Pallade Veneta - Pakistanische Regierung strebt Verbot der Partei von Ex-Premier Khan an

Pakistanische Regierung strebt Verbot der Partei von Ex-Premier Khan an


Pakistanische Regierung strebt Verbot der Partei von Ex-Premier Khan an
Pakistanische Regierung strebt Verbot der Partei von Ex-Premier Khan an / Foto: Aamir QURESHI - AFP/Archiv

Nach zwei Gerichtsentscheidungen zugunsten des inhaftierten ehemaligen pakistanischen Premierministers Imran Khan hat die Regierung in Islamabad ein Verbotsverfahren gegen dessen Partei angekündigt. Die Regierung werde vor dem Obersten Gerichtshof ein Verbot der Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI) beantragen, sagte Informationsminister Attaullah Tarar am Montag vor Journalisten. Die Regierung werde in diesem Fall "keine Mühen scheuen", fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Am Samstag war ein Urteil wegen illegaler Heirat gegen den ehemaligen Cricket-Star Khan gekippt worden. Zudem hatte der Oberste Gerichtshof seiner Partei mehr Parlamentssitze zugesprochen, wodurch die PTI künftig die meisten Sitze in der Nationalversammlung haben wird. Beide Entscheidungen wurden als große Rückschläge für die Regierung von Premierminister Shehbaz Sharif gewertet.

Ein PTI-Sprecher sprach hinsichtlich des von der Regierung angestrebten Verbots seiner Partei von einem "Anzeichen für Panik". Die Regierung habe erkannt, "dass die Gerichte nicht bedroht und unter Druck gesetzt werden können", erklärte er. Die pakistanische Menschenrechtskommission sprach von einem "enormen Schlag gegen die demokratischen Normen". Das angestrebte Parteiverbot wirke wie eine "politische Verzweiflungstat".

Der ehemalige Cricket-Star Khan war von 2018 bis 2022 pakistanischer Regierungschef, bevor er durch ein Misstrauensvotum abgesetzt wurde.

Nur Tage vor der pakistanischen Parlamentswahl im Februar wurde Khan dreifach verurteilt. Er selbst gibt an, dass die Fälle orchestriert worden seien, um ihn von der Rückkehr an die Macht abzuhalten.

Alle drei Urteile wurden inzwischen in der Berufung zumindest teilweise gekippt. Eine Verurteilung zu einem Jahrzehnt Haft wurde bereits im April aufgehoben, zudem wurde eine 14-jährige Gefängnisstrafe wegen Bestechung im Juni ausgesetzt, auch wenn das Urteil weiter Bestand hat.

Khan und seine Frau Bushra Bibi hatten zudem sieben Jahre Gefängnis auferlegt bekommen, weil sie beschuldigt wurden, zu früh nach Bibis Scheidung geheiratet und so gegen islamisches Recht verstoßen zu haben. Doch das Gericht in Islamabad hob dieses Urteil am Wochenende auf.

Der nach wie vor in weiten Teilen der Bevölkerung beliebte Khan bleibt jedoch im Gefängnis. Die PTI teilte mit, dass ein Gericht im östlichen Lahore seine Festnahme bewilligt habe, weil Khan in drei Fällen im Mai 2023 zu Unruhen aufgerufen haben soll.

A.Fallone--PV

Empfohlen

Besuch von Papst Leo in Frankreich: Friedensbotschaft für Europa

Es ist der erste Staatsbesuch eines Papstes in Frankreich seit 18 Jahren: Papst Leo XIV. wird vom 25. bis 28. September in Paris, Lourdes und Metz erwartet. Der Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche, das französische Sterbehilfe-Gesetz und eine politische Friedensbotschaft im Beisein europäischer Staats- und Regierungschefs prägen das Programm. Zur Messe auf der Pariser Place de la Concorde werden 600.000 Menschen erwartet.

Nach Tod von 15-Jährigem in Nordrhein-Westfalen: Tatverdächtige stellen sich

Nach dem Tod eines 15-Jährigen durch Messerstiche bei einer privaten Feier im nordrhein-westfälischen Marsberg haben sich die beiden gesuchten Tatverdächtigen am Dienstag der Polizei gestellt. Die nach früheren Angaben 22 und 23 Jahre alten Männer sollen am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden, wie die Polizei in Dortmund und die Staatsanwaltschaft Arnsberg mitteilten. Beide waren per Öffentlichkeitsfahndung gesucht worden.

Drohnenfund in Niedersachsen: Womöglich Sprengstoff in der Nähe entdeckt

Nach dem versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen rückt eine in der vergangenen Woche in Niedersachsen gefundene Drohne in den Fokus der Ermittler. Die Bundesanwaltschaft prüft bereits einen möglichen Zusammenhang zum Leipziger Vorfall. Jetzt zeigen Recherchen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR, dass Beamte Tage später nur wenige Meter von der Fundstelle entfernt auf verdächtiges Material stießen. Sie gehen derzeit davon aus, dass es sich um Sprengstoff handelt, wie der Rechercheverbund am Dienstag unter Berufung auf Sicherheitskreisen berichtete.

Österreichischer Investor Benko erneut verurteilt: Haftstrafe um sechs Monate erhöht

Der österreichische Investor René Benko ist in einem neu aufgerollten Prozess erneut wegen Betrugs verurteilt worden. Eine Schöffenkammer des Landgerichts Innsbruck sprach den 49-Jährigen am Dienstag wegen Schädigung seiner Gläubiger schuldig und erhöhte seine Haftstrafe von zwei auf zweieinhalb Jahre, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA mitteilte. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Textgröße ändern: