mit dem Ziel, den historisch wertevollen Schmuck wiederzuerlangen. Zudem würden Geständnisse von den sechs Angeklagten erwartet.

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Ziel eines solchen Deals vor Gericht ist in der Regel eine Strafminderung. Die Staatsanwaltschaft stellte für die geständigen erwachsenen Angeklagten nach Angaben des Gerichts einen Gesamtstrafrahmen zwischen fünfeinhalb Jahren sowie sechs Jahren und drei Monaten in Aussicht sowie für Verurteilungen nach Jugendstrafrecht bis zu viereinhalb Jahre Freiheitsstrafe und Haftverschonung. Voraussetzung seien konkrete Angaben der Angeklagten zur Tat. Wann diese aussagen werden, war noch unklar.

Der Vorsitzende Richter kündigte an, die Kammer des Landgerichts werde noch am Dienstag "einen gerichtlichen Verständigungsvorschlag unterbreiten". Dabei werde auch der Zustand des Schmucks eine wichtige Rolle spielen.

Nach Angaben von Ziegel wurden drei Stücke weniger zurückgegeben als angekündigt. Zudem seien einige der Schmuckstücke unvollständig. Andere seien bei Reinigungsversuchen, vermutlich um Spuren zu tilgen, "in Mitleidenschaft" gezogen worden, sagte Ziegel. Auch durch die Lagerung in Wasser entstanden demnach Schäden.

Ein Kriminalhauptkommissar der ermittelnden Sonderkommission, der die Schmuckstücke am 16. Dezember in Berlin in Empfang genommen hatte, berichtete ebenfalls von Schäden. Die Teile seien "nicht alle in ganzem Zustand", sagte der Zeuge vor Gericht. Die auf dem Schmuck gefundenen zwei unbekannten DNA-Spuren könnten nicht den Angeklagten zugeordnet werden.

Bei dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden war im November 2019 kulturhistorisch wertvoller Juwelenschmuck aus dem 18. Jahrhundert gestohlen worden. Die Beute hatte einen geschätzten Versicherungswert von mindestens 113,8 Millionen Euro.

Seit Januar müssen sich sechs Tatverdächtige aus dem Berliner Clanmilieu vor dem Landgericht verantworten. Ihnen werden unter anderem schwerer Bandendiebstahl und besonders schwere Brandstiftung vorgeworfen.

Mitte Dezember beschlagnahmte die Polizei einen erheblichen Teil der Beute. Es handelte sich um insgesamt 31 Objekte oder Teile davon. Darunter waren der bekannte Hutschmuck und der Bruststern des polnischen Weißen Adler-Ordens aus der Brillantgarnitur. Dagegen fehlen die bei dem Diebstahl beschädigte Brillanten-Epaulette mit dem "Sächsischen Weißen" und die Große Brustschleife der Königin Amalie Auguste.

F.Dodaro--PV

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