Pallade Veneta - Anklage gegen Ärztin aus Sachsen wegen massenhaft gefälschter Coronaatteste

Anklage gegen Ärztin aus Sachsen wegen massenhaft gefälschter Coronaatteste


Anklage gegen Ärztin aus Sachsen wegen massenhaft gefälschter Coronaatteste
Anklage gegen Ärztin aus Sachsen wegen massenhaft gefälschter Coronaatteste / Foto: DAVID GANNON - AFP/Archiv

Die Staatsanwaltschaft hat vor dem Landgericht Dresden Anklage gegen eine sächsische Ärztin erhoben, die im großen Stil Coronaatteste gefälscht haben soll. Damit sollen Patienten zu Unrecht unter anderem von der Maskenpflicht befreit worden sein, wie die Anklagebehörde in Dresden am Mittwoch mitteilte. Der Vorwurf lautet demnach auf Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse in insgesamt 549 Fällen, davon soll es sich in 188 Fällen um gewerbsmäßige Taten handeln.

Textgröße ändern:

Den Angaben zufolge soll die Ärztin seit Beginn der Coronapandemie sogenannte Gefälligkeitsatteste ausgestellt haben. Die 66-Jährige bescheinigte Patienten demnach pauschal und zu Unrecht, keine Maske tragen oder sich nicht impfen lassen zu können. Es soll Patienten auch attestiert worden sein, dass Coronatests aus medizinischen Gründen nur durch Speicheluntersuchungen möglich seien. Die Atteste gab die Ärztin demnach ohne gesundheitliche Untersuchungen aus.

Die Medizinerin stellte laut Staatsanwaltschaft zudem Nachweise von Coronatests aus, ohne entsprechende Negativergebnisse festgestellt zu haben. Dies betraf einerseits sogenannte PCR-Tests als auch Antigen-Schnelltests. Pro Test soll sie mindestens 25 Euro verlangt haben. Insgesamt kamen demnach Einnahmen in Höhe von mindestens 29.736 Euro zusammen.

Die Frau wird laut Anklagebehörde der Szene der Reichsbürger beziehungsweise Selbstverwalter zugeordnet. Sie bezeichne sich selbst als Angehörige des "Indigenen Volkes der Germaniten". Sie sei zudem einschlägig vorbestraft. Zum Tatvorwurf schwieg die Ärztin bislang. Über die Zulassung der Anklage entscheidet das Landgericht Dresden.

Im März vergangenen Jahres und Februar 2023 hatten Beamte bereits die Wohn- und Geschäftsräume der Frau durchsucht. Im vergangenen September fanden zudem bundesweite Durchsuchungen statt - unter anderem bei den Inhabern der Atteste und den Organisatoren der Sammeltermine. Unter den Verdächtigen befanden sich damals auch vier sächsische Polizisten, die Atteste bekommen hatten.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Deutsche Bischöfe beraten nach Landeswahlen über Demokratie in Deutschland

Im hessischen Fulda beginnt am Montag (14.30 Uhr) die viertägige Herbstvollversammlung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Die mehr als 60 Bischöfe und Weihbischöfe beraten dort nach den zurückliegenden Landeswahlen auch über die Demokratie in Deutschland. Der Konferenzvorsitzende Heiner Wilmer aus Münster warnte vor den Urnengängen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin vor einer Wahl der AfD gewählt - diese gewann aber in den beiden Flächenländern.

Bundesverfassungsgericht wird 75 Jahre alt - Festakt mit Steinmeier und Merz

Zum 75. Jubiläum des Bundesverfassungsgerichts findet am Montag (11.00 Uhr) in Karlsruhe ein Festakt statt. Dazu werden in der Stadthalle neben Gerichtspräsident Stephan Harbarth und Vizepräsidentin Ann-Katrin Kaufhold auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet. Die Stadt beteiligt sich außerdem mit Kunstaktionen auf dem Platz der Grundrechte in der Nähe des Gerichtsgebäudes.

Papst Leo XIV. sichert Missbrauchsopfern bei Treffen seinen Einsatz zu

Papst Leo XIV. hat Opfern sexueller Gewalt in der Kirche seinen Einsatz zugesagt, um weitere Fälle zu verhindern. Der Papst wolle mit ihnen zusammenarbeiten und "alles tun, damit das Unrecht, das sie erlitten haben, sich für andere nicht wiederholt", teilte der Vatikan am Sonntagabend mit.

Papst kritisiert Sterbehilfe: "Nicht alles, was legal ist, ist moralisch"

Papst Leo XIV. hat die in Frankreich vor kurzem legalisierte Sterbehilfe scharf kritisiert. "Es ist unmöglich, das Herbeiführen des Todes als normal anzusehen", sagte der Papst am Sonntag bei einer Begegnung mit kranken und behinderten Menschen im Pilgerort Lourdes. "Nicht alles, was legal ist, ist auch moralisch vertretbar", fügte er hinzu. Die Medizin dürfe sich niemals zum Gehilfen eines programmierten Todes machen.

Textgröße ändern: