Pallade Veneta - Mediziner beobachten vermehrt Fälle von lebensbedrohlicher Pilzvergiftung

Mediziner beobachten vermehrt Fälle von lebensbedrohlicher Pilzvergiftung


Mediziner beobachten vermehrt Fälle von lebensbedrohlicher Pilzvergiftung
Mediziner beobachten vermehrt Fälle von lebensbedrohlicher Pilzvergiftung / Foto: JEAN-FRANCOIS MONIER - AFP/Archiv

Mediziner beobachten derzeit vermehrt Fälle von lebensbedrohlichen Pilzvergiftungen. Nach Angaben der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) vom Mittwoch wurden dort seit Anfang August bereits sechs Menschen mit Pilzvergiftungen auf der Intensivstation behandelt. Eine der Personen starb, bei einer weiteren muss möglicherweise die Leber transplantiert werden.

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Für die Vergiftungsfälle verantwortlich ist vor allem der Knollenblätterpilz, einer der giftigsten Pilze in Deutschland. Sein Gift wirkt erst mehrere Stunden nach dem Verzehr und wurde dann bereits im ganzen Körper aufgenommen. Zunächst treten Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf – ähnlich einer Magen-Darm-Infektion. Nach ein bis zwei Tagen kommt es zur Schädigung der Leber, die von Blutgerinnungs- und Nierenfunktionsstörungen begleitet werden kann.

Die meisten der betroffenen Patientinnen und Patienten stammen nach Angaben der MHH aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion und des Mittleren Ostens, wo der Knollenblätterpilz vermutlich weniger verbreitet ist und hierzulande nun oft aus Unkenntnis gesammelt wird. Auch Apps oder Pilzbücher schützten nicht vor Verwechselung. Beim Verdacht einer Pilzvergiftung sollte dringend der Notarzt gerufen werden. Zur Erleichterung der Diagnose sollten Pilzreste und Erbrochenes aufgehoben werden.

Der grüne Knollenblätterpilz wächst zwischen August und Oktober in Laub- und Laubmischwäldern. Zu erkennen ist er an einem drei bis 15 Zentimeter breiten Hut, der glockig bis schirmartig ausgebreitet ist. An der Unterseite befinden sich weiße Lamellen. Die Farbe des Giftpilzes ist grün, grün-gelb oder weiß. Verwechslungsgefahr besteht mit Champignons oder Täublingen. Dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR) werden von Ärzten jedes Jahr durchschnittlich zehn Pilzvergiftungen gemeldet.

I.Saccomanno--PV

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