Pallade Veneta - Mehrere Festnahmen bei Protesten gegen Krönungszeremonie in London

Mehrere Festnahmen bei Protesten gegen Krönungszeremonie in London


Mehrere Festnahmen bei Protesten gegen Krönungszeremonie in London
Mehrere Festnahmen bei Protesten gegen Krönungszeremonie in London / Foto: SEBASTIEN BOZON - POOL/AFP

Misstöne am Rande der großen Feier: Die Polizei in London hat führende Mitglieder der Antimonarchie-Gruppe Republic festgenommen, als diese Proteste entlang der Prozessionsroute zur Krönung von Charles III. vorbereiteten. "Das gesamte Kernteam von Republic wird immer noch festgehalten", erklärte die Gruppe etwa sieben Stunden nach den Festnahmen und nach der Krönungszeremonie am Samstag im Onlinedienst Twtter. Die Polizei sprach von einer "Reihe von Festnahmen" im Zentrum Londons.

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"Sie haben sechs unserer Organisatoren festgenommen und hunderte Plakate beschlagnahmt", sagte ein Aktivist der Nachrichtenagentur AFP. Unter den Festgenommenen war auch Republic-Leiter Graham Smith. Er und mehrere Mitstreiter wurden in Gewahrsam genommen, bevor sie Plakate mit der Aufschrift "Not My King" (Nicht mein König) hochhalten konnten. "Sie sagen uns nicht, warum sie sie festgenommen haben oder wo sie festgehalten werden", sagte der Republic-Aktivist.

Smith hatte vergangene Woche gesagt, dass die Gruppe nicht plane, die eigentliche Prozession zu stören. Der Protest solle der Welt lediglich zeigen, "dass wir kein Land von Loyalisten sind, dass es wachsenden Widerstand gibt".

Neben den Monarchie-Gegnern wurden am Samstag zudem mindestens 19 Klimaaktivisten der Gruppe Just Stop Oil im Zentrum Londons festgenommen, wie die Gruppe erklärte. Ein AFP-Reporter berichtete, mehrere Aktivisten seien in Handschellen von der Polizei auf der Prachtstraße The Mall zwischen dem Buckingham-Palast und Trafalgar Square abgeführt worden.

Den Behörden waren durch die Regierung vor kurzem umstrittene Sonderbefugnisse für die Unterbindung von Protesten gewährt worden.

Just Stop Oil nannte die Festnahmen einen "massiven autoritären Übergriff". Die Aktivisten hätten "nur T-Shirts und Flaggen zeigen wollen", hieß es in einer Mitteilung.

Im Onlinedienst Twitter erklärte die Polizei, es habe "eine Reihe von Festnahmen" in der Nähe der Prozessionsstrecke gegeben. Sie seien wegen "des Verdachts auf Landfriedensbruch" als Teil einer "wichtigen Polizeiaktion" im Zentrum Londons erfolgt.

Demnach wurden zudem vier Menschen wegen "des Verdachts auf Verschwörung zur Anstiftung öffentlichen Ärgernisses" nahe Trafalgar Square festgenommen. Es seien "Ankettungsgegenstände" beschlagnahmt worden, hieß es.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bezeichnete die Festnahmen als "extrem alarmierend". "Das ist etwas, das wir in Moskau erwarten würden, nicht in London", erklärte die Organisation und kritisierte die britische Regierung für ihre zunehmend negative Haltung gegenüber Demonstrationen.

Auch Amnesty International kritisierte die Festnahmen. "Wir müssen abwarten, welche Details zu diesen Vorfällen bekannt werden, aber der bloße Besitz eines Megaphons oder das Mitführen von Plakaten sollte niemals ein Grund für eine polizeiliche Festnahme sein", sagte der AI-Vorstandsvorsitzende Sacha Deshmukh.

Die Festnahmen erzürnten andere antimonarchistische Demonstranten. Die 19-jährige Eva Smeeth nannte die neuen Polizeibefugnisse als Grund für ihren Protest. "Das Gesetz ist so falsch, also, ja, ich habe keine Lust heute irgendetwas zu feiern", sagte sie AFP. Auf ihrem Plakat stand der Slogan: "Schafft die Monarchie ab, nicht die Demonstrationsfreiheit."

Der 19-jährige Kieran Smith nannte es "abstoßend", im 21. Jahrhundert noch in einer Monarchie zu leben und "jemanden zu haben, der Kontrolle über unseren demokratischen Prozess hat, der je nach Laune Gesetze ändern kann, ohne dass wir ein Mitspracherecht haben".

Am Samstag wurde der britische König Charles III. in der Westminster Abbey in London gekrönt. An der Zeremonie nahmen etwa 2300 geladene Gäste teil. Vor der Westminster Abbey und dem Buckingham-Palast versammelten sich tausende Royals-Fans, um das historische Ereignis zu verfolgen.

O.Mucciarone--PV

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