Pallade Veneta - Kryptounternehmer Bankman-Fried schuldig gesprochen - Bis zu 110 Jahre Haft

Kryptounternehmer Bankman-Fried schuldig gesprochen - Bis zu 110 Jahre Haft


Kryptounternehmer Bankman-Fried schuldig gesprochen - Bis zu 110 Jahre Haft
Kryptounternehmer Bankman-Fried schuldig gesprochen - Bis zu 110 Jahre Haft / Foto: ANGELA WEISS - AFP

Der ehemalige Kryptounternehmer Sam Bankman-Fried muss voraussichtlich ins Gefängnis - eventuell für Jahrzehnte. Ein New Yorker Schwurgericht traf seine Entscheidung am Donnerstag nach nur fünfstündiger Beratung und befand den 31-Jährigen in allen Anklagepunkten für schuldig. Der als SBF bekannte Gründer der Pleite gegangenen Kryptowährungsplattform FTX veruntreute demnach Kundengelder in Milliardenhöhe. Ihm drohen bis zu 110 Jahre Gefängnis, das Strafmaß soll Ende März verkündet werden.

Textgröße ändern:

Bankman-Fried habe "eine der größten Finanzbetrügereien in der amerikanischen Geschichte begangen", erklärte Staatsanwalt Damian Williams. Es sei um Milliarden von Dollar gegangen, die ihn zum "König der Kryptowährung" machen sollten. "Die Kryptowährungsbranche mag neu sein, Akteure wie SBF mögen neu sein, aber diese Art von Betrug, diese Art von Korruption ist so alt wie die Zeit."

Bankman-Frieds Anwalt Mark Cohen zeigte sich "sehr enttäuscht" von der Entscheidung. Sein Mandant bleibe dabei, "dass er unschuldig ist und wird die gegen ihn erhobenen Anklagen weiterhin energisch anfechten", versicherte der Verteidiger. Bankman-Fried hatte in dem Anfang Oktober gestarteten Prozess "Fehler" eingeräumt, aber jeden Betrug von sich gewiesen.

Die damals weltweit zweitgrößte Kryptobörse FTX war vor einem Jahr Pleite gegangen, was ein Beben in der Krypto-Welt auslöste. Bankman-Fried hatte zuvor wie kein anderer den Aufstieg von Kryptowährungen hin zu einer vermeintlich seriösen Investition verkörpert.

Sein Geschäftskonstrukt brach jedoch zusammen, als bekannt wurde, dass FTX Kundengelder teilweise nutzte, um den ebenfalls von ihm gegründeten Krypto-Investmentfonds Alameda Research zu stützen. Anleger zogen in Panik ihr Geld ab, was zur Pleite von FTX führte. Am Ende fehlten rund 8,7 Milliarden Dollar.

Die Hauptzeugin in dem Prozess war Bankman-Frieds Ex-Freundin Caroline Ellison, die er als Chefin bei Alameda Research eingesetzt hatte. Sie sagte aus, dass sie und Bankman-Fried rund 14 Milliarden Dollar (rund 13,3 Milliarden Euro) an FTX-Kundengeldern veruntreut hätten. Er habe sie damals angewiesen, "diese Verbrechen zu begehen".

Bankman-Fried soll die Kundengelder bei hochriskanten Investitionen verloren, für politische Spenden genutzt und für Luxusimmobilien auf den Bahamas verwendet haben. Er wurde nach der Pleite von FTX auf den Bahamas festgenommen, wo das Unternehmen seinen Sitz hatte, und an die USA ausgeliefert.

Die Verteidigung stellte Bankman-Fried als unerfahrenen Jungunternehmer dar, der in "gutem Glauben" gehandelt habe und von den Umständen und der finanziellen Unfähigkeit enger Mitarbeiter überrumpelt worden sei. US-Staatsanwältin Danielle Sassoon entgegnete, SBF sei ein ehrgeiziger und intelligenter, aber auch von Gier getriebener Menschen, der "die Arroganz hatte zu glauben, dass er mit dem Betrug davonkommen würde".

US-Justizminister Merrick Garland gab nach der Urteilsverkündung eine Erklärung ab, in der er den Staatsanwälten und der US-Bundespolizei FBI für ihre "herausragende Arbeit" dankte. "Dieser Fall sollte eine klare Botschaft an jeden senden, der versucht, seine Verbrechen hinter einer glänzenden neuen Sache zu verstecken, von der er behauptet, dass niemand sonst schlau genug ist, sie zu verstehen."

O.Merendino--PV

Empfohlen

Toter in Grundstückseinfahrt in Bayern entdeckt - Kriminalpolizei ermittelt

Im bayerischen Seefeld ist ein 66-Jähriger tot in seiner Grundstückseinfahrt entdeckt worden - nun ermittelt die Kriminalpolizei. Wie am Samstag die Polizei in Ingolstadt mitteilte, wurde der Tote am Freitagmorgen kurz vor sieben Uhr gemeldet. Er befand sich demnach in der Einfahrt neben seinem Auto. Den ersten Erkenntnissen zufolge bestehen "konkrete Anhaltspunkte für eine Fremdeinwirkung".

Sechs Tote bei Wohnhaus-Explosion in Athen - Vier US-Touristen unter den Opfern

Bei der Explosion eines Wohnhauses im Zentrum von Athen sind mindestens sechs Menschen getötet worden, darunter vier Touristen aus den USA. Bei den beiden weiteren Opfern handele es sich um einen Briten und seine griechische Ehefrau, berichtete am Samstag das griechische Staatsfernsehen. Die Explosion hatte sich am Freitagmorgen im Stadtteil Plaka direkt unterhalb der berühmten Akropolis ereignet, sie wurde offenbar durch ein Gasleck ausgelöst.

Nach Explosion in Athen Leichen von zwei US-Touristen aus Trümmern geborgen

Nach der Explosion in einem Wohnhaus in der Altstadt von Athen haben Helfer die Leichen eines Touristenpaars aus den USA aus den Trümmern geborgen. Die US-Bürger hätten eine Wohnung im ersten Stock des Gebäudes gemietet gehabt, berichteten die griechischen Rettungskräfte am Samstag. Die Behörden wollten sich zunächst nicht zur Identität der Todesopfer äußern. Ersten Erkenntnissen zufolge war die Explosion durch ein Gasleck verursacht worden.

Hunderttausende strömen in Paris zur Freiluft-Messe mit Papst Leo XIV.

Hunderttausende Menschen sind am Samstag in Paris zu einer Freiluft-Messe mit Papst Leo XIV. geströmt. Schon mehrere Stunden vor Beginn der Veranstaltung versammelten sich unzählige Menschen in der französischen Hauptstadt auf den Champs-Elysées. Leo XIV. will am Nachmittag im Papamobil die berühmte Prachtstraße hinunterfahren - und dann auf dem Place de la Concorde eine Messe feiern. Erwartet werden insgesamt rund 600.000 Menschen.

Textgröße ändern: