Pallade Veneta - Neue Ermittlungen zu tödlichem Brand von 1990 in Kempten wieder eingestellt

Neue Ermittlungen zu tödlichem Brand von 1990 in Kempten wieder eingestellt


Neue Ermittlungen zu tödlichem Brand von 1990 in Kempten wieder eingestellt
Neue Ermittlungen zu tödlichem Brand von 1990 in Kempten wieder eingestellt / Foto: INA FASSBENDER, - - AFP/Archiv

Die im Jahr 2020 neu aufgerollten Ermittlungen zu einem tödlichen Brand in Kempten im Allgäu im Jahr 1990 sind wieder eingestellt worden. Es sei kein Täter einer Brandstiftung in dem an Türken vermieteten Haus ermittelbar gewesen, auch die Brandursache habe sich nicht klären lassen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München am Donnerstag mit.

Textgröße ändern:

Ein fünf Jahre alter Junge war an den Folgen einer Rauchvergiftung nach dem Feuer vom November 1990 gestorben, viele der 26 Menschen im Gebäude erlitten damals teils erhebliche Verletzungen. Kurz nach der Tat ging ein Bekennerbrief einer "Anti-Kanaken-Front Kempten" ein. Genau wie bei den ersten Ermittlungen konnte aber auch im zweiten Anlauf kein Absender des Briefs ermittelt werden.

Die Staatsanwaltschaft Kempten hatte nach Presseberichterstattung die Ermittlungen wieder aufgenommen, in den Berichten wurde ein möglicher Zusammenhang zu anderen Brandstiftungen in den 90er Jahren im Allgäu hergestellt. Die Ermittler befragten bei der Wiederaufnahme mehr als 300 Zeugen, darunter die noch lebenden damaligen Hausbewohner. Außerdem sei ein neues Brandgutachten erstellt worden, das auch einen Abgleich mit den anderen Branddelikten im Allgäu beinhaltete.

Es seien aber keine Hinweise auf einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund zu erhärten gewesen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. So hätten sich auch keine Hinweise auf die tatsächliche Existenz einer "Anti-Kanaken-Front Kempten" ergeben. Es sei auch nicht mit der nötigen Gewissheit zu beweisen gewesen, dass in dem Treppenhaus vorsätzlich Brandbeschleuniger ausgebracht wurde.

So sei schon nicht zu klären gewesen, ob es sich bei dem mutmaßlich genutzten Brandbeschleuniger um Benzin oder Heizöl handelte. Die Bewohner des Hauses heizten mit Öl, vor jeder Wohnung standen Kanister oder Ölkannen zum Transport des Heizöls. Insbesondere auf Grund einer Zeugenaussage komme auch vor dem Hintergrund des Heizöls vor jeder Wohnung eine fahrlässige Brandstiftung in Betracht - diese wäre jetzt aber verjährt.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Proteste an französischen Schulen weiten sich aus - Lehrer streiken

In Frankreich haben sich teils gewaltsame Schülerproteste gegen schlecht ausgestattete Gebäude und zu lange Schultage ausgeweitet. Bei Unruhen an etwa 340 Schulen im ganzen Land wurden zehn Menschen verletzt, wie das Bildungsministerium am Dienstag mitteilte. Etwa 40 Schulen wurden blockiert, die Polizei nahm 40 Menschen in Gewahrsam. Die Bewegung war vor einigen Tagen im Großraum Paris entstanden und hatte sich auf andere Landesteile ausgebreitet.

Sachsen: Anklage gegen vier mutmaßliche IS-Mitglieder erhoben

In Sachsen ist Anklage gegen vier mutmaßliche IS-Mitglieder erhoben worden. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden wirft den Beschuldigten im Alter zwischen 27 und 43 Jahren Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vor, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Sie sollen im Irak als Kämpfer, Scharfschützen oder Grenzschützer für verschiedene Verbände der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) tätig gewesen sein.

Leiche aus See in Berlin geborgen - Hinweise auf Verbrechen

Nach der Bergung einer Leiche aus einem See in Berlin vermuten Ermittler ein Verbrechen. Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag in der Bundeshauptstadt mitteilten. Demnach hatten Bootsfahrer die Leiche am Montag im Tegeler See im Stadtteil Reinickendorf entdeckt.

Mögliche Anschlagspläne in Großbritannien: Offenbar kein Sprengstoff gefunden

Das Rätselraten über mögliche Anschlagspläne an einem auch von den USA genutzten britischen Militärstützpunkt im Südwesten Englands geht weiter: Am Luftwaffenstützpunkt Fairford waren am Dienstag weiter bewaffnete Polizisten im Einsatz, auch ein nahegelegenes Dorf war weiter abgeriegelt. Britische Medien berichteten allerdings, in den in der Nähe des Stützpunkts beschlagnahmten Fahrzeugen sei kein Sprengstoff gefunden worden. Fünf Verdächtige waren bereits am Montag wieder freigelassen worden.

Textgröße ändern: