Pallade Veneta - Depardieu stellt nach massivem Druck Ehrenlegion-Titel zur Verfügung

Depardieu stellt nach massivem Druck Ehrenlegion-Titel zur Verfügung


Depardieu stellt nach massivem Druck Ehrenlegion-Titel zur Verfügung
Depardieu stellt nach massivem Druck Ehrenlegion-Titel zur Verfügung / Foto: ANNE-CHRISTINE POUJOULAT - AFP

Nach den jüngsten Veröffentlichungen über sexistische Äußerungen des der Vergewaltigung beschuldigten französischen Filmstars Gérard Depardieu sieht sich der 74-Jährige erneut massiver Kritik ausgesetzt. Der Schauspieler stellte seine Mitgliedschaft in der französischen Ehrenlegion "zur Verfügung", nachdem Kultusministerin Rima Abdul Malak ein Disziplinarverfahren des Ordens gegen Depardieu angekündigt hatte. Seine Familie beklagte zugleich am Sonntag eine "beispiellose Verschwörung" gegen Depardieu.

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In einem in der Zeitung "Journal du Dimanche" veröffentlichten Brief sprachen mehrere Familienmitglieder von einer "kollektiven Wut" gegen Depardieu. "Natürlich sind wir oft von Gérards Äußerungen schockiert", gestanden die Familienmitglieder, darunter auch seine Tochter, die Schauspielerin Julie Depardieu, zugleich ein. "Privat, im Kreise seiner Kinder, ist er ein äußerst bescheidener, feinfühliger und sogar prüder Mensch", betonten sie.

Depardieus Anwälte kritisierten ihrerseits die Äußerungen von Kultusministerin Abdul Malak, der sie "einen weiteren Schlag gegen die ohnehin schon sterbende Unschuldsvermutung" vorwarfen.

Die Ministerin hatte am Freitag ein Disziplinarverfahren des Ordens der Ehrenlegion gegen den Schauspieler angekündigt und dessen Verhalten gegenüber Frauen als "Schande für Frankreich" bezeichnet. Gegen Depardieu läuft seit Ende 2020 ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigungsvorwürfen. Die Schauspielerin Charlotte Arnould wirft dem Schauspieler vor, sie 2018 im Alter von 22 Jahren in seiner Pariser Wohnung zwei Mal vergewaltigt zu haben.

In der vergangenen Woche hatte zudem die Schauspielerin Hélène Darras den Kollegen wegen sexueller Übergriffe bei Dreharbeiten 2007 angezeigt. Depardieu weist sämtliche Vorwürfe zurück. Zahlreiche weitere Frauen haben Depardieu in der Vergangenheit sexuelle Übergriffe vorgeworfen, erstatteten bislang jedoch keine Anzeige.

Die Aufnahme in die Ehrenlegion ist die höchste Auszeichnung, die in Frankreich verliehen wird. Depardieu war 1996 vom damaligen Präsidenten Jacques Chirac aufgenommen worden. Der Kodex der Ehrenlegion sieht vor, dass ein "gegen die Ehre verstoßendes Verhalten" mit einer Rüge, einer Aussetzung der Mitgliedschaft oder einem Ausschluss geahndet werden kann.

Ministerin Abdul Malak zeigte sich mit Blick auf einen kürzlich ausgestrahlten Dokumentarfilm "angewidert" von Depardieus respektlosem und sexistischem Umgang mit Frauen. In der Dokumentation ist der Schauspieler zu sehen, wie er auf einer Drehreise in Nordkorea zahlreiche vulgäre Kommentare zu seiner jungen Übersetzerin macht. "Ich wiege 124 Kilo, mit Erektion 126", sagt er beispielsweise. Über ein etwa zehn Jahre altes Mädchen auf einem Pferd sagt er: "Wenn es galoppiert, dann bekommt sie einen Orgasmus."

Die belgische Gemeinde Estaimpuis entzog Depardieu als Reaktion auf den Fernsehbeitrag die Ehrenbürgerschaft. Zuvor hatte bereits die kanadische Provinz Québec dem Schauspieler die Auszeichnung als Ritter des Ordens von Québec aberkannt.

Depardieus Anwälte nannten die Sendung "umstritten und anfechtbar". Diese habe "Bilder ausstrahlt, die in der Sphäre des Intimen und Privaten aufgenommen wurden".

Depardieu ist einer der bekanntesten französischen Schauspieler. Er arbeitete mit den bekanntesten Regisseuren und Schauspielerinnen Frankreichs zusammen und kommt auf mehr als 200 Filme. Darin verkörperte er den wortgewandten Cyrano de Bergerac ebenso wie einen abgehalfterten Schlagersänger, einen Schlachthofarbeiter, einen Alzheimer-Patienten und Obelix.

E.M.Filippelli--PV

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