Pallade Veneta - Kein Anspruch auf Schmerzensgeld nach Stolpern über Fräskante in Rheinland-Pfalz

Kein Anspruch auf Schmerzensgeld nach Stolpern über Fräskante in Rheinland-Pfalz


Kein Anspruch auf Schmerzensgeld nach Stolpern über Fräskante in Rheinland-Pfalz
Kein Anspruch auf Schmerzensgeld nach Stolpern über Fräskante in Rheinland-Pfalz / Foto: JOEL SAGET - AFP/Archiv

Wer als Fußgänger an einer Fräskante in einer Baustelle stolpert und sich verletzt, hat laut einem Urteil aus Rheinland-Pfalz keinen Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Bei einem strittigen Vorfall sei keine Verkehrssicherungspflicht verletzt worden, teilte das Landgericht Koblenz am Montag mit. Auf eine mögliche Mitschuld der Klägerin komme es daher in diesem Fall nicht an. (Az.: 13 S 32/24)

Textgröße ändern:

Geklagt hatte eine Frau auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Sie war im Februar 2022 in einer beschilderten Baustelle auf einer Straße ohne Gehweg in Remagen an einer Fräskante gestürzt und hatte sich das linke Handgelenk gebrochen. Daraufhin klagte sie vor Gericht, weil die Beklagte nicht ordnungsgemäß auf die Fräskante hingewiesen habe.

Das Amtsgericht gab der Frau in erster Instanz noch teilweise Recht und sprach ihr rund tausend Euro zu. Demnach fehlte ein Schild mit dem Hinweis auf die Unebenheiten auf der Fahrbahn. Allerdings sah das Gericht eine Mitschuld bei der Klägerin, weil sie nach dem Überqueren einer ersten Fräskante eine weitere habe erwarten müssen.

Das Landgericht hob dieses Urteil nun jedoch auf und verneinte einen Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Grundsätzlich müsse jeder, der eine Gefahrenquelle schaffe, Maßnahmen ergreifen, damit möglichst niemand geschädigt werde, urteilten die Richter.

Entscheidend seien dabei die Gesamtumstände. In einer erkennbaren Baustelle müsse nicht jede Unebenheit besonders gekennzeichnet werden. Demnach hatte die Beklagte die Baustelle in diesem Fall deutlich genug ausgeschildert. Mit einer Fräskante hätten Fußgänger in einer Baustelle zu rechnen.

Zum Unfallzeitpunkt an einem Winterabend war die Baustelle nicht durchgängig beleuchtet. Deswegen müssten Fußgänger in eigener Verantwortung besonders auf den Fahrbelag achten. Dass bei einer Baustelle auch Ausbesserungen am Straßenbelag erfolgen könnten, sei zu erwarten. Das schließe Abfräsarbeiten am alten Straßenbelag mit ein.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Mutmaßlicher Amoktäter von Leipzig war bis Ende April in Psychiatrie

Der mutmaßliche Amoktäter von Leipzig hat sich bis Ende April freiwillig in einer psychiatrischen Klinik aufgehalten. Das teilte eine Sprecherin des sächsischen Sozialministeriums in Dresden am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP mit. Der 33-Jährige habe sich "auf eigenen Wunsch freiwillig in der Klinik stationär" aufgehalten.

Verdächtiger in Fall von getötetem 14-Jährigen in Bayern von Polizei erschossen

Nach der Tötung eines 14-Jährigen im bayerischen Memmingen ist der Tatverdächtige bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Er erlag seinen Verletzungen in einem Krankenhaus, wie die Polizei in Kempten und die Staatsanwaltschaft Memmingen am Dienstag mitteilten. Demnach bestätigte sich der Verdacht, dass es sich bei der am Montagvormittag in einem leerstehenden Gebäude in Memmingen gefundenen Leiche um den seit Samstag vermissten 14-Jährigen handelte.

Zusammenstoß von Straßenbahn und Linienbus in Dresden: 30 Verletzte

Bei einem Zusammenstoß zwischen einer Straßenbahn und einem Linienbus sind in Dresden 30 Menschen verletzt worden. Fünf von ihnen wurden zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht, wie die Feuerwehr am Dienstag in der sächsischen Landeshauptstadt mitteilte. Die anderen erlitten leichte Verletzungen und wurden vor Ort versorgt. Unter den Verletzten waren demnach auch die beiden Fahrzeugführer, sie wurden zusätzlich psychologisch betreut.

Leipzigs Oberbürgermeister Jung: "Können Innenstädte nicht zu Festungen umbauen"

Nach der Amokfahrt mit zwei Toten in Leipzig sieht Oberbürgermeister und Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) begrenzte Möglichkeiten für die Verschärfung von Sicherheitsvorkehrungen gegen solche Taten. Die Städte in Deutschland täten "ihr Bestes, um für größtmögliche Sicherheit zu sorgen", betonte Jung in einer am Dienstag vom Deutschen Städtetag verbreiteten Erklärung. "Klar ist aber auch: Wir können die Innenstädte nicht zu Festungen umbauen."

Textgröße ändern: