Pallade Veneta - Journalistenverband: "Diplomatische Antworten" auf mögliche Giftanschläge nötig

Journalistenverband: "Diplomatische Antworten" auf mögliche Giftanschläge nötig


Journalistenverband: "Diplomatische Antworten" auf mögliche Giftanschläge nötig
Journalistenverband: "Diplomatische Antworten" auf mögliche Giftanschläge nötig / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert "diplomatische Antworten" von Seiten der Bundesregierung gegenüber Russland, wenn sich der Verdacht von Giftanschlägen auf zwei Journalistinnen bestätigen sollte. Der DJV reagierte damit am Montag auf Berichte, nach denen zwei exilrussische Journalistinnen im Zusammenhang mit dem Besuch eines Vortrags von Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski in Berlin über Vergiftungssymptome klagten. Der Berliner Staatsschutz ermittelt in den Fällen.

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"Dass der Kreml kritische Journalistinnen und Journalisten auch im Ausland unter Druck zu setzen versucht, ist schlimm genug", erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. Sollte sich herausstellen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin "sogar vor Mordversuchen nicht zurückschreckt, ist eine klare Antwort des Auswärtigen Amtes unverzichtbar".

Darüber hinaus seien die Sicherheitsbehörden aufgefordert, den Schutz von in Deutschland lebenden exilrussischen Berichterstattern zu verbessern, forderte Überall. "Wer in Deutschland Schutz sucht und findet, darf kein Freiwild für Putins Handlanger sein", betonte der DJV-Vorsitzende.

Die Journalistinnen hatten im April an einer Konferenz des russischen Regierungskritikers Chodorkowski teilgenommen. Wegen möglicher Vergiftungserscheinungen der Frauen hatte das Landeskriminalamt Ermittlungen aufgenommen. Der Sachverhalt werde vom polizeilichen Staatsschutz bearbeitet, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag, gab aber mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine weiteren Einzelheiten bekannt. Zuerst hatte die "Welt am Sonntag" darüber berichtet.

Die Zeitung bezog sich auf einen Bericht des russischen Portals Agentstvo, demzufolge zwei Konferenzteilnehmerinnen über gesundheitliche Probleme klagten. Eine von ihnen, die Leiterin einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in den USA, habe im sozialen Netzwerk Facebook berichtet, sie habe "seltsame Symptome" und einen "akuten Schmerz" gespürt, geblieben sei ein Taubheitsgefühl. Sie habe die Vermutung geäußert, möglicherweise mit einem Nervenkampfstoff vergiftet worden zu sein.

Bei der zweiten Betroffenen könnten die Symptome dem russischen Medienbericht zufolge schon vor der Konferenz im April aufgetreten sein, schrieb die "Welt am Sonntag". Sie habe sich in Berlin in die Charité begeben.

T.Galgano--PV

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