Pallade Veneta - Acht Migranten sterben bei Überfahrt im Ärmelkanal

Acht Migranten sterben bei Überfahrt im Ärmelkanal


Acht Migranten sterben bei Überfahrt im Ärmelkanal
Acht Migranten sterben bei Überfahrt im Ärmelkanal / Foto: Bernard BARRON - AFP

Rund zwei Wochen nach einem tödlichen Bootsunglück im Ärmelkanal sind auf der Überfahrt von Frankreich und Großbritannien weitere acht Menschen ums Leben gekommen. Nach Behördenangaben kenterte das überfüllte Boot kurz nach seiner Abfahrt in der Nacht auf Sonntag in unmittelbarer Nähe der französischen Küste. Sechs Überlebende wurden laut dem zuständigen Präfekten in Krankenhäuser eingeliefert, darunter ein zehn Monate altes Kleinkind.

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Das Unglück ereignete sich vor der Küste der Gemeinde Ambleteuse. Nach Angaben des Präfekten des Départements Pas-de-Calais, Jacques Billant, startete das Boot im Fluss Slack, der zwischen Wimereux und Ambleteuse ins Meer mündet, und geriet bereits kurz nach der Abfahrt in Seenot. Es sei "von den Felsen zerfetzt" worden und dann gesunken.

An Bord des Boots befanden sich Präfekt Billant zufolge 59 Menschen aus Eritrea, dem Sudan, Syrien, Afghanistan, Ägypten und dem Iran. Nur jeder sechste Passagier habe eine Rettungsweste getragen. Billant sprach mit Blick auf die acht Toten von einer "fürchterlichen Opferzahl". Die Toten seien "augenscheinlich erwachsene Männer".

Ein Überlebender des Unglücks, der Eritreer Biniam Semay, verlor nach eigenen Angaben seine 18-jährige Schwester bei der Überfahrt. Einem weiteren geretteten Eritreer namens Amanuel zufolge befanden sich auf dem Boot zum Zeitpunkt des Unglücks "viele Mädchen und Jungen", er habe sie "sterben gesehen".

In den vergangenen Tagen waren mutmaßlich aufgrund des guten Wetters bereits zahlreiche Überquerungsversuche in Booten über den Ärmelkanal unternommen worden. Innerhalb von 24 Stunden seien alleine zwischen Freitag und Samstag "200 Schiffbrüchige gerettet" worden, wie die Seepräfektur für den Ärmelkanal und die Nordsee am Samstagabend erklärte. Sie wies darauf hin, dass "18 Abfahrtsversuche von Booten" über den Tag hinweg vom regionalen operativen Überwachungs- und Rettungszentrum am Cap Gris-Nez registriert worden seien.

Erst Anfang September waren beim Versuch der Überquerung des Ärmelkanals zwölf Menschen ums Leben gekommen. Es war das schlimmste Unglück mit einem Flüchtlingsboot auf dem Weg nach Großbritannien seit Jahresbeginn.

Bislang sind seit Jahresbeginn nun insgesamt mindestens 46 Menschen bei der Überfahrt über den Ärmelkanal ums Leben gekommen.

Seit Anfang des Jahres kamen nach Angaben der britischen Behörden mehr als 22.000 Migranten mit Booten über den Ärmelkanal nach England. Die im Juli gewählte Labour-Regierung hat versprochen, die irreguläre Einwanderung zu verringern.

Insgesamt haben in den vergangenen sechs Jahren rund 136.000 Menschen in kleinen Booten den Ärmelkanal überquert. Seit 2018 erfasst Großbritannien die Zahlen dieser Überfahrten systematisch. Das Phänomen entwickelte sich insbesondere, nachdem die Behörden den Tunnel unterhalb des Ärmelkanals und den Hafen von Calais zunehmend abgeriegelt hatten, um Migranten am Eindringen zu hindern.

Z.Ottaviano--PV

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