Pallade Veneta - Zweieinhalb Jahre Haft für Verantwortliche von Zugunglück in Spanien von 2013

Zweieinhalb Jahre Haft für Verantwortliche von Zugunglück in Spanien von 2013


Zweieinhalb Jahre Haft für Verantwortliche von Zugunglück in Spanien von 2013
Zweieinhalb Jahre Haft für Verantwortliche von Zugunglück in Spanien von 2013 / Foto: Oscar CORRAL - AFP/Archiv

Elf Jahre nach einem der schlimmsten Zugunglücke Spaniens mit 80 Toten sind der Zugführer und ein ehemaliger Sicherheitschef wegen fahrlässiger Tötung zu jeweils zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. "Beide Angeklagten haben nach Ansicht der Richterin gegen die durch ihre Stellung auferlegte Sorgfaltspflicht verstoßen", hieß es in dem am Freitag vorgelegten Urteil. Die Männer hätten die Zugreisenden dadurch in Gefahr gebracht.

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Bei dem Unglück am 24. Juli 2013 war ein Hochgeschwindigkeitszug aus Madrid nahe dem Pilgerort Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens in einer scharfen Kurve entgleist und gegen eine Begrenzungsmauer gekracht. Es war das schlimmste Zugunglück in Spanien seit fast acht Jahrzehnten.

Das Gericht erteilte dem Zugführer Franciso Garzón und dem ehemaligen Sicherheitsdirektor des Schienennetzbetreibers, Andrés Cortabitarte, zudem für viereinhalb Jahre Berufsverbot. Zusätzlich wurden sie zu Entschädigungszahlungen in Höhe von 25 Millionen Euro verurteilt, die von den Versicherungen ihrer Arbeitgeber geleistet werden.

Garzón und Cortabitarte waren nach Überzeugung des Gerichts für 79 Todesfälle direkt verantwortlich. Der Tod des 80. Opfers, das bei dem Unglück verletzt worden worden war und erst Monate nach dem Unglück an einer Krankheit starb, wurde ihnen nicht zu Last gelegt. Stattdessen wurde der 80. Tote vom Gericht zu den mehr als 140 Verletzten der Entgleisung gezählt. Anspruch auf eine Entschädigung bestehe trotzdem.

Untersuchungen zufolge war der Zug mit 179 Stundenkilometern unterwegs und damit mehr als doppelt so schnell als erlaubt. Demnach hatte der Zugführer kurz vor der Entgleisung per Handy mit dem technischen Kontrolleur des Zuges telefoniert.

Garzon habe grundlegendste Vorsichtsmaßnahmen missachtet, indem er den Anruf annahm, hieß es in dem Urteil. Dies habe dazu geführt, dass er die Notbremse des Zuges vier Sekunden zu spät betätigte. Der Zugführer hatte sich vor Gericht unter Tränen bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt, verwies aber auch auf das Fehlen eines automatischen Bremssystems.

Cortabitarte war vorgeworfen worden, die Risiken der Unfallkurve nicht untersucht zu haben. Vor Gericht hatte er angegeben, die Gleise, auf denen sich der Unfall ereignete, seien "zu 100 Prozent sicher". Dies hatte den Zorn der Angehörigen ausgelöst. Cortabitarte war beleidigt und geschlagen worden. Der Prozess mit 600 Zeugen und Expertenanhörungen war bereits im Juli 2023 zu Ende gegangen.

F.Abruzzese--PV

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