Pallade Veneta - Bewährungsausschuss berät über vorzeitige Haftentlassung von Ex-Sprintstar Pistorius

Bewährungsausschuss berät über vorzeitige Haftentlassung von Ex-Sprintstar Pistorius


Bewährungsausschuss berät über vorzeitige Haftentlassung von Ex-Sprintstar Pistorius
Bewährungsausschuss berät über vorzeitige Haftentlassung von Ex-Sprintstar Pistorius / Foto: SIPHIWE SIBEKO - POOL/AFP/Archiv

Zehn Jahre nach der Inhaftierung des südafrikanischen Behindertensportlers Oscar Pistorius wegen der Tötung seiner Freundin hat ein Bewährungsausschuss über eine mögliche vorzeitige Haftentlassung des früheren Sprintstars beraten. Die Anhörung begann am Freitagmorgen in Pistorius' Haftanstalt in Atteridgeville, einem Vorort von Pretoria. Pistorius hatte im Februar 2013 zu Hause seine Freundin Reeva Steenkamp durch die Badezimmertür erschossen - nach eigenen Angaben hatte er sie für einen Einbrecher gehalten.

Textgröße ändern:

In Südafrika fällt die Entscheidung eines Bewährungsausschusses in der Regel noch am Tag der Anhörung oder am Folgetag. Aus den Strafvollzugsbehörden verlautete aber, dass im Fall Pistorius eher nicht für Freitag mit einer Entscheidung zu rechnen sei.

Zu der Anhörung des Bewährungsausschusses trafen auch Steenkamps Mutter June und die Anwälte der Familie ein. June Steenkamp will sich auch im Namen ihres Mannes Barry vor dem Ausschuss äußern, da dieser krankheitsbedingt nicht teilnehmen kann.

Ihre Anwältin Tania Koen sagte vor dem Gefängnis vor Reportern: "Wie Sie sich vorstellen können, ist es schmerzhaft. June muss Oscar Pistorius heute morgen erneut gegenüber treten. Er ist der Mörder ihrer Tochter." Und diese fehle ihren Eltern "jeden Tag".

June und Barry Steenkamp seien nicht der Ansicht, "dass er freikommen sollte", führte die Anwältin aus. Die Eltern hätten den Eindruck, dass Pistorius "keine Reue gezeigt" habe.

Der 36-Jährige sollte bei der Anhörung Gelegenheit bekommen, sich zu den Vorwürfen von Steenkamps Eltern zu äußern. Der Anwalt des Ex-Sprintstars, Julian Knight, sagte, er werde sich bis zu einer Entscheidung des Bewährungsausschusses nicht öffentlich äußern.

Pistorius war gleich nach der Erschießung seiner Freundin in der Nacht zum Valentinstag 2013 festgenommen worden. 2014 wurde er zunächst wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein und klagte ihn wegen Mordes an. Daraufhin wurde die Haftzeit 2016 auf sechs Jahre erhöht. In einem erneuten Berufungsprozess wurde er 2017 schließlich zu 13 Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt.

Das südafrikanische Gesetz sieht vor, dass ein Verurteilter Straferleichterung beantragen kann, wenn er die Hälfte seiner Strafe abgesessen hat. Pistorius' Verfahren über die mögliche Haftentlassung begann bereits vor gut einem Jahr und beinhaltete auch ein Treffen des Ex-Sportlers mit den Eltern seiner früheren Freundin. Koen beschrieb die Begegnung am Freitag als "sehr emotional" und "traumatisch".

Der Bewährungsausschuss soll nach Angaben der Strafvollzugsbehörden nun prüfen, "ob das Ziel der Inhaftierung erreicht wurde". Die Kommission nimmt dazu außer dem körperlichen und mentalen Zustand von Pistorius auch sein Risiko, erneut straffällig zu werden, unter die Lupe. Sollte Pistorius' Antrag auf vorzeitige Haftentlassung abgelehnt werden, kann er eine erneute Prüfung seines Anliegens beantragen.

Vor dem gewaltsamen Tod seiner Freundin hatte Pistorius Sportgeschichte geschrieben. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London maß er sich als erster Behinderter beim 400-Meter-Lauf mit nicht-behinderten Sportlern. Außerdem hat der wegen seiner Unterschenkelprothesen damals als "Blade Runner" bekannte Läufer bei paralympischen Spielen insgesamt sechs Goldmedaillen geholt.

O.Merendino--PV

Empfohlen

Proteste gegen Sparpläne und Missstände an Schulen erschüttern Frankreich

Wenige Tage vor der geplanten Vorstellung des Haushaltsplans mit milliardenschweren Einsparungen haben in Frankreich tausende Menschen für höhere Löhne im öffentlichen Dienst demonstriert. Der Gewerkschaftsbund gab die Zahl der landesweit Protestierenden am Dienstag mit mehr als 300.000 an; die Regierung ging von rund 200.000 Teilnehmern aus. Unabhängig davon erschütterten teils gewaltsame Schülerproteste das Land, bei denen Schulen blockiert und Polizisten attackiert wurden.

AfD muss Bundesgeschäftsstelle räumen - noch keine neuen Räume

Die AfD muss ihre Bundesgeschäftsstelle in Berlin räumen - hat aber noch kein neues Büro. Ein Großteil der aktuellen Räume muss nach einem Urteil des Berliner Landgerichts vom vergangenen Jahr bis Mittwoch geräumt werden, wie ein Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP bestätigte. Eine neue Immobilie sei aber noch nicht gefunden. Mitarbeitende müssten deshalb von zuhause aus arbeiten.

Proteste an französischen Schulen weiten sich aus - Lehrer streiken

In Frankreich haben sich teils gewaltsame Schülerproteste gegen schlecht ausgestattete Gebäude und zu lange Schultage ausgeweitet. Bei Unruhen an etwa 340 Schulen im ganzen Land wurden zehn Menschen verletzt, wie das Bildungsministerium am Dienstag mitteilte. Etwa 40 Schulen wurden blockiert, die Polizei nahm 40 Menschen in Gewahrsam. Die Bewegung war vor einigen Tagen im Großraum Paris entstanden und hatte sich auf andere Landesteile ausgebreitet.

Sachsen: Anklage gegen vier mutmaßliche IS-Mitglieder erhoben

In Sachsen ist Anklage gegen vier mutmaßliche IS-Mitglieder erhoben worden. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden wirft den Beschuldigten im Alter zwischen 27 und 43 Jahren Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vor, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Sie sollen im Irak als Kämpfer, Scharfschützen oder Grenzschützer für verschiedene Verbände der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) tätig gewesen sein.

Textgröße ändern: