Pallade Veneta - Thailands Ex-Regierungschef Thaksin bei Rückkehr aus Exil inhaftiert

Thailands Ex-Regierungschef Thaksin bei Rückkehr aus Exil inhaftiert


Thailands Ex-Regierungschef Thaksin bei Rückkehr aus Exil inhaftiert
Thailands Ex-Regierungschef Thaksin bei Rückkehr aus Exil inhaftiert / Foto: Manan VATSYAYANA - AFP

Nach 15 Jahren im selbstgewählten Exil ist der frühere Regierungschef von Thailand, Thaksin Shinawatra, in sein Heimatland zurückgekehrt und dort umgehend inhaftiert worden. Der Milliardär landete am Dienstagmorgen in einem Privatjet auf dem Flughafen Don Mueang, wo er von hunderten Anhängern begrüßt wurde. Anschließend wurde er zum Obersten Gericht gebracht, wo gegen ihn wegen drei Verurteilungen, die in seiner Abwesenheit ergangen waren, acht Jahre Haft angeordnet wurden. Zunächst war noch unklar, wie lange Thaksin im Gefängnis bleiben muss.

Textgröße ändern:

Die Justizvollzugsbehörde erklärte, Thaksin sei wegen gesundheitlicher Probleme wie Herz- und Lungenbeschwerden im Gefängnis isoliert worden. Seine Familie werde ihn nach fünf Tagen besuchen können.

Auf die Frage zu einer möglichen königlichen Begnadigung sagte der stellvertretende Direktor der Behörde, Sithi Suthiwong, der Prozess dauere "etwa ein bis zwei Monate, wenn die Dokumente ausreichen". Wichtige Verfahrensbeteiligte könnten das königliche Begnadigungsverfahren beantragen. "Wir werden es an den Justizminister übergeben und der Ministerpräsident leitet es an den Geheimen Rat weiter."

Die bevorstehende Rückkehr an die Macht der mit seiner Familie verbundenen Partei Pheu Thai könnte Thaksin Hoffnung auf eine Anpassung oder Verringerung seiner Strafe machen.

Gegen Thaksin liefen mehrere Strafverfahren, die er als politisch motiviert ansieht. Als Widersacher des pro-militärischen und royalistischen Establishments in Thailand übt der 74-jährige Medienunternehmer, der das Land von 2001 bis 2006 regierte und dann vom Militär gestürzt wurde, immer noch großen Einfluss auf die Politik in dem Königreich aus. Ab 2008 lebte Thaksin im selbstgewählten Exil, die meiste Zeit davon in Dubai. Doch polarisierte er mit seinem Unterstützern der "Rothemden" gegen die "Gelbhemden" (Monarchisten) seit über zwanzig Jahren das Land.

Unterdessen präsentierte Thaksins Partei Pheu Thai offiziell Srettha Thavisin für die Abstimmung im Parlament als Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten. Das Parlament stimmt am Dienstag erneut über die Ernennung eines neuen Regierungschefs ab. Die Pheu-Thai-Partei hofft dabei auf die Bestätigung des Wirtschaftsmagnaten Srettha.

Bei der Wahl im Mai hatten die Bürger einem Jahrzehnt der militärgestützten Regierungen in Thailand eine deutliche Absage erteilt. Die progressive Partei MFP von Pita Limjaroenrat gewann deutlich, doch vor allem die vom Militär ernannten Senatoren blockierten Pitas Ernennung zum Regierungschef im Parlament. Später übernahm die zweitplatzierte Pheu Thai die Bildung eines Regierungsbündnisses, dem seit Montag eine weitere Armee-nahe Partei angehört.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Tödliche Attacke auf Frau in Hessen: Ehemann nach Großfahndung gefasst

Im hessischen Obertshausen ist eine 51-Jährige bei einer mutmaßlich von ihrem Ehemann verübten Attacke tödlich verletzt worden. Einsatzkräfte nahmen den zunächst flüchtigen 57-Jährigen noch in der Nacht zu Sonntag nach einer Großfahndung im nahegelegenen Klein-Krotzenburg fest, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Offenbach mitteilten. Er leistete demnach keinen Widerstand.

Papst Leo XIV. in Frankreich: Große Messen und Gespräch mit Missbrauchsopfern

Messfeiern im Großformat und persönliche Treffen mit Missbrauchsopfern: Papst Leo XIV. hat bei seinem Besuch in Frankreich viel Zuspruch erhalten und zugleich Missstände innerhalb der katholischen Kirche thematisiert. Nach einem begeisterten Empfang des Papstes in Paris, wo am Samstag 800.000 Menschen zu einer Messe auf der Place de la Concorde und den Champs-Elysées kamen, sprach Leo XIV. am Sonntag im Pilgerort Lourdes die "schmerzhafte Wunde" des Missbrauchs in Pfarreien und katholischen Schulen an.

Papst Leo XIV. feiert Messe unter freiem Himmel in Lourdes

Am dritten Tag seiner Frankreich-Reise feiert Papst Leo XIV. im Pilgerort Lourdes erneut eine große Messe unter freiem Himmel. Seit dem frühen Morgen strömten Gläubige zu dem Platz vor dem Marienheiligtum, wo der Altar unter einem Zelt aufgebaut war. Bei seiner Ankunft im Papamobil wurde Leo XIV. mit Beifall begrüßt. Die Organisatoren rechneten mit 150.000 Teilnehmern. An der Messe am Vortag in Paris hatten 800.000 Menschen teilgenommen, deutlich mehr als erwartet.

Reisebus kommt von Autobahn ab: Zwei Tote und acht Schwerverletzte in Bayern

Bei einem Unfall mit einem Reisebus auf der Autobahn 96 in Oberbayern sind am Sonntag zwei Passagiere getötet und acht weitere schwer verletzt worden. Der mit rund 50 Menschen besetzte Bus kam bei Landsberg am Lech von der Autobahn ab und kippte auf die Seite, wie die Polizei in Ingolstadt mitteilte. Er war demnach auf der Fahrt vom schweizerischen Zürich ins italienische Mailand. An Bord waren philippinische Staatsbürger.

Textgröße ändern: