Pallade Veneta - Südeuropa leidet unter extremer Hitze

Südeuropa leidet unter extremer Hitze


Südeuropa leidet unter extremer Hitze
Südeuropa leidet unter extremer Hitze / Foto: CRISTINA QUICLER - AFP

Große Teile Südeuropas haben am Dienstag weiter unter einer Hitzewelle gelitten, die von Waldbränden und Gesundheitswarnungen begleitet wurde. Spanien und Italien riefen örtlich Hitze-Alarm aus. In Frankreich wurden mehrere lokale Temperaturrekorde gebrochen. In Griechenland kündigten Mitarbeiter der Akropolis und anderer antiker Stätten wegen der Hitze Arbeitsniederlegungen an.

Textgröße ändern:

In den spanischen Regionen Katalonien und Aragonien sowie auf den Balearen gilt seit Dienstag die höchste Alarmstufe. In der Hauptstadt Madrid klagte die 27-jährige Lidia Rodriguez: "Man kann sich nicht auf der Straße aufhalten, es ist furchtbar."

Es ist bereits die dritte Hitzewelle in Spanien in diesem Jahr - und zugleich die intensivste. Temperaturen erreichten am Dienstag in der Stadt Figueres im Nordosten des Landes 45,3 Grad Celsius, wie der staatliche Wetterdienst Aemet mitteilte. Auf den Balearen wurden demnach 43,7 Grad Celsius gemessen. Laut Aemet waren die ersten 17 Tage des Julis die drittwärmsten in Spanien nach 2015 und 2022.

Das Innenministerium warnte wegen der mit der Hitze einhergehenden Trockenheit vor einer "sehr hohen bis extremen" Waldbrandgefahr im ganzen Land, insbesondere aber auf der Kanareninsel La Palma. Dort kämpft die Feuerwehr bereits seit Samstag gegen einen großen Waldbrand.

Nach Angaben der Behörden von La Palma verbrannten bisher fast 3500 Hektar Land, rund 4000 Menschen mussten vorübergehend ihre Häuser verlassen. Wegen der schlechten Luftqualität riefen die Behörden die Einwohner mehrerer Orte auf, ihre Aktivitäten im Freien zu reduzieren und Schutzmasken zu tragen.

Der staatliche französische Wetterdienst meldete für den Wintersportort Alpe d'Huez in einer Höhe von 1860 Metern den Rekordwert von 29,5 Grad Celsius. In Verdun, am Fuß der Pyrenäen, wurde erstmals eine Temperatur von 40,6 Grad Celsius gemessen. In sieben Départements gilt die zweithöchste Hitzewarnstufe, am Mittwoch sollen drei weitere Départements hinzukommen.

Die UN-Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erklärte, beim Trend zu Hitzewellen gebe es "keine Anzeichen eines Rückgangs". WMO-Hitzeberater John Nairn sagte in Genf, die Welt müsse sich künftig "auf intensivere Hitzewellen vorbereiten".

Auch in Italien wurde wegen hoher Temperaturen für 20 Städte Hitze-Alarm ausgegeben, darunter Neapel und Venedig. Auf den Inseln Sardinien und Sizilien könnte der europäische Temperaturrekord von 48,8 Grad Celsius eingestellt werden, der im August 2021 auf Sizilien erreicht wurde. In einem Sommerferienlager für Kinder an Sardiniens Ostküste wurden alle Sportaktivitäten verboten.

Das Sicherheitspersonal der Akropolis in Athen und anderer archäologischer Sehenswürdigkeiten in Griechenland kündigte Arbeitsniederlegungen an. Weil die Mitarbeiter in den vergangenen Tagen unter den "extremen" Bedingungen gelitten hätten, würden sie von Donnerstag bis Sonntag für jeweils vier Stunden nicht arbeiten, erklärte die Gewerkschaft Peyfa.

Der Zugang zur Akropolis war in den vergangenen Tagen bereits von den Behörden beschränkt worden. Die Maßnahmen wurden am Montag angesichts sinkender Temperaturen aufgehoben. Ab Donnerstag ist eine weitere Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 44 Grad Celsius vorhergesagt.

Nach Angaben von Robert Vautard vom französischen Klimainstitut Pierre-Simon Laplace handelt es sich bei den Hitzewellen "nicht um ein einzelnes Phänomen, sondern um viele, die gleichzeitig auftreten". Sie alle würden jedoch "von einem Faktor verstärkt: dem Klimawandel".

In Griechenland kämpften Feuerwehrleute zudem noch gegen mehrere Brände in der Nähe Athens. Am heftigsten wütete am Dienstag ein Großbrand im Waldgebiet von Dervenohoria rund 50 Kilometer nördlich der griechischen Hauptstadt. Doch auch im Strandgebiet südlich von Athen, wo zahlreiche Einwohner am Vorabend ihre Häuser verlassen mussten, brannte es weiter - ebenso wie in der Nähe des Kurorts Loutraki bei Korinth. Feuerwehrsprecher Yannis Artopios sprach von einem "schwierigen Tag".

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Papst Leo XIV. sichert Missbrauchsopfern bei Treffen seinen Einsatz zu

Papst Leo XIV. hat Opfern sexueller Gewalt in der Kirche seinen Einsatz zugesagt, um weitere Fälle zu verhindern. Der Papst wolle mit ihnen zusammenarbeiten und "alles tun, damit das Unrecht, das sie erlitten haben, sich für andere nicht wiederholt", teilte der Vatikan am Sonntagabend mit.

Papst kritisiert Sterbehilfe: "Nicht alles, was legal ist, ist moralisch"

Papst Leo XIV. hat die in Frankreich vor kurzem legalisierte Sterbehilfe scharf kritisiert. "Es ist unmöglich, das Herbeiführen des Todes als normal anzusehen", sagte der Papst am Sonntag bei einer Begegnung mit kranken und behinderten Menschen im Pilgerort Lourdes. "Nicht alles, was legal ist, ist auch moralisch vertretbar", fügte er hinzu. Die Medizin dürfe sich niemals zum Gehilfen eines programmierten Todes machen.

Reisebus kommt von Autobahn ab: Zwei Tote und mehrere Schwerverletzte in Bayern

Bei einem Unfall mit einem Reisebus auf der Autobahn 96 in Oberbayern sind zwei Passagiere getötet und mehrere weitere schwer verletzt worden. Das mit 35 Menschen besetzte Fahrzeug kam am Sonntagmorgen bei Landsberg am Lech von der Autobahn ab und kippte auf die Seite, wie die Polizei in Ingolstadt mitteilte. Gegen den 40-jährigen Busfahrer wurde ein Verfahren wegen des Verdachts fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr eingeleitet.

Tödliche Attacke auf Frau in Hessen: Ehemann nach Großfahndung gefasst

Im hessischen Obertshausen ist eine 51-Jährige bei einer mutmaßlich von ihrem Ehemann verübten Attacke tödlich verletzt worden. Einsatzkräfte nahmen den zunächst flüchtigen 57-Jährigen noch in der Nacht zu Sonntag nach einer Großfahndung im nahegelegenen Klein-Krotzenburg fest, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Offenbach mitteilten. Er leistete demnach keinen Widerstand.

Textgröße ändern: