Pallade Veneta - Berufungsverfahren um umstrittenes Interview von Boateng in Berlin begonnen

Berufungsverfahren um umstrittenes Interview von Boateng in Berlin begonnen


Berufungsverfahren um umstrittenes Interview von Boateng in Berlin begonnen
Berufungsverfahren um umstrittenes Interview von Boateng in Berlin begonnen / Foto: Michaela STACHE - AFP/Archiv

Vor dem Kammergericht Berlin hat am Donnerstag das Berufungsverfahren wegen umstrittener Interviewäußerungen des Fußballweltmeisters Jérôme Boateng über seine Ex-Freundin begonnen. Die Mutter des Models war mit einer Unterlassungsklage gegen die Aussagen in einem Interview vorgegangen, das Boateng kurz vor dem Tod der durch einen Suizid ums Leben gekommenen jungen Frau 2021 gegeben hatte. Das Landgericht Berlin hatte dem nur in Teilen stattgegeben, woraufhin die Mutter Berufung einlegte.

Textgröße ändern:

Die Mutter argumentiert, dass durch das Interview der postmortale Achtungsanspruch ihrer Tochter verletzt wurde, weil ihr unter anderem Straftaten vorgeworfen werden. In dem Interview hatte der Fußballer seiner Ex-Freundin unter anderem vorgeworfen, dass sie ihn zu der Beziehung gezwungen habe. Die Mutter war gegen insgesamt sechs Aussagen vorgegangen, das Landgericht untersagte aber nur eine davon. Das Interview ist mittlerweile nicht mehr online verfügbar.

Der Senat gab während der Berufungsverhandlung am Donnerstag zu verstehen, dass er die Aussagen zwar als verletzend bewerte, sie aber keine "schwerwiegende Entstellung" darstellten. Damit sei das Maß für die Verletzung des postmortalen Achtungsanspruchs nicht gegeben, sagte Richter Oliver Elzer. Allerdings gebe es hierzu kein Gesetz, der Senat müsse sich also an bisheriger Rechtssprechung orientieren.

Wie im Zivilrecht üblich schlug der Senat den Parteien einen Vergleich vor. Dieser sähe vor, dass Boateng eine sogenannte strafbewehrte Unterlassungserklärung abgäbe. Damit würde er sich verpflichten, die Aussagen aus dem Interview nicht mehr zu wiederholen und müsste im Falle eine Zuwiderhandlung eine Vertragsstrafe zahlen.

Ob die Parteien den Vergleich annehmen, war am Donnerstag zunächst noch unklar. Sollten sie es nicht tun, muss das Kammergericht die Sache entscheiden. Dies wäre in zwei bis drei Wochen der Fall, kündigte Elzer an.

M.Romero--PV

Empfohlen

Nach Tod von 15-Jährigem in Nordrhein-Westfalen: Tatverdächtige stellen sich

Nach dem Tod eines 15-Jährigen durch Messerstiche bei einer privaten Feier im nordrhein-westfälischen Marsberg haben sich die beiden gesuchten Tatverdächtigen am Dienstag der Polizei gestellt. Die nach früheren Angaben 22 und 23 Jahre alten Männer sollen am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden, wie die Polizei in Dortmund und die Staatsanwaltschaft Arnsberg mitteilten. Beide waren per Öffentlichkeitsfahndung gesucht worden.

Drohnenfund in Niedersachsen: Womöglich Sprengstoff in der Nähe entdeckt

Nach dem versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen rückt eine in der vergangenen Woche in Niedersachsen gefundene Drohne in den Fokus der Ermittler. Die Bundesanwaltschaft prüft bereits einen möglichen Zusammenhang zum Leipziger Vorfall. Jetzt zeigen Recherchen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR, dass Beamte Tage später nur wenige Meter von der Fundstelle entfernt auf verdächtiges Material stießen. Sie gehen derzeit davon aus, dass es sich um Sprengstoff handelt, wie der Rechercheverbund am Dienstag unter Berufung auf Sicherheitskreisen berichtete.

Österreichischer Investor Benko erneut verurteilt: Haftstrafe um sechs Monate erhöht

Der österreichische Investor René Benko ist in einem neu aufgerollten Prozess erneut wegen Betrugs verurteilt worden. Eine Schöffenkammer des Landgerichts Innsbruck sprach den 49-Jährigen am Dienstag wegen Schädigung seiner Gläubiger schuldig und erhöhte seine Haftstrafe von zwei auf zweieinhalb Jahre, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA mitteilte. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Republikanischer US-Senator fordert Untersuchung von Hochzeitsfeier von Trumps Sohn

Der republikanische US-Senator John Curtis will die von einem russischen Geschäftsmann bezahlten Hochzeitsfeierlichkeiten von Donald Trumps ältestem Sohn parlamentarisch untersuchen lassen. In einem Brief an die Vorsitzenden des Justizausschusses des Senats verlangte der Senator aus Utah am Dienstag Aufklärung darüber, ob die Präsidentenfamilie ihre politische Macht für private Geschäfte missbraucht hat. Zu diesem Zweck solle Donald Trump Jr. vorgeladen werden.

Textgröße ändern: