Pallade Veneta - BKA: Deutlich mehr antisemitische Straftaten seit Beginn von Nahost-Konflikt

BKA: Deutlich mehr antisemitische Straftaten seit Beginn von Nahost-Konflikt


BKA: Deutlich mehr antisemitische Straftaten seit Beginn von Nahost-Konflikt
BKA: Deutlich mehr antisemitische Straftaten seit Beginn von Nahost-Konflikt / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Die Zahl der antisemitisch motivierten Straftaten in Deutschland ist seit dem Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel deutlich gestiegen. Seit dem 7. Oktober seien dem Bundeskriminalamt (BKA) 680 antisemitische Straftaten gemeldet worden, sagte BKA-Präsident Holger Münch am Donnerstag bei der Herbsttagung seiner Behörde in Wiesbaden. Davon stünden mehr als 550 im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt. Diese Zahl liege deutlich über dem Durchschnittswert.

Textgröße ändern:

Insgesamt seien dem BKA 3744 Straftaten im Zusammenhang mit der Eskalation gemeldet worden. "Davon sind mehr als 460 Gewaltdelikte", sagte Münch. Die Ereignisse im Nahen Osten hätten unmittelbaren Einfluss auf das Radikalisierungsgeschehen in Deutschland. Das Eskalationspotenzial sei hoch, warnte Münch.

Auch im Internet seien mehr Straftaten festgestellt worden. Seit Oktober seien über 300 relevante Meldungen über Hasskommentare mit Bezug zum Konflikt eingegangen. Die Hälfte der Meldungen habe einen antisemitischen Hintergrund.

Die Fallzahlen im Bereich ausländischer beziehungsweise religiöser Ideologie seien allein im Oktober mehr als dreimal so hoch wie die Summe alle erfassten Delikte zwischen Januar und September. Auch die Zahl antisemitischer Straftaten mit einem rechtsextremen Hintergrund sei gestiegen.

Münch sagte weiter, da auch deutsche Staatsbürger von den Angriffen der Hamas betroffen seien, ermittle das BKA im Auftrag des Generalbundesanwalts gegen unbekannte Hamas-Mitglieder wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland, Mordes und Geiselnahme.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) warnte bei der Tagung davor, dass die islamistische Szene in Deutschland versuche, die Eskalation für ihre Zwecke zu nutzen. Jüdisches Leben zu schützen, sei Teil der Staatsräson, bekräftigte sie.

Faeser setzte in ihrer Rede einen weiteren Schwerpunkt auf die Zunahme der Gewaltkriminalität in der Gesellschaft insgesamt. "Die Gesellschaft ist leider gewalttätiger geworden", sagte sie in Wiesbaden. Im ersten Halbjahr 2023 sei die Zahl der entsprechenden Straftaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,8 Prozent gestiegen. Die Zahl der Straftaten insgesamt sei in dem Zeitraum um elf Prozent gestiegen.

P.Colombo--PV

Empfohlen

Social-Media-Sucht: Tiktok wendet Prozess in USA durch 100-Millionen-Vergleich ab

Die Videoplattform Tiktok hat mit einem Vergleich einen für Montag geplanten Prozess im US-Bundesstaat Alabama wegen mutmaßlich mangelhaften Schutzes Minderjähriger vor Social-Media-Sucht abgewendet. Wie Generalstaatsanwalt Steve Marshall am Freitag (Ortszeit) mitteilte, soll das Unternehmen im Rahmen der Einigung mindestens 100 Millionen Dollar zahlen und die tägliche Nutzungszeit für junge Nutzer auf zwei Stunden begrenzen.

Social-Media-Sucht: Tiktok in den USA ab Montag erstmals vor Gericht

Die Videoplattform Tiktok soll sich ab Montag erstmals vor einem US-Gericht verantworten. Bei dem Verfahren in Montgomery im Bundesstaat Alabama geht es um den Vorwurf, Tiktok schütze Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Social-Media-Sucht. Ähnliche geplante Gerichtsprozesse - unter anderem in Los Angeles - hatte Tiktok mit außergerichtlichen Vergleichen abgewendet.

US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten

Im Konflikt mit dem US-Verteidigungsministerium um seine Einstufung als "Sicherheitsrisiko" hat das US-Unternehmen Anthropic eine juristische Niederlage erlitten. Ein US-Berufungsgericht in Washington bestätigte am Freitag die Maßnahmen gegen das Unternehmen durch das Pentagon. Zwar habe Anthropic nicht in böser Absicht gehandelt. In den USA obliege es aber dem "Präsidenten und dem Verteidigungsminister, zu entscheiden, wie die Risiken gegeneinander abgewogen werden", fügte Richter Gregory Katsas hinzu.

Papst Leo XIV. grüßt von Papamobil aus Menschenmengen in Paris

Papst Leo XIV. hat von seinem Papamobil aus jubelnde Menschenmengen in der französischen Hauptstadt Paris gegrüßt. Nach einer rund zweieinhalb Kilometer langen Fahrt zwischen dem Viertel Montparnasse und dem Place Saint-Michel kam der Pontifex am Freitagnachmittag an der Kathedrale Notre-Dame an, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Leo XIV. ist der erste Papst, der das Pariser Wahrzeichen seit seiner Wiedereröffnung im Dezember 2024 nach dem verheerenden Brand besucht.

Textgröße ändern: