Pallade Veneta - Verbände klagen über Verwässerung des Gesetzes zum Hinweisgeberschutz

Verbände klagen über Verwässerung des Gesetzes zum Hinweisgeberschutz


Verbände klagen über Verwässerung des Gesetzes zum Hinweisgeberschutz
Verbände klagen über Verwässerung des Gesetzes zum Hinweisgeberschutz / Foto: Ronny HARTMANN - AFP/Archiv

Der im Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern erzielte Kompromiss zum Hinweisgeberschutz-Gesetz ist bei Verbänden auf Kritik gestoßen. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und die Organisation Transparency International beklagten am Mittwoch, dass das ursprüngliche Gesetz entschärft und verwässert worden sei. Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler warf der Union vor, im Vermittlungsausschuss eine weiter gehende Regelung verhindert zu haben.

Textgröße ändern:

"Man muss insgesamt sagen, dass CDU/CSU kontinuierlich dafür gekämpft haben, den Hinweisgeberschutz zu verschlechtern", sagte Fiedler der Nachrichtenagentur AFP. Der am Vorabend im Vermittlungsausschuss erzielte Kompromiss verzichtet beispielsweise auf die ursprünglich geplante Verpflichtung für Unternehmen, Meldestellen für anonyme Hinweise einzurichten. Vorgesehen ist nun nur noch eine Soll-Regelung.

"Die harte Verpflichtung für Unternehmen, Meldekanäle für anonyme Meldungen mit Rückkanälen einzurichten, mussten wir in den Verhandlungen aufgeben", sagte Fiedler. "Ich finde das verschmerzbar, da ich fest davon ausgehe, dass alle Unternehmensverantwortlichen auch ohne diese gesetzliche Verpflichtung so klug sind und solche Systeme anschaffen werden." Prinzipiell sei er froh, dass es gelungen sei, "den breiten Anwendungsbereich für Hinweisgeber zu erhalten".

Verbände sahen die Änderungen kritischer. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) rief den Bundestag am Mittwoch auf, dem Gesetzentwurf in der nun vorliegenden Fassung die Zustimmung zu verweigern. "Das Hinweisgeberschutz-Gesetz in seiner verwässerten Fassung beendet nicht die Kriminalisierung der Menschen, die Missstände aufdecken wollen", kritisierte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall.

Der DJV bemängelte insbesondere, dass Unternehmen Meldestellen für anonyme Hinweise nur noch einrichten sollen und nicht mehr müssen. Auch die Absenkung der Strafzahlungen, die Unternehmen bei Verstößen gegen die Bestimmungen zahlen müssen, von 100.000 Euro auf höchstens 50.000 Euro sei falsch.

Die ursprünglich von der Koalition vorgesehenen Regelungen waren im Vermittlungsausschuss abgeschwächt worden, nachdem der Bundesrat den ersten Entwurf abgelehnt hatte. Vor allem die Union hatte Bedenken, weil sie zu viel Bürokratie fürchtete.

Auch die Nichtregierungsorganisation Transparency International äußerte sich enttäuscht, "da das Gesetz auf den letzten Metern an entscheidenden Punkten verwässert" worden sei. Dies bringe "Unsicherheiten für Unternehmen, Behörden und hinweisgebende Personen", erklärte die Gruppe. Als "absolut unverständlich" kritisierte sie den Verzicht auf die verpflichtende Einrichtung von Meldestellen. Die abgesenkte Strafandrohung nehme den Unternehmen zudem "wichtige Anreize für effektive Systeme".

G.Riotto--PV

Empfohlen

Papst nach viertägigem Frankreich-Besuch nach Rom aufgebrochen

Papst Leo XIV. hat seinen viertägigen Frankreich-Besuch beendet und ist am Abend in Richtung Rom abgereist. Am Flughafen der Stadt Metz wurde er vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron verabschiedet, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind traurig, dass er geht, aber froh, dass alles gut verlaufen ist", sagte Macron.

Haftstrafen für drei Ägypter nach Mord an italienischem Studenten in Kairo

Rund zehn Jahre nach der Tötung des italienischen Studenten Giulio Regeni in Ägypten hat ein Gericht in Rom Haftstrafen gegen drei ägyptische Sicherheitsbeamte wegen der Entführung des damals 28-Jährigen verhängt. Die drei Männer wurden in Abwesenheit zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt, von den Mordvorwürfen aber freigesprochen, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Einen kompletten Freispruch gab es für einen vierten Angeklagten.

Papst beendet Frankreich-Reise mit Aufruf zu "kreativen" Friedensbemühen

Zum Abschluss seines Frankreich-Besuchs hat Papst Leo XIV. die Europäer eindringlich zu Friedensanstrengungen aufgerufen. Es sei notwendig, "Mut bei den Verhandlungen zu zeigen und bereit zu sein, bestimmte Positionen für das übergeordnete Wohl des Friedens aufzugeben", sagte der Papst am Montag in Metz im Beisein von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Ohne den Ukraine-Krieg ausdrücklich zu nennen, beklagte er ein "sinnloses Gemetzel, das jeden Tag unzählige zivile Opfer fordert".

Dutzende Tote bei Angriff der myanmarischen Armee auf Markt im Bundesstaat Rakhine

Bei einem Luftangriff der myanmarischen Armee auf einen Markt im Bundesstaat Rakhine sind nach Angaben der Rebellenorganisation Arakan-Armee mindestens 33 Menschen getötet und 36 weitere verletzt worden. Der Angriff habe sich am Montagmittag (Ortszeit) in der Stadt Kyauktaw ereignet und einen Markt und eine angrenzende Brücke zum Ziel gehabt, berichteten die Rebellen. Ihnen zufolge könnte die Zahl der Toten noch steigen.

Textgröße ändern: