Pallade Veneta - Tod von Zweijähriger in Halle: Prozess gegen Eltern und Großmutter begonnen

Tod von Zweijähriger in Halle: Prozess gegen Eltern und Großmutter begonnen


Tod von Zweijähriger in Halle: Prozess gegen Eltern und Großmutter begonnen
Tod von Zweijähriger in Halle: Prozess gegen Eltern und Großmutter begonnen / Foto: Damien MEYER - AFP/Archiv

Sechs Monate nach dem Tod eines mit heißem Wasser verbrühten Kleinkinds in Halle in Sachsen-Anhalt hat der Prozess gegen die Eltern und die Großmutter des Mädchens begonnen. Dem 37 Jahre alten Vater wird in dem am Montag vor dem Landgericht Halle gestarteten Verfahren Mord durch Unterlassen vorgeworfen. Die Mutter und die Großmutter sollen sich der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen schuldig gemacht haben.

Textgröße ändern:

Zum Prozessauftakt schilderte die Mutter nach Angaben einer Gerichtssprecherin in einer über ihren Verteidiger abgegebenen Erklärung die Geschehnisse in chronologischer Abfolge. Auch der Vater und die Großmutter kündigten Erklärungen an, der Angeklagte will dabei die Öffentlichkeit ausschließen lassen.

Der angeklagte Vater soll das Kind am 10. Mai in der Wohnung der Familie, wo er zu diesem Zeitpunkt allein mit seinen drei Töchtern war, in eine mit heißem Wasser gefüllte Badewanne getaucht haben. Er habe dem kleinen Mädchen eine Lektion erteilen wollen, weil es sich zuvor beschmutzt hatte. Die Zweijährige erlitt schwere großflächige Verbrennungen.

Unmittelbar danach habe der Angeklagte seine 36-jährige Lebensgefährtin und Mutter der Kinder sowie seine 64 Jahre alte Mutter informiert. Wider besseres Wissen hätten die drei keine ärztliche Hilfe geholt. Laut Anklage hätten sie aus Furcht, dass die Krankenhausmitarbeiter Polizei und Jugendamt informieren, gemeinsam beschlossen, die Verbrühungen lediglich mit Hausmitteln zu behandeln.

Selbst als sich der Zustand des Kinds am nächsten Tag verschlechterte und die Angeklagten erkannten, dass das Mädchens in Lebensgefahr schwebte, hielten sie nach Ansicht der Staatsanwaltschaft an ihrem Plan fest. Damit hätten sie den Tod des Kleinkinds billigend in Kauf genommen.

Das Mädchen starb zwei Tage nach der Tat. Bei frühzeitiger medizinischer Versorgung hätte es laut Anklage mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gerettet werden können.

Die drei Angeklagten gaben dem Gericht zufolge im Vorfeld des Prozesses an, das Ausmaß der Verletzungen falsch eingeschätzt zu haben. Der Vater des Kinds muss sich nun wegen Mordes durch Unterlassen sowie gefährlicher Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen verantworten. Im droht bei einer Verurteilung eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Die Anklage hatte ursprünglich allen dreien einen gemeinschaftlich und in Verdeckungsabsicht begangenen Mord durch Unterlassen zur Last gelegt. Im Fall der angeklagten Mutter und Großmutter sieht die Schwurgerichtskammer aber lediglich einen hinreichenden Tatverdacht für eine fahrlässige Tötung durch Unterlassen. Ihnen droht in diesem Fall eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Für den Prozess wurden zunächst Termine bis zum 18. Dezember angesetzt.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Leiche in brennendem Auto in Bayern entdeckt - Besitzer schwerverletzt in der Nähe

In einem brennenden Auto auf einem Parkplatz in Bayern ist am Sonntag eine Leiche gefunden worden. In einem Wald in der Nähe fanden Einsatzkräfte den Besitzer des Wagens mit schweren Verletzungen, wie die Polizei in Straubing mitteilte. Zuvor hatten Angehörige ihn und seine von ihm getrennt lebende Frau als vermisst gemeldet.

Vermummte attackieren Polizei bei illegalem Tuningtreffen in Rheinland-Pfalz

Bei einem illegalen Tuningtreffen im rheinland-pfälzischen Wittlich haben Teilnehmer Polizisten und deren Autos angegriffen. Auf dem Gelände einer Firma fanden sich mehrere hundert Fahrzeuge und schätzungsweise mindestens 1000 Menschen ein, wie die Polizei Trier am Sonntag mitteilte. Als die Beamten dort ankamen, seien sie von Vermummten attackiert worden.

Auto prallt gegen Baum: 17-Jähriger stirbt bei Unfall in Bayern

Bei einem schweren Verkehrsunfall in Bayern ist ein 17-Jähriger gestorben. Drei weitere junge Menschen wurden verletzt, wie die Polizei in Bayreuth am Sonntag mitteilte. Das von einem 18-Jährigen gefahrene Auto prallte demnach am frühen Samstagmorgen in der Nähe von Münchberg gegen einen Baum.

20-Jähriger soll in Bayern eigene Mutter getötet haben - Untersuchungshaft

Weil er seine eigene Mutter getötet haben soll, ist ein 20-Jähriger in Bayern in Untersuchungshaft genommen worden. Zu den Hintergründen der Tat wird weiter ermittelt, wie die Polizei in Nürnberg am Sonntag mitteilte. Der Mann war am Freitag festgenommen worden.

Textgröße ändern: