Pallade Veneta - Überforderte Richterin hortete Akten in Keller: Geringere Strafe verhängt

Überforderte Richterin hortete Akten in Keller: Geringere Strafe verhängt


Überforderte Richterin hortete Akten in Keller: Geringere Strafe verhängt
Überforderte Richterin hortete Akten in Keller: Geringere Strafe verhängt / Foto: LOIC VENANCE - AFP/Archiv

Eine Richterin, die Verfahrensunterlagen manipulierte und Akten unbearbeitet in ihrem Keller lagerte, ist auch in einem zweiten Prozess zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Allerdings fiel das Strafmaß mit zwei Jahren und zehn Monaten geringer aus als beim ersten Urteil, wie eine Sprecherin des Landgerichts im nordrhein-westfälischen Hagen am Montag mitteilte. In einem ersten Urteil war sie zu drei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden.

Textgröße ändern:

Die 39-Jährige war in einem Amtsgericht für Straf- und Bußgeldverfahren sowie für Familiensachen zuständig. Als sie im Frühjahr 2018 merkte, dass sie ein von ihr erlassenes Urteil nicht zu den Akten gebracht und damit nicht rechtswirksam dokumentiert hatte, verschleierte sie dies durch eine Manipulation des Verhandlungsprotokolls.

Andere Strafurteile brachte sie gar nicht zu den Akten oder täuschte die fristgerechte Absetzung vor. Zudem verweigerte sie die Bearbeitung einiger Verfahren in Familiensachen und deponierte stattdessen die Akten im Keller ihrer Wohnung.

Im ersten Verfahren gab die Richterin an, sich an die Vorfälle überwiegend nicht erinnern zu können. Ihr Therapeut sei von einer "Arbeitsblockade" ausgegangen, ausgelöst durch die Erwartung, allem gerecht werden zu müssen.

Das Landgericht Hagen verurteilte sie 2021 unter anderem wegen Rechtsbeugung und Urkundenfälschung. Der Bundesgerichtshof bestätigte im Juni 2023 den Schuldspruch, sah in sechs von insgesamt zehn Fällen aber nicht "aktives Tun", sondern lediglich Unterlassen als Grundlage. Daher musste das Landgericht Hagen nun erneut urteilen.

H.Ercolani--PV

Empfohlen

Streit um Erbe von Dolly Parton zwischen Manager und Neffen entbrannt

Nur wenige Wochen nach dem Tod der Country-Musik-Legende Dolly Parton ist zwischen ihrem ehemaligen Manager und ihrem Neffen ein Streit um das millionenschwere Erbe ausgebrochen. Wie am Mittwoch bekannt wurde, beantragte Partons langjähriger Manager Danny Nozell eine einstweilige Verfügung gegen ihren Neffen Bryan Seaver, dem er eine "eskalierende Drohkampagne" vorwarf, um Geld aus den Unternehmen der verstorbenen Sängerin zu erpressen.

Anwältin: In Russland inhaftierte Regisseurin Berkowitsch auf 42 Kilo abgemagert

Die in Russland inhaftierte Theaterregisseurin und Kriegsgegnerin Jewgenija Berkowitsch ist nach Angaben ihrer Anwältin im Gefängnis auf 42 Kilogramm abgemagert. "Sie ist wieder in eine Strafzelle gesteckt worden", sagte Ksenia Karpinskaja der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Ihren Angaben zufolge ist es das dritte Mal, dass die 41-Jährige in Isolationshaft musste.

Linke in der Defensive: Massive Kritik im Bundestag wegen Antisemitismus-Verdacht

Wenige Tage nach ihrem Wahlsieg in Berlin ist die Linkspartei wegen Clan-Kontakten und Antisemitismus-Vorwürfen in die Defensive geraten. In einer Aktuellen Stunde im Bundestag erhoben am Mittwoch Abgeordnete aller anderen Fraktionen schwere Vorwürfe. Union, SPD, Grüne und AfD warfen der Linken eine mangelnde Abgrenzung zu Antisemiten vor und warnten vor einer Unterwanderung durch die Organisierte Kriminalität. Die Linke wertete die Kritik als Manöver, sie nach dem Wahlsieg von der Übernahme der Landesregierung in Berlin abzuhalten.

Sexueller Missbrauch: Ex-Hollywood-Produzent Weinstein zu 15 Jahren Haft verurteilt

Der frühere Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ist wegen sexueller Übergriffe auf eine Produktionsassistentin zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das New Yorker Gericht bliebt damit am Mittwoch hinter der Forderung der Staatsanwaltschaft von 20 Jahren Haft zurück. Geschworene hatten den heute 74-jährigen Weinstein vor gut einem Jahr schuldig gesprochen, seine Assistentin Miriam Haley im Jahr 2006 missbraucht zu haben. Nun wurde das Strafmaß verkündet.

Textgröße ändern: