Pallade Veneta - Gericht: Kein voller Inflationsausgleich in der Elternzeit

Gericht: Kein voller Inflationsausgleich in der Elternzeit


Gericht: Kein voller Inflationsausgleich in der Elternzeit
Gericht: Kein voller Inflationsausgleich in der Elternzeit / Foto: LOIC VENANCE - AFP/Archiv

Ein Arbeitgeber ist nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf nicht verpflichtet, einer Mitarbeiterin den vollen Inflationsausgleich zu zahlen, wenn diese in Elternzeit ist. Anders als das Arbeitsgericht Essen in vorheriger Instanz wies das Düsseldorfer Gericht den Antrag der Klägerin zurück, wie es am Mittwoch mitteilte. Die Frau erfülle die Voraussetzungen zum Erhalt der Prämie nicht. (Az. 14 SLa 303/24)

Textgröße ändern:

Die Klägerin arbeitet den Angaben des Gerichts zufolge bei einer Kommune im Technischen Dienst und befand sich von Mitte Juni 2022 bis Mitte April 2024 in Elternzeit. Ab Mitte Dezember 2023 arbeitete sie 24 Stunden in Teilzeit. Der Tarifvertrag sah im Juni 2023 eine Inflationsprämie von einmalig 1240 Euro und in den Folgemonaten bis Februar 2024 monatlich jeweils weitere 220 Euro vor.

Die Frau erhielt davon jedoch lediglich anteilig 135,38 Euro für die Monate Januar und Februar 2024. Die Einmalzahlung gibt es laut dem Tarifvertrag nur, wenn zwischen Januar 2023 und Ende Mai 2023 mindestens an einem Tag Anspruch auf Entgelt bestand. "Die Tarifvertragsparteien dürfen den Bezug von Entgelt an mindestens einem Tag als Anspruchsvoraussetzung für den Inflationsausgleich festlegen", erklärte das Gericht.

Weil das Arbeitsverhältnis während der Elternzeit ruht, erfülle die Klägerin diese Voraussetzung nicht und habe keinen Anspruch auf die Zahlung. Ausgenommen seien die Monate, in denen sie in Teilzeit tätig war. Deshalb sprach das Gericht der Frau auch die nachträgliche Zahlung des Inflationsausgleichs für Dezember zu.

Die Mitarbeiterin hatte argumentiert, dass "eine mittelbare Diskriminierung" vorliege, weil Mütter länger in Elternzeit gingen als Väter. Diese Ungleichbehandlung sei mit dem Zweck des Inflationsausgleichs nicht vereinbar. Vielmehr sei sie in Elternzeit in besonderem Maße von den steigenden Preisen betroffen.

Das Landesarbeitsgericht ließ die Revision zu.

O.Merendino--PV

Empfohlen

Nach Tod von 15-Jährigem in Nordrhein-Westfalen: Tatverdächtige stellen sich

Nach dem Tod eines 15-Jährigen durch Messerstiche bei einer privaten Feier im nordrhein-westfälischen Marsberg haben sich die beiden gesuchten Tatverdächtigen am Dienstag der Polizei gestellt. Die nach früheren Angaben 22 und 23 Jahre alten Männer sollen am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden, wie die Polizei in Dortmund und die Staatsanwaltschaft Arnsberg mitteilten. Beide waren per Öffentlichkeitsfahndung gesucht worden.

Drohnenfund in Niedersachsen: Womöglich Sprengstoff in der Nähe entdeckt

Nach dem versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen rückt eine in der vergangenen Woche in Niedersachsen gefundene Drohne in den Fokus der Ermittler. Die Bundesanwaltschaft prüft bereits einen möglichen Zusammenhang zum Leipziger Vorfall. Jetzt zeigen Recherchen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR, dass Beamte Tage später nur wenige Meter von der Fundstelle entfernt auf verdächtiges Material stießen. Sie gehen derzeit davon aus, dass es sich um Sprengstoff handelt, wie der Rechercheverbund am Dienstag unter Berufung auf Sicherheitskreisen berichtete.

Österreichischer Investor Benko erneut verurteilt: Haftstrafe um sechs Monate erhöht

Der österreichische Investor René Benko ist in einem neu aufgerollten Prozess erneut wegen Betrugs verurteilt worden. Eine Schöffenkammer des Landgerichts Innsbruck sprach den 49-Jährigen am Dienstag wegen Schädigung seiner Gläubiger schuldig und erhöhte seine Haftstrafe von zwei auf zweieinhalb Jahre, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA mitteilte. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Republikanischer US-Senator fordert Untersuchung von Hochzeitsfeier von Trumps Sohn

Der republikanische US-Senator John Curtis will die von einem russischen Geschäftsmann bezahlten Hochzeitsfeierlichkeiten von Donald Trumps ältestem Sohn parlamentarisch untersuchen lassen. In einem Brief an die Vorsitzenden des Justizausschusses des Senats verlangte der Senator aus Utah am Dienstag Aufklärung darüber, ob die Präsidentenfamilie ihre politische Macht für private Geschäfte missbraucht hat. Zu diesem Zweck solle Donald Trump Jr. vorgeladen werden.

Textgröße ändern: