Pallade Veneta - Amazon haftet laut EuGH-Generalanwalt nicht für Markenverstoß in Partnerwerbung

Amazon haftet laut EuGH-Generalanwalt nicht für Markenverstoß in Partnerwerbung


Amazon haftet laut EuGH-Generalanwalt nicht für Markenverstoß in Partnerwerbung
Amazon haftet laut EuGH-Generalanwalt nicht für Markenverstoß in Partnerwerbung / Foto: SEBASTIEN BOZON - AFP/Archiv

Der Onlinehändler Amazon haftet nach der juristischen Einschätzung des zuständigen EuGH-Generalanwalts nicht für mögliche Markenrechtsverletzungen in Werbeanzeigen von Partnerunternehmen, für die er klar erkennbar nur den Versand übernommen hat. In diesen Fällen benutze nicht Amazon die Marke, führte der Gutachter nach Angaben des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Donnerstag in seinen Schlussvorträgen aus. In dem Prozess klagt Schuhdesigner Christian Louboutin gegen Amazon. (Az. C-148/21 u.a)

Textgröße ändern:

Louboutin hat sich die rote Sohle seiner Schuhe als Marke schützen lassen und geklagt, weil bei Amazon nach seinen Angaben regelmäßig Schuhe mit roter Sohle angeboten würden, die ohne seine Zustimmung in Verkehr gebracht würden. Ein luxemburgisches und ein belgisches Gericht legten dem EuGH in Luxemburg dazu Fragen vor. Sie wollen wissen, wann die Nutzung eines markenverletzenden Zeichens in einer Werbeanzeige dem Betreiber eines Internet-Marktplatzes, der zugleich auch selbst Händler ist, zugerechnet werden kann.

Laut EuGH-Generalanwalt ist in solchen Fällen entscheidend, ob ein "normal informierter und angemessen aufmerksamer Internetnutzer" die in Werbeanzeigen von Drittanbietern auf der Amazon-Plattform eingeblendeten Zeichen als Teil der kommerziellen Kommunikation von Amazon wahrnehmen könnte oder nicht. Das sei schon deshalb nicht der Fall, weil der Amazon-Konzern in Anzeigen stets angebe, ob er Waren selbst verkaufe oder für andere Firmen anbiete und vertreibe.

Die Richter des EuGH sind nicht an die Bewertungen des zuständigen Generalanwalts gebunden, der die juristische Lage zum Abschluss eines Verfahrens in einer Art Gutachten noch einmal aufbereitet. Allerdings folgen sie dessen Einschätzungen in der Regel. Die Entscheidung selbst wird erst später verkündet.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Oberstes US-Gericht befasst sich mit Fragen der Konzernhaftung bei Klimawandelschäden

Der Oberste Gerichtshof der USA befasst sich am Montag mit einem für die Ölindustrie grundlegenden Fall: Im Kern geht es um die Frage, wie und vor welchen Gerichten Unternehmen für mögliche Auswirkungen ihrer Erzeugnisse auf den Klimawandel verantwortlich gemacht werden können. Im Mittelpunkt steht eine Klage der Stadt und des Countys Boulder im Bundesstaat Colorado gegen die Konzerne ExxonMobil und Suncor Energy von 2018.

Weltkriegsbomben in Hannover entschärft: 17.500 Anwohner vorübergehend evakuiert

In Hannover sind zwei Weltkriegsbomben erfolgreich entschärft worden. Rund 17.500 Menschen mussten deswegen am Sonntag vorübergehend ihre Häuser und Wohnungen im Stadtteil Misburg-Nord verlassen, wie die Behörden in der niedersächsischen Landeshauptstadt mitteilten. Am frühen Abend gab die Stadt Entwarnung, die Bewohner konnten in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren.

Feuer auf Campingplatz am Gardasee - Vier Feuerwehrleute aus Hessen helfen löschen

Im Urlaub in Norditalien haben vier Feuerwehrleute aus Hessen ihre ständige Einsatzbereitschaft bewiesen: Sie halfen am Sonntag beim Löschen eines großen Feuers auf einem Campingplatz am Gardasee. Örtliche Feuerwehr und Behörden machten unterschiedliche Angaben zur Zahl der Verletzten.

Kleinflugzeug in Baden-Württemberg abgestürzt: Zwei Tote

Beim Absturz eines Kleinflugzeuges sind in Baden-Württemberg zwei Menschen ums Leben gekommen. Das Flugzeug stürzte nach Angaben einer Sprecherin des Polizeipräsidiums Heilbronn am Sonntag in nahe eines kleinen Flugplatzes gelegene Weinberge bei Gundelsheim und ging in Flammen auf.

Textgröße ändern: