Pallade Veneta - Prozess gegen Alec Baldwin: Verteidigung stellt Ermittlungen der Polizei infrage

Prozess gegen Alec Baldwin: Verteidigung stellt Ermittlungen der Polizei infrage


Prozess gegen Alec Baldwin: Verteidigung stellt Ermittlungen der Polizei infrage
Prozess gegen Alec Baldwin: Verteidigung stellt Ermittlungen der Polizei infrage / Foto: Ramsay de Give - POOL/AFP

Am zweiten Tag des Prozesses gegen US-Schauspieler Alec Baldwin wegen eines tödlichen Schusses auf eine Kamerafrau haben dessen Anwälte der Polizei Nachlässigkeit bei den Ermittlungen vorgeworfen. "Ist es nicht so, dass Sie die Sache einfach nur hinter sich bringen wollten, damit sich die Staatsanwälte auf Alec Baldwin konzentrieren können?", fragte Baldwins Anwalt Alex Spiro die Kriminaltechnikerin Marissa Poppell am Donnerstag (Ortszeit).

Textgröße ändern:

Dem Anwalt zufolge hat die Polizei nicht gründlich genug ermittelt und beispielsweise nie herausgefunden, wie scharfe Munition, die bei Dreharbeiten verboten ist, auf das Set des Western "Rust" gelangen konnte. Anstatt nach der "Quelle der tödlichen Kugel" zu forschen, hätten sich die Ermittler "auf Herrn Baldwin konzentriert", kritisierte Spiro.

Poppel wies den Vorwurf zurück. Die Polizei habe gewissenhaft "jede einzelne Schachtel" Munition am Tatort sowie in der Firma des Waffenlieferanten Seth Kenney geöffnet, erklärte sie im Zeugenstand. Auf drängende Nachfragen Spiros sagte sie jedoch schließlich, die Untersuchung sei von "angemessener" Qualität gewesen.

Neben der Kugel, die die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins bei dem Vorfall im Oktober 2021 tötete, wurde laut der Polizeiexpertin weitere scharfe Munition im Requisitenwagen sowie in den Patronengürteln Baldwins und eines weiteren Schauspielers gefunden. Ihrer Meinung nach deutet vieles darauf hin, dass die Munition durch die Waffenmeisterin des Films, Hannah Gutierrez-Reed, dorthin gelangt war. Dies wurde jedoch nie eindeutig nachgewiesen.

Gutierrez-Reed war im April wegen fahrlässiger Tötung zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Diese Höchststrafe droht auch dem wegen fahrlässiger Tötung angeklagten Baldwin.

Die Kamerafrau war bei dem Dreh durch eine Kugel aus einem von ihm gehaltenen Revolver tödlich getroffen worden. Durch dieselbe Kugel wurde der Regisseur Joel Souza verletzt. Der 66-jährige Baldwin betont seine Unschuld und beteuert, den Abzug der Waffe nicht betätigt zu haben. Der Prozess soll voraussichtlich am Freitag kommender Woche abgeschlossen werden, danach beginnen die Beratungen der Geschworenen.

B.Cretella--PV

Empfohlen

Besuch von Papst Leo in Frankreich: Friedensbotschaft für Europa

Es ist der erste Staatsbesuch eines Papstes in Frankreich seit 18 Jahren: Papst Leo XIV. wird vom 25. bis 28. September in Paris, Lourdes und Metz erwartet. Der Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche, das französische Sterbehilfe-Gesetz und eine politische Friedensbotschaft im Beisein europäischer Staats- und Regierungschefs prägen das Programm. Zur Messe auf der Pariser Place de la Concorde werden 600.000 Menschen erwartet.

Nach Tod von 15-Jährigem in Nordrhein-Westfalen: Tatverdächtige stellen sich

Nach dem Tod eines 15-Jährigen durch Messerstiche bei einer privaten Feier im nordrhein-westfälischen Marsberg haben sich die beiden gesuchten Tatverdächtigen am Dienstag der Polizei gestellt. Die nach früheren Angaben 22 und 23 Jahre alten Männer sollen am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden, wie die Polizei in Dortmund und die Staatsanwaltschaft Arnsberg mitteilten. Beide waren per Öffentlichkeitsfahndung gesucht worden.

Drohnenfund in Niedersachsen: Womöglich Sprengstoff in der Nähe entdeckt

Nach dem versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen rückt eine in der vergangenen Woche in Niedersachsen gefundene Drohne in den Fokus der Ermittler. Die Bundesanwaltschaft prüft bereits einen möglichen Zusammenhang zum Leipziger Vorfall. Jetzt zeigen Recherchen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR, dass Beamte Tage später nur wenige Meter von der Fundstelle entfernt auf verdächtiges Material stießen. Sie gehen derzeit davon aus, dass es sich um Sprengstoff handelt, wie der Rechercheverbund am Dienstag unter Berufung auf Sicherheitskreisen berichtete.

Österreichischer Investor Benko erneut verurteilt: Haftstrafe um sechs Monate erhöht

Der österreichische Investor René Benko ist in einem neu aufgerollten Prozess erneut wegen Betrugs verurteilt worden. Eine Schöffenkammer des Landgerichts Innsbruck sprach den 49-Jährigen am Dienstag wegen Schädigung seiner Gläubiger schuldig und erhöhte seine Haftstrafe von zwei auf zweieinhalb Jahre, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA mitteilte. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Textgröße ändern: