Pallade Veneta - Osnabrücks Bischof Bode verzichtet wegen Missbrauchsskandals auf sein Amt

Osnabrücks Bischof Bode verzichtet wegen Missbrauchsskandals auf sein Amt


Osnabrücks Bischof Bode verzichtet wegen Missbrauchsskandals auf sein Amt
Osnabrücks Bischof Bode verzichtet wegen Missbrauchsskandals auf sein Amt / Foto: Sascha STEINBACH - POOL/AFP/Archiv

Der katholische Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, verzichtet auf sein Amt. Papst Franziskus nahm sein Rücktrittsgesuch an diesem Samstag an, wie die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn mitteilte. Deren Vorsitzender, der Limburger Bischof Georg Bätzing, sprach Bode "Dank und Anerkennung" für sein Wirken aus. Die Reformbewegung "Wir sind Kirche" äußerte ebenfalls Respekt, begrüßte aber den Schritt des Bischofs als "vorbildlich".

Textgröße ändern:

Bode begründete sein Gesuch in einer Stellungnahme unter anderem mit dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. Dabei hatte es auch gegen ihn Vorwürfe von Pflichtverletzungen beim Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt in dem Bistum gegeben. Bislang hatte Bode einen Rücktritt deswegen jedoch abgelehnt und auf sein Engagement für die Aufarbeitung des Skandals und zur Beseitigung von damit verbundenen Mängeln verwiesen.

"Der Entschluss zu diesem Rücktritt ist in den letzten Monaten in mir gereift", erklärte Bode nun zu seinem Rücktritt. "Ich bekenne mich ausdrücklich zu meiner Verantwortung wie zu meinen persönlichen Fehlern", sagte er in der am Samstag auch per Video übermittelten Botschaft. "Ich kann heute nur alle Betroffenen erneut um Verzeihung bitten." Der 72-Jährige verwies zudem auf seine angeschlagene Gesundheit als weiteren Rücktrittsgrund.

Bätzing erklärte, er habe das Rücktrittsgesuch Bodes mit "großem Bedauern und Respekt" zur Kenntnis genommen. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, erklärte: "Er war ein Bischof mit Herz und Haltung", der auch den innerkirchlichen Reformprozess Synodaler Weg "maßgeblich mitgestaltet" habe. Gleichwohl sei sein Rücktritt "ein wichtiger Schritt, um auf dem Weg der Bearbeitung des Missbrauchsskandals auf diözesaner Ebene wirklich voranzukommen".

Bode war auch stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Im Rahmen des Reformprozesses Synodaler Weg engagierte er sich unter anderem für eine stärkere Rolle von Frauen in der katholischen Kirche und deren Zugang zu kirchlichen Ämtern sowie gegen eine Diskriminierung von Homosexuellen.

In seiner Stellungnahme bekannte sich Bode erneut ausdrücklich zu den angestoßenen Reformen. Die weiter notwendige Verstetigung des synodalen Prinzips in der Kirche werde allerdings "noch viel Kraft verlangen, die ich selbst nicht mehr aufbringen kann".

"Wir sind Kirche" erklärte, Bode habe mit seinem "wenn auch verspäteten" Rücktrittsgesuch einen "beispielhaften Schritt getan, der anderen Bischöfen und kirchlichen Personalverantwortlichen als Vorbild dienen muss". Sein Rücktrittsgesuch und die schnelle Zustimmung des Papstes zeigten, "wie Verantwortungsübernahme von Bischöfen und hohen Kirchenverantwortlichen praktiziert werden muss, wenn gravierende Fehler begangen wurden".

Dank an Bode richtete "Wir sind Kirche" auch wegen dessen Einsatzes für innerkirchliche Reformen. Die Bewegung nannte es dagegen "zutiefst irritierend", dass der Papst bis heute nicht über das Rücktrittsgesuch von Kardinal Rainer Maria Woelki entschieden habe, das der Kölner Erzbischof bereits im März 2022 eingereicht hatte. Diese Haltung habe "dramatische Vertrauensverluste" zur Folge.

Im Vatikan stößt der Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland, bei dem es auch um mehr Mitsprache für Laien insgesamt, mehr Offenheit etwa für Homosexuelle sowie ebenfalls um die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals geht, in Teilen auf erheblichen Widerstand.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Frankreich: 440 Festnahmen und 31 Verletzte bei Schülerprotesten

Bei den teils gewaltsamen Schülerprotesten in Frankreich sind am Dienstag nach Angaben der Regierung 440 Menschen festgenommen worden, überwiegend Minderjährige. Das Bildungsministerium meldete zugleich 31 Verletzte unter Schülern und Beschäftigten. Mindestens zehn Beschäftigte des Bildungswesens seien verletzt worden, erklärte Bildungsminister Édouard Geffray.

Proteste gegen Sparpläne und Missstände an Schulen erschüttern Frankreich

Wenige Tage vor der geplanten Vorstellung des Haushaltsplans mit milliardenschweren Einsparungen haben in Frankreich tausende Menschen für höhere Löhne im öffentlichen Dienst demonstriert. Der Gewerkschaftsbund gab die Zahl der landesweit Protestierenden am Dienstag mit mehr als 300.000 an; die Regierung ging von rund 200.000 Teilnehmern aus. Unabhängig davon erschütterten teils gewaltsame Schülerproteste das Land, bei denen Schulen blockiert und Polizisten attackiert wurden.

AfD muss Bundesgeschäftsstelle räumen - noch keine neuen Räume

Die AfD muss ihre Bundesgeschäftsstelle in Berlin räumen - hat aber noch kein neues Büro. Ein Großteil der aktuellen Räume muss nach einem Urteil des Berliner Landgerichts vom vergangenen Jahr bis Mittwoch geräumt werden, wie ein Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP bestätigte. Eine neue Immobilie sei aber noch nicht gefunden. Mitarbeitende müssten deshalb von zuhause aus arbeiten.

Proteste an französischen Schulen weiten sich aus - Lehrer streiken

In Frankreich haben sich teils gewaltsame Schülerproteste gegen schlecht ausgestattete Gebäude und zu lange Schultage ausgeweitet. Bei Unruhen an etwa 340 Schulen im ganzen Land wurden zehn Menschen verletzt, wie das Bildungsministerium am Dienstag mitteilte. Etwa 40 Schulen wurden blockiert, die Polizei nahm 40 Menschen in Gewahrsam. Die Bewegung war vor einigen Tagen im Großraum Paris entstanden und hatte sich auf andere Landesteile ausgebreitet.

Textgröße ändern: