Pallade Veneta - Vier Kleinkinder bei Messerangriff in Frankreich lebensgefährlich verletzt

Vier Kleinkinder bei Messerangriff in Frankreich lebensgefährlich verletzt


Vier Kleinkinder bei Messerangriff in Frankreich lebensgefährlich verletzt
Vier Kleinkinder bei Messerangriff in Frankreich lebensgefährlich verletzt / Foto: OLIVIER CHASSIGNOLE - AFP

Entsetzen in Frankreich: Ein mit einem Messer bewaffneter Mann hat am Donnerstag im ostfranzösischen Annecy vier Kleinkinder und einen Erwachsenen lebensgefährlich verletzt. Ein weiterer Erwachsener sei bei dem Angriff leicht verletzt worden, sagte Staatsanwältin Line Bonnet-Mathis in Annecy. Die Kinder aus Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden seien im Alter von 22 bis 36 Monaten. Es gebe "keine Hinweise auf ein terroristisches Motiv", sagte sie. Die Polizei nahm den Täter fest.

Textgröße ändern:

Der Mann war gegen 9.45 Uhr mit einem Messer auf die Kinder auf einem Spielplatz am Lac d'Annecy losgegangen. Augenzeugen berichteten, dass er mit dem Messer auch auf zwei Kinder eingestochen habe, die sich in einem Doppel-Kinderwagen befanden. Auf einem Video ist zu hören, dass er zwei Mal auf Englisch "Im Namen Jesu" schrie.

In dem Video ist auch zu sehen, wie eine Frau den Mann schließlich von den Kindern wegstößt und um Hilfe schreit. Augenzeugen berichteten, dass der Mann fliehen wollte und dabei einen älteren Mann auf einer Bank angegriffen habe. Die Polizei habe geschossen und dabei auch den älteren Mann getroffen.

Der Angreifer sei nach etwa vier Minuten ohne größere Verletzungen festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.

Der Vorfall erregte große Anteilnahme. Präsident Emmanuel Macron verurteilte den Angriff als "absolut feige". "Unsere Gedanken sind bei ihnen, ihren Familien und den mobilisierten Rettungskräften", betonte Macron auf Twitter.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. "Lieber Emmanuel Macron, (...) Deutschland ist schockiert über diese unmenschliche und verachtenswerte Tat", schrieb er auf Deutsch und Französisch auf Twitter.

In Berichten örtlicher Medien war zunächst von einem verletzten deutschen Kind die Rede gewesen. Die Staatsanwaltschaft erklärte später, dass es sich um eine Verwechslung gehandelt habe, das Kind sei aus den Niederlanden.

Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei dem Täter um einen 31 Jahre alten Syrer, der zehn Jahre in Schweden gelebt hatte und dort als Flüchtling anerkannt war. Er sei dort mit einer Schwedin verheiratet gewesen, mit der er ein etwa drei Jahre altes Kind habe.

Im vergangenen Jahr habe er sich scheiden lassen und sei nach Frankreich gekommen, wo er im vergangenen November erneut einen Asylantrag stellte. Dieser sei abgelehnt worden, weil er in Schweden schon als Flüchtling anerkannt gewesen sei. In seinem Antrag habe er sich als "syrischer Christ" bezeichnet.

Laut der Lokalzeitung "Le Dauphiné Libéré" war der Mann ohne festen Wohnsitz und "auf dem Weg der Verwahrlosung". Lokale Medien berichten, dass die Ermittler noch prüfen, ob er weitere Identitäten habe und ob er Drogen genommen habe.

Ein Beschäftigter an einer der Anlegestellen am Lac d'Annecy berichtete, dass der Mann sich seit etwa zwei Monaten täglich von morgens bis abends auf einer Bank am Seeufer aufgehalten habe. Dabei habe er zeitweise Selbstgespräche geführt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Mann den Geheimdiensten nicht bekannt. Es gebe auch keine Hinweise auf frühere Aufenthalte in einer psychiatrischen Einrichtung.

Mehrere Politiker der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National zogen eine Verbindung zwischen der Tat und der Migrationspolitik in Frankreich. "Wir müssen die Situation wieder unter Kontrolle bekommen, was der Regierung nicht gelingt", erklärte Parteichef Jordan Bardella. "Die massive Einwanderung steht in direktem Zusammenhang mit der Verrohung, unter der unser Land leidet", sagte Vizeparteichef David Rachline.

Der Spielplatz am Seeufer wurde am späten Nachmittag wieder geöffnet. Manche Menschen legten Blumen im Gedenken an die Opfer ab.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Dutzende Tote bei Angriff der myanmarischen Armee auf Markt im Bundesstaat Rakhine

Bei einem Luftangriff der myanmarischen Armee auf einen Markt im Bundesstaat Rakhine sind nach Angaben der Rebellenorganisation Arakan-Armee mindestens 33 Menschen getötet und 36 weitere verletzt worden. Der Angriff habe sich am Montagmittag (Ortszeit) in der Stadt Kyauktaw ereignet und einen Markt und eine angrenzende Brücke zum Ziel gehabt, berichteten die Rebellen. Ihnen zufolge könnte die Zahl der Toten noch steigen.

Gestohlener Davidstern-Aufnäher in Chemnitz wieder aufgetaucht

Ein aus einer Gedenkstätte für die nationalsozialistische Judenverfolgung in Chemnitz gestohlener gelber Davidstern-Aufnäher ist wieder aufgetaucht. Bei der Kriminalpolizei sei am Freitag anonym eine Geldbörse als Fundsache abgegeben worden, teilte die Polizei am Montag mit. In dieser habe sich auch der gestohlene Aufnäher befunden. Er solle kriminaltechnisch untersucht werden. Die Ermittlungen des Staatsschutzes dauerten an.

Bischof Wilmer nennt Antisemitismus "Sünde" - Kritik an AfD und Linkspartei

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, hat nach den jüngsten Landtagswahlen mit scharfen Worten vor einem wachsenden Antisemitismus gewarnt. "Antisemitismus ist Sünde", sagte Wilmer am Montag zu Beginn der Herbstvollversammlung der Bischöfe im hessischen Fulda. Die katholische Kirche stehe an der Seite der jüdischen Bürger in Deutschland. "Antisemitismus untergräbt unsere Demokratie", warnte Wilmer.

Rehlinger würdigt Papstbesuch in deutsch-französischer Grenzregion

Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hat den Papstbesuch in der deutsch-französischen Grenzregion als wichtige Geste gewürdigt. "Dass Papst Leo XIV. ausgerechnet Metz gewählt hat, um über Frieden und die Zukunft Europas zu sprechen, ist von großer Symbolkraft", sagte die Bevollmächtigte für die deutsch-französischen kulturellen Beziehungen am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Textgröße ändern: