Pallade Veneta - Durchsuchungen in Reichsbürgerszene wegen unerlaubter Bankgeschäfte

Durchsuchungen in Reichsbürgerszene wegen unerlaubter Bankgeschäfte


Durchsuchungen in Reichsbürgerszene wegen unerlaubter Bankgeschäfte
Durchsuchungen in Reichsbürgerszene wegen unerlaubter Bankgeschäfte / Foto: INA FASSBENDER - AFP/Archiv

Wegen unerlaubter Bank- und Versicherungsgeschäfte sind Ermittler zu einer Großrazzia gegen Mitglieder der Reichsbürgerszene in mehreren Bundesländern ausgerückt. Seit Mittwochmorgen würden zehn Objekte des sogenannten Königreichs Deutschland durchsucht, teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in Bonn mit. Die Staatsanwaltschaft Dresden sprach zunächst von acht Objekten in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Hessen.

Textgröße ändern:

Das Ermittlungsverfahren richtet sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen neun Beschuldigte im Alter von 34 bis 73 Jahren. Acht davon sollen eine Krankenkasse gegründet und seit mindestens 2021 betrieben haben, ohne über die dazu erforderliche aufsichtsrechtliche Genehmigung zu verfügen. Drei der Beschuldigten sollen zudem unerlaubte Bankgeschäfte betrieben haben. Einem Beschuldigten wird Beihilfe vorgeworfen.

Die Durchsuchungen wurden von Experten der Deutschen Bundesbank, dem Landeskriminalamt Sachsen sowie Bereitschaftspolizeien Sachsens und des Bundes und der örtlichen Polizei unterstützt. Ziel ist es der Bafin zufolge, das Ausmaß der unerlaubten Geschäfte sowie die Verbindungen und Netzwerke der Reichsbürger-Vereinigung aufzuklären.

Schon seit Jahren hat die Bundesanstalt den hinter dem Königreich Deutschland stehenden Hauptbeschuldigten im Visier. Dabei handelt es sich um den selbsternannten König von Deutschland, Peter Fitzek. Fitzek hatte 2012 ein eigenes "Königreich" ausgerufen und sich sogar krönen lassen. Er stand bereits mehrfach vor Gericht und saß auch schon unter anderem wegen unzulässiger Versicherungsgeschäfte im Gefängnis.

Das sogenannte Königreich Deutschland gilt als einer der größten Zusammenschlüsse der Reichsbürgerszene und breitet sich von Sachsen-Anhalt auch in andere Bundesländer - vornehmlich im Osten - aus. Ziel des Fantasiestaats ist es, ein von der Bundesrepublik Deutschland unabhängiges Staatswesen zu errichten. Fitzek verspricht unter anderem ein steuerfreies Wirtschaftssystem sowie ein zinsfreies Geldsystem und versuchte, eine eigene "Gesundheitskasse" aufzubauen.

Seit einiger Zeit versucht die Reichsbürgergruppe, unter anderem in Sachsen Immobilien zu kaufen, um "Gemeinwohldörfer" zu errichten. Die Gruppe um Fitzek steht in mehreren Bundesländern im Fokus des Verfassungsschutzes.

Obwohl die Bafin Fitzek die unerlaubten Geschäfte mehrfach untersagte, setzte dieser seine Geschäfte trotz verwaltungsrechtlicher Zwangsmaßnahmen, einer Verurteilung wegen unerlaubter Versicherungsgeschäfte und der zwangsweisen Schließung von "Repräsentanzen" seiner vermeintlichen Krankenkasse durch die Behörde im Februar 2023 fort.

Die illegalen Bank- und Versicherungsgeschäfte des sogenannten Königreichs Deutschland seien Straftaten, die mit Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet werden können, erklärte die Bafin.

D.Vanacore--PV

Empfohlen

Social-Media-Sucht: Tiktok wendet Prozess in USA durch 100-Millionen-Vergleich ab

Die Videoplattform Tiktok hat mit einem Vergleich einen für Montag geplanten Prozess im US-Bundesstaat Alabama wegen mutmaßlich mangelhaften Schutzes Minderjähriger vor Social-Media-Sucht abgewendet. Wie Generalstaatsanwalt Steve Marshall am Freitag (Ortszeit) mitteilte, soll das Unternehmen im Rahmen der Einigung mindestens 100 Millionen Dollar zahlen und die tägliche Nutzungszeit für junge Nutzer auf zwei Stunden begrenzen.

Social-Media-Sucht: Tiktok in den USA ab Montag erstmals vor Gericht

Die Videoplattform Tiktok soll sich ab Montag erstmals vor einem US-Gericht verantworten. Bei dem Verfahren in Montgomery im Bundesstaat Alabama geht es um den Vorwurf, Tiktok schütze Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Social-Media-Sucht. Ähnliche geplante Gerichtsprozesse - unter anderem in Los Angeles - hatte Tiktok mit außergerichtlichen Vergleichen abgewendet.

US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten

Im Konflikt mit dem US-Verteidigungsministerium um seine Einstufung als "Sicherheitsrisiko" hat das US-Unternehmen Anthropic eine juristische Niederlage erlitten. Ein US-Berufungsgericht in Washington bestätigte am Freitag die Maßnahmen gegen das Unternehmen durch das Pentagon. Zwar habe Anthropic nicht in böser Absicht gehandelt. In den USA obliege es aber dem "Präsidenten und dem Verteidigungsminister, zu entscheiden, wie die Risiken gegeneinander abgewogen werden", fügte Richter Gregory Katsas hinzu.

Papst Leo XIV. grüßt von Papamobil aus Menschenmengen in Paris

Papst Leo XIV. hat von seinem Papamobil aus jubelnde Menschenmengen in der französischen Hauptstadt Paris gegrüßt. Nach einer rund zweieinhalb Kilometer langen Fahrt zwischen dem Viertel Montparnasse und dem Place Saint-Michel kam der Pontifex am Freitagnachmittag an der Kathedrale Notre-Dame an, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Leo XIV. ist der erste Papst, der das Pariser Wahrzeichen seit seiner Wiedereröffnung im Dezember 2024 nach dem verheerenden Brand besucht.

Textgröße ändern: