Pallade Veneta - Bestürzung nach Schändung jüdischer Gräber auf deutschem Soldatenfriedhof in Frankreich

Bestürzung nach Schändung jüdischer Gräber auf deutschem Soldatenfriedhof in Frankreich


Bestürzung nach Schändung jüdischer Gräber auf deutschem Soldatenfriedhof in Frankreich
Bestürzung nach Schändung jüdischer Gräber auf deutschem Soldatenfriedhof in Frankreich / Foto: JULIEN DE ROSA - AFP/Archiv

Die Schändung zehn jüdischer Gräber auf einem deutschen Soldatenfriedhof in Frankreich hat Bestürzung ausgelöst. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der die Gräber deutscher Kriegstoter betreut, verurteilte die Tat aufs Schärfste. Es sei das erste Mal, dass so etwas auf einem deutschen Soldatenfriedhof passiere, sagte Alexandre de Bordelius vom Volksbund am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. 2018 und 2019 waren mehrfach Gräber auf jüdischen Friedhöfen im Elsass geschändet worden.

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Auf dem deutschen Soldatenfriedhof im nordfranzösischen Moulin-sous-Touvent waren am Mittwoch zehn geschändete jüdische Gräber entdeckt worden. Die Grabsteine deutscher Soldaten des Ersten Weltkriegs waren teils zerbrochen, umgeworfen oder mehrere Meter weit von den Grabstätten entfernt worden. "Die jüdischen Gräber waren nicht in einem eigenen Bereich, sondern auf dem Friedhof verteilt", erklärte de Bordelius. Insgesamt sind 1903 deutsche Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg dort bestattet.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zeigte sich "zutiefst schockiert". "Solche Hasstaten lassen sich nicht rechtfertigen", sagte er am Mittwochabend am Rande seines Staatsbesuchs in der Schweiz. Er bekräftigte seinen Aufruf, "gegen alle Formen von Antisemitismus zu kämpfen". Dies sei ein "Gift, das unsere Einheit in Gefahr bringe", fügte er hinzu.

Die Bürgermeisterin des Ortes, Anne Brocvielle, geht davon aus, dass die Täter gut vorbereitet waren. "Sie waren offensichtlich voller Wut", sagte sie dem Sender BFM. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits am Vortag Ermittlungen aufgenommen.

Nach Angaben des Volksbunds war der Friedhof 1920 von den französischen Behörden angelegt worden, um deutsche Kriegstote aus verstreut liegenden Feldgräbern aufzunehmen. Moulin-sous-Touvent und die umliegenden Ortschaften gehörten demnach zu den Gebieten, die im ersten wie im letzten Kriegsjahr besonders heftig umkämpft waren. Die meisten der dort Bestatteten starben während der großen Schlachten und zahlreichen Gefechte 1918.

An der Gestaltung des Friedhofs hatten sich Ende der 60er Jahre jugendliche Freiwillige unter anderem aus Bremen beteiligt. Alle Toten sind in Einzelgräbern bestattet, nur sechs von ihnen blieben namenlos. Nach 1971 waren die Holzkreuze durch Metallkreuze ersetzt worden. Die zehn jüdischen Soldaten erhielten je eine Stele aus Naturstein, auf denen auf Hebräisch steht "Hier ruht begraben...".

Nach Angaben des Innenministeriums wurden seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas Anfang Oktober mehr als 1500 antisemitische Delikte in Frankreich registriert. Dies sind mehr als dreimal so viele wie im gesamten Vorjahr. Etwa die Hälfte davon sind Schmierereien von Parolen oder Hakenkreuzen, zwei Prozent betreffen Gewalttaten und Verletzungen. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn in Frankreich rund 1800 antisemitische Taten verzeichnet.

E.M.Filippelli--PV

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