Pallade Veneta - Fortdauernde Kämpfe im Gazastreifen zu Beginn des Ramadan

Fortdauernde Kämpfe im Gazastreifen zu Beginn des Ramadan


Fortdauernde Kämpfe im Gazastreifen zu Beginn des Ramadan
Fortdauernde Kämpfe im Gazastreifen zu Beginn des Ramadan / Foto: SAID KHATIB - AFP

Ohne Aussicht auf eine rasche Feuerpause im Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas hat am Montag im Gazastreifen der muslimische Fastenmonat Ramadan begonnen. Saudi-Arabiens König Salman rief die internationale Gemeinschaft auf, den "abscheulichen Verbrechen" im Gazastreifen ein Ende zu setzen. Beide Kriegsparteien meldeten derweil neue Gefechte: Die israelische Armee erklärte, 15 islamistische Kämpfer getötet zu haben. Die Hamas-Behörden sprachen von dutzenden Bombenangriffen auf verschiedene Regionen des Gazastreifens.

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"Während wir in diesem Jahr den Beginn des Ramadan erleben, sind unsere Herzen voller Trauer über das anhaltende Leiden unserer palästinensischen Brüder, die einer unerbittlichen Aggression ausgesetzt sind", erklärte der saudiarabische König Salman. "Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, um diesen abscheulichen Verbrechen ein Ende zu setzen und die Einrichtung sicherer humanitärer Korridore und Hilfskorridore zu gewährleisten."

In Washington äußerte sich US-Präsident Joe Biden, der wegen seiner entschiedenen Unterstützung Israels zunehmend kritisiert wird, zum Beginn des Ramadan. Dieser komme in diesem Jahr zu einem Zeitpunkt des "immensen Schmerzes". Wenn sich in den kommenden Tagen und Wochen Muslime auf der ganzen Welt zum Fastenbrechen versammeln, werde "das Leid des palästinensischen Volkes" für viele im Vordergrund stehen, auch für ihn.

Angesichts der verzweifelten Lage der Menschen im Gazastreifen hatte Biden Israels Vorgehen zuletzt offen kritisiert. "Meiner Meinung nach schadet er Israel mehr, als dass er dem Land hilft", sagte er mit Blick auf den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Dieser wies die Kritik zurück. "Wenn der US-Präsident damit meint, dass ich eine Privatpolitik gegen den Wunsch der Mehrheit der Israelis verfolge und das Israels Interessen schadet, dann liegt er in beiden Punkten falsch", sagte Netanjahu der "Bild"-Zeitung, Welt TV und "Politico". Seine Politik werde von einer "überwältigenden Mehrheit" der Israelis unterstützt.

Die Vermittler USA, Ägypten und Katar hatten erfolglos versucht, vor dem Ramadan eine Einigung über eine Feuerpause und eine Geiselfreilassung herbeizuführen.

Hamas-Anführer Ismail Hanija erklärte nun: "Ich sage ganz klar, dass der Besatzer (Israel) die Verantwortung dafür trägt, dass es zu keiner Einigung kommt, aber ich sage, dass wir offen für weitere Verhandlungen sind, in welcher Form auch immer."

Israel sei aber weiterhin nicht bereit, die Forderungen der Hamas zu erfüllen. Hanija bekräftigte die Forderungen der Palästinenserorganisation nach einen dauerhaften Waffenstillstand, einem vollständigen Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen sowie der Rückkehr der Binnenvertriebenen in ihre Häuser. Sollte Israel dies zusagen, sei die Hamas bereit, "nach vorne zu schauen und Flexibilität beim Austausch (von Geiseln und Gefangenen) zu zeigen", sagte Hanija.

Israel lehnt die Forderungen der Hamas ab und kritisiert zudem die bislang nicht erfolgte Übergabe einer Liste noch lebender Geiseln durch die Hamas. Die israelische Regierung hatte erklärt, die Hamas versteife sich auf ihre Haltung "wie jemand, der nicht an einer Einigung interessiert ist", und versuche, die Stimmung in der Region während des Ramadan weiter anzuheizen.

Ausgelöst worden war der Krieg im Gazastreifen durch den brutalen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober, bei dem nach israelischen Angaben etwa 1160 Menschen getötet sowie rund 250 als Geiseln verschleppt wurden.

Israel geht seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, bisher mehr als 31.100 Menschen getötet.

Die Kämpfe dauerten auch am Montag an. Die israelische Armee teilte mit, bei gezielten Angriffen auch für "terroristische Aktivitäten" genutzte Häuser in der Stadt Chan Junis ins Visier genommen zu haben.

Die Hamas-Behörden erklärte, es habe außer in Chan Junis unter anderem auch Angriffe in der ebenfalls im Süden gelegenen Stadt Rafah und der Stadt Gaza im Norden des Küstenstreifens gegeben. Innerhalb von 24 Stunden seien 67 Menschen getötet worden, hieß es vom von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium.

A.Rispoli--PV

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