Pallade Veneta - Wegen Vergewaltigung verurteilter Robinho in Brasilien inhaftiert

Wegen Vergewaltigung verurteilter Robinho in Brasilien inhaftiert


Wegen Vergewaltigung verurteilter Robinho in Brasilien inhaftiert
Wegen Vergewaltigung verurteilter Robinho in Brasilien inhaftiert / Foto: DOUGLAS MAGNO - AFP/Archiv

Nach seiner Verurteilung wegen einer Gruppenvergewaltigung in Italien ist der ehemalige Fußballstar Robinho in seinem Heimatland Brasilien inhaftiert worden. Die Bundespolizei in der südöstlichen Stadt Santos teilte am Donnerstagabend (Ortszeit) mit, dass Beamte einen Haftbefehl gegen den 40-Jährigen vollstreckt hätten. Er war von der italienischen Justiz in Abwesenheit zu neun Jahren Haft verurteilt worden und mit seinem Einspruch gegen die Inhaftierung in letzter Minute gescheitert.

Textgröße ändern:

Robson de Souza werde einer Untersuchung unterzogen und dem Strafvollzug zugeführt, teilte die Bundespolizei der Nachrichtenagentur AFP unter Verwendung von Robinhos bürgerlichem Namen mit. Die Sendergruppe Globo veröffentlichte ein kurzes Video von Robinho in einer Polizeiwache. Wie ein Bundespolizist vor Journalisten sagte, sollte der Ex-Fußballstar in ein Gefängnis in Tremembé rund 150 Kilometer südöstlich von São Paulo gebracht werden.

Kurz zuvor hatte Robinho noch in seinem Heimatland Berufung gegen eine Gerichtsentscheidung vom Mittwoch eingelegt, wonach er seine in Italien in Abwesenheit verhängte neunjährige Haftstrafe wegen Gruppenvergewaltigung in Brasilien verbüßen und die Haft "sofort" beginnen müsse.

Die Verteidigung kämpfte dafür, dass der Ex-Fußballstar so lange auf freiem Fuß bleibt, bis er all seine Möglichkeiten ausgeschöpft habe, juristisch gegen seine Inhaftierung vorzugehen. Ein Gericht lehnte den Antrag Robinhos jedoch ab.

Der frühere brasilianische Fußball-Nationalspieler war 2017 von der italienischen Justiz schuldig gesprochen worden, im Januar 2013 mit fünf weiteren Männern eine ihren 23. Geburtstag feiernde Frau in einem Mailänder Nachtclub vergewaltigt zu haben. Damals spielte Robinho beim AC Mailand. Italiens Oberstes Gericht bestätigte das Urteil im Januar 2022. Robinho wies die Anschuldigungen zurück und war nach dem Vorfall in sein Heimatland zurückgekehrt.

Italien stellte einen internationalen Haftbefehl für Robinho aus. Brasilien liefert seine Staatsangehörigen jedoch nicht aus. Italien forderte daher, dass der 40-Jährige seine Strafe stattdessen in seinem Heimatland verbüßt.

Vor ein paar Jahren hatte der brasilianische Sender Globo Sports Auszüge aus einer Aufnahme veröffentlicht, mit der die italienische Staatsanwaltschaft demnach ihre Klage untermauerte. Darin sagte Robinho demnach zu dem Vergewaltigungsvorwurf: "Ich lache darüber, weil es mir egal ist. Diese Frau war völlig betrunken. Sie weiß nicht einmal, was passiert ist."

Derzeit sorgt auch ein Vergewaltigungsurteil gegen den früheren brasilianischen Fußballstar Dani Alves für Schlagzeilen. Ein Gericht in Barcelona hatte am Mittwoch entschieden, den 40-Jährigen gegen eine Kaution von einer Million Euro vorläufig aus der Haft zu entlassen. Der frühere Spieler des spanischen Top-Clubs FC Barcelona war 2022 wegen Vergewaltigung einer Frau in einem Club in Barcelona zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Seine Anwälte haben Berufung dagegen eingelegt.

Die Präsidentin des brasilianischen Traditionsvereins Palmeiras, Leila Pereira, kritisierte am Donnerstag das Schweigen der Fußballwelt zu den Vergewaltigungsurteilen gegen Alves und Robinho. "Niemand sagt etwas", sagte sie der brasilianischen Nachrichten-Website UOL. Dies sei ein "Schlag ins Gesicht aller Frauen". "Jeder Fall von Straflosigkeit legt den Samen für das nächste Verbrechen", warnte die Vereinschefin.

Der brasilianische Fußballverband CBF hat sich bislang nicht zu den Fällen Robinho und Alves geäußert. Auch frühere Mannschaftskameraden und ihre früheren Clubs wie Real Madrid und Paris Saint-Germain blieben stumm.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Reporter von CNN, MS NOW und Politico weiter ohne Zugang zum Weißen Haus

Journalisten der US-Sender CNN und MS NOW und der Plattform Politico haben weiter keinen Zugang zum Weißen Haus - obwohl ein US-Bundesgericht das von Präsident Donald Trump verhängte Hausverbot vorerst aufgehoben hat. Die Medien erklärten, ihren Reportern sei am Donnerstag der Eintritt ins Weiße Haus verweigert worden. Die Journalisten wollten über den Staatsbesuch von Chinas Präsident Xi Jinping berichten.

Heftiger Streit um Erbe von Dolly Parton kurz nach ihrem Tod

Knapp einen Monat nach dem Tod von Country-Legende Dolly Parton ist zwischen ihrem langjährigen Manager und ihrem Neffen ein heftiger Streit um das millionenschwere Erbe ausgebrochen. Eine Richterin erließ am Mittwoch (Ortszeit) auf Antrag von Partons langjährigem Manager und Nachlassverwalter eine einstweilige Verfügung gegen Partons Neffen Bryan Seaver. Vorangegangen waren laut Gerichtsunterlagen Drohungen des Neffen.

13-Jähriger in Hamburg als mutmaßlicher Auftragsmörder festgenommen

In Hamburg hat die Polizei einen 13 Jahre alten Jungen als mutmaßlichen Auftragsmörder festgenommen. Auf Grundlage bisheriger Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, "dass das Kind zuvor den Auftrag erhalten hatte", jemanden in Hamburg zu töten, wie eine Sprecherin der Behörde am Donnerstag mitteilte. Der aus den Niederlanden stammende Junge wurde demnach schon im Juni im Stadtteil St. Pauli festgenommen.

JVA Gablingen: Landgericht Augsburg lässt Anklage wegen Gefangenenmisshandlung zu

Im Fall der mutmaßlichen Misshandlung von Gefangenen in der bayerischen Justizvollzugsanstalt (JVA) Augsburg-Gablingen hat das Landgericht Augsburg die Anklage der Staatsanwaltschaft unverändert zur Hauptverhandlung zugelassen. Ein Termin für den Prozessbeginn stehe noch nicht fest, der Vorsitzende Richter stimme den Zeitplan mit den Verfahrensbeteiligten ab, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Angeklagt sind die ehemalige Leiterin und die ehemalige stellvertretende Leiterin des Gefängnisses sowie elf Mitglieder der sogenannten Sicherungsgruppe.

Textgröße ändern: