Pallade Veneta - Gewaltausbrüche nach Urteil gegen senegalesischen Oppositionsführer

Gewaltausbrüche nach Urteil gegen senegalesischen Oppositionsführer


Gewaltausbrüche nach Urteil gegen senegalesischen Oppositionsführer
Gewaltausbrüche nach Urteil gegen senegalesischen Oppositionsführer / Foto: GUY PETERSON - AFP

Nach der Verurteilung des senegalesischen Oppositionsführers Ousmane Sonko ist es am Donnerstag in verschiedenen Teilen der Hauptstadt Dakar zu gewaltsamen Ausschreitungen seiner Anhänger gekommen. Sonko wurde wegen "Verführung der Jugend" von einem Gericht zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil er eine junge Frau zu unzüchtigem Verhalten angestiftet haben soll. Die Strafe gefährdet seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr.

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Gruppen junger Menschen griffen nach dem Urteil in Dakar öffentliche Einrichtungen in mehreren Teilen der Hauptstadt an, verbrannten Reifen und stellten Hindernisse auf die Straßen, wie AFP-Reporter berichteten. Es kam zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Die Straße zum Flughafen wurde Medienberichten zufolge von Demonstranten blockiert. Auch der neue Zug, der von der Hauptstadt in die neue Stadt Diamniadio fährt, war nicht mehr in Betrieb. Berichten in Online-Medien zufolge kam es zu Unruhen auch in anderen Teilen des Landes.

Sonko gilt als einer der schärfsten Gegner des senegalesischen Präsidenten Macky Sall. Der Oppositionspolitiker war auch wegen Vergewaltigung und Todesdrohungen angeklagt, von diesen Vorwürfen von einem Gericht in Dakar aber freigesprochen worden. Verurteilt wurde er lediglich wegen "Verführung der Jugend", da die Klägerin, eine Angestellte in einem Schönheitssalon, zum Zeitpunkt der Ereignisse unter 21 Jahre alt war.

Sonko bestreitet alle Vorwürfe und hält das Vorgehen der Justiz für politisch motiviert, um seine Präsidentschaft zu verhindern. Auch die Chefin des Schönheitssalons hatte vor Gericht seine Aussagen gestützt, wurde aber selbst zu einer Geldbuße verurteilt.

In den Online-Netzwerken wurde über die Unruhen in Dakar berichtet. Satire Mbaye, eine Vertreterin der Partei des Präsidenten in Keur Massar am Stadtrand von Dakar, erklärte, die Parteizentrale sei "verwüstet" worden. "Sie haben die Fenster eingeschlagen und das darin (in der Zentrale) befindliche Material zerstört", teilte sie mit.

Der 48-jährige Sonko, der Chef der Partei Pastef-les Patriotes, sollte zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung zu Hause in Dakar sein. Dort wird er seit Sonntag von einem große Polizeiaufgebot bewacht. Er selbst spricht davon, dass er "gefangen gehalten" werde. Die Polizeikräfte hatten teils mit Gewalt alle Versuch von Anwälten oder seinen Anhängern abgewehrt, sich dem Haus zu nähern.

Justizminister Ismaila Madior Fall gab nach dem Gerichtsurteil bekannt, Sonko könne nun "jederzeit" verhaftet werden. "Das Urteil muss umgesetzt werden", sagte er vor Journalisten.

A.Graziadei--PV

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