Pallade Veneta - Mehr als drei Jahre Haft für Arzt wegen Verschreibens von Drogen in Mannheim

Mehr als drei Jahre Haft für Arzt wegen Verschreibens von Drogen in Mannheim


Mehr als drei Jahre Haft für Arzt wegen Verschreibens von Drogen in Mannheim
Mehr als drei Jahre Haft für Arzt wegen Verschreibens von Drogen in Mannheim / Foto: ANNEGRET HILSE - POOL/AFP/Archiv

Wegen unberechtigter Betäubungsmittelverschreibungen in dutzenden Fällen ist ein Arzt vom Landgericht im baden-württembergischen Mannheim zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Angeklagte soll wegen Besitzes, Einfuhr und Verschreibens von Betäubungsmitteln für insgesamt drei Jahre und neun Monate in Haft, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte. Zudem wurde ein zweijähriges Berufsverbot gegen ihn verhängt. Vom Vorwurf des illegalen Verschreibens von medizinischem Cannabis wurde er hingegen freigesprochen.

Textgröße ändern:

Die Strafkammer entschied demnach, dass der 50-jährige Mediziner zwei Opioide in fast 90 Fällen an Patienten verschrieb. Die Rezepte für diese Schmerzmittel seien in einigen Fällen medizinisch nicht angezeigt gewesen, in anderen Fällen sei die Verschreibung ohne regelmäßige ärztliche Überprüfung erfolgt. Konkret handelte es sich dabei um Fentanyl und Levomethadon.

Verurteilt wurde der Arzt zudem wegen Drogenbesitzes - unter anderem wurden in seiner Praxis MDMA, besser bekannt als Ecstasy, sowie LSD und Kokain gefunden. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen den Arzt eine Freiheitsstrafe von insgesamt vier Jahren und zehn Monaten, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren beantragt.

Von dem Vorwurf, er habe Patienten in zahlreichen Fällen illegal medizinisches Cannabis verschrieben, wurde der Mediziner freigesprochen. Unter anderem hätte dem Mediziner nicht nachgewiesen werden können, dass die Verschreibungen medizinisch nicht angezeigt waren, erklärte der Gerichtssprecher weiter. Eine in diesem Zusammenhang wegen Beihilfe angeklagte Angestellte des Arztes wurde ebenfalls freigesprochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Arzt vorgeworfen, er habe 2019 damit begonnen, Menschen in seiner Praxis in Weinheim gegen Bezahlung Rezepte etwa für medizinisches Cannabis auszustellen und dafür unzutreffende ärztliche Diagnosebescheinigungen ausgestellt zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft setzte der Beschuldigte seine ärztliche Tätigkeit und die unerlaubte Betäubungsmittelabgabe auch fort, nachdem ihm im Oktober 2022 bereits rechtskräftig die Approbation entzogen worden war.

Seit 2017 kann Cannabis in Deutschland als sogenannte Einzelfallalternative für Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs verschrieben werden. Neben cannabishaltigen Fertigarzneimitteln sind bei entsprechenden Indikation unter anderem Cannabisblüten in pharmazeutischer Qualität verfügbar und können per Rezept über Apotheken bezogen werden.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Besuch von Papst Leo in Frankreich: Friedensbotschaft für Europa

Es ist der erste Staatsbesuch eines Papstes in Frankreich seit 18 Jahren: Papst Leo XIV. wird vom 25. bis 28. September in Paris, Lourdes und Metz erwartet. Der Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche, das französische Sterbehilfe-Gesetz und eine politische Friedensbotschaft im Beisein europäischer Staats- und Regierungschefs prägen das Programm. Zur Messe auf der Pariser Place de la Concorde werden 600.000 Menschen erwartet.

Nach Tod von 15-Jährigem in Nordrhein-Westfalen: Tatverdächtige stellen sich

Nach dem Tod eines 15-Jährigen durch Messerstiche bei einer privaten Feier im nordrhein-westfälischen Marsberg haben sich die beiden gesuchten Tatverdächtigen am Dienstag der Polizei gestellt. Die nach früheren Angaben 22 und 23 Jahre alten Männer sollen am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden, wie die Polizei in Dortmund und die Staatsanwaltschaft Arnsberg mitteilten. Beide waren per Öffentlichkeitsfahndung gesucht worden.

Drohnenfund in Niedersachsen: Womöglich Sprengstoff in der Nähe entdeckt

Nach dem versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen rückt eine in der vergangenen Woche in Niedersachsen gefundene Drohne in den Fokus der Ermittler. Die Bundesanwaltschaft prüft bereits einen möglichen Zusammenhang zum Leipziger Vorfall. Jetzt zeigen Recherchen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR, dass Beamte Tage später nur wenige Meter von der Fundstelle entfernt auf verdächtiges Material stießen. Sie gehen derzeit davon aus, dass es sich um Sprengstoff handelt, wie der Rechercheverbund am Dienstag unter Berufung auf Sicherheitskreisen berichtete.

Österreichischer Investor Benko erneut verurteilt: Haftstrafe um sechs Monate erhöht

Der österreichische Investor René Benko ist in einem neu aufgerollten Prozess erneut wegen Betrugs verurteilt worden. Eine Schöffenkammer des Landgerichts Innsbruck sprach den 49-Jährigen am Dienstag wegen Schädigung seiner Gläubiger schuldig und erhöhte seine Haftstrafe von zwei auf zweieinhalb Jahre, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA mitteilte. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Textgröße ändern: