Pallade Veneta - USA: Oberstes Gericht hebt Stopp von Massenentlassungen von Staatsbediensteten auf

USA: Oberstes Gericht hebt Stopp von Massenentlassungen von Staatsbediensteten auf


USA: Oberstes Gericht hebt Stopp von Massenentlassungen von Staatsbediensteten auf
USA: Oberstes Gericht hebt Stopp von Massenentlassungen von Staatsbediensteten auf / Foto: Alex WROBLEWSKI - AFP

US-Präsident Donald Trump darf die umstrittenen Massenentlassungen von Staatsbediensteten vorerst fortsetzen: Das Oberste Gericht der USA hob einen vorläufigen Stopp der Massenentlassungen der Bundesbediensteten auf. Es setzte damit ein vorheriges Urteil einer kalifornischen Bundesrichterin außer Kraft, die eine Zustimmung des Kongresses zur Voraussetzung für die Massenentlassungen gefordert hatte. Damit könnten nun zehntausende Bundesbedienstete ihre Stellen verlieren.

Textgröße ändern:

Die kalifornische Bundesrichterin Susan Illston hatte im Mai die von Trump per Dekret angeordneten Massenentlassungen vorläufig ausgesetzt. "Das Gericht ist der Ansicht, dass der Präsident für die von ihm angestrebten Änderungen mit dem Kongress zusammenarbeiten muss", erklärte sie.

Das nun ergangene Urteil des Obersten Gerichts bezog sich auf ein Dekret von Trump vom 11. Februar zu einer großangelegten Restrukturierung der Bundesbehörden. Darin hatte der rechtspopulistische Präsident die Anweisung an Bundesbehörden gegeben, ihre Umstrukturierung und den Abbau von Stellen "entsprechend der geltenden Gesetzeslage" zu planen, wie die liberale Richterin Sonia Sotomayor schrieb, die sich damit der Mehrheit der neun Richter am Obersten Gerichtshof anschloss. Einzelne Pläne zum Stellenabbau seien dem Obersten Gericht aber nicht vorgelegt worden, betonte Sotomayor.

Auch das Gericht betonte, dass seine Entscheidung vom Dienstag sich nicht "auf die Rechtmäßigkeit der Pläne zum Stellenabbau und der erarbeiteten und beschlossenen Reorganisation von Behörden" bezieht, die aus Dekreten von Trump in den ersten Wochen seiner Amtszeit folgen.

Weitere Gerichtsverfahren dazu sind zu erwarten. Das Oberste Gericht überlässt nun zunächst der ersten Instanz dazu das Urteil.

Abweichend äußerte sich als einzige die liberale Richterin Ketanji Brown Jackson. Sie kritisierte, dass das Oberste Gericht mit seiner Entscheidung Trump nun das Recht gebe, bei den Behörden "mit der Abrissbirne" vorzugehen. Präsidenten hätten zwar eine gewisse Macht, um Bundesbehörden zu straffen, sie könnten aber nicht im Alleingang die Regierung fundamental umstrukturieren, betonte sie.

Seit seinem Amtsantritt im Januar treibt US-Präsident Trump den radikalen Umbau und die Zerschlagung von Teilen des US-Regierungsapparats massiv voran. Eine Gruppe aus Gewerkschaften, gemeinnützigen Organisationen und sechs Stadt- und Kreisverwaltungen hatte gegen die Entlassungen geklagt. Sie argumentierten, die US-Regierung habe ihre Befugnisse mit den Massenentlassungen ohne Zustimmung des Kongresses überschritten.

In den vergangenen Monaten wurden bereits zahlreiche Abteilungen und Behörden geschlossen und Tausende von Mitarbeitern entlassen. Betroffen waren unter anderem Beschäftigte der Entwicklungsbehörde USAID. Seit Trumps Amtsantritt im Januar wurden auch Mittel etwa für den Wetterdienst und die Klimaschutzbehörde gekürzt und zahlreiche Wissenschaftler in dem Bereich entlassen.

Federführend betraut mit den Entlassungen und Kürzungen wurde die sogenannte Abteilung für staatliche Effizienz (Doge), die lange von Tech-Milliardär Elon Musk geleitet wurde, der sich inzwischen aber mit Trump überworfen hat. Zuletzt hatte Musk das neuen Haushalts- und Steuergesetz von Trump wegen der damit einhergehenden zusätzlichen Staatsverschuldung attackiert. Musk will nun eine eigene Partei gründen.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Trump: Schütze von Washington ist "gestört" und schrieb anti-christliches Manifest

Der mutmaßliche Attentäter beim Korrespondenten-Dinner mit Donald Trump in Washington ist nach Angaben des US-Präsidenten "gestört" und hat in der Vergangenheit ein anti-christliches Manifest verfasst. "Der Typ ist krank", sagte Trump am Sonntag dem Fernsehsender Fox News. "Wenn man sein Manifest liest, merkt man, dass er Christen hasst." Auch Verwandte des Mannes hätten sich "darüber beschwert", sagte Trump weiter. "Sie haben sogar die Polizei eingeschaltet. Er war ein sehr gestörter Mensch."

Schüsse in Washington: Mutmaßlicher Anschlagsversuch auf Dinner mit Trump verhindert

Bei einer Veranstaltung mit Präsident Donald Trump in Washington haben US-Sicherheitskräfte einen mutmaßlichen Anschlagsversuch verhindert. Der Präsident und seine Frau Melania blieben ebenso wie die zahlreichen Gäste beim traditionellen Korrespondenten-Dinner am Samstagabend (Ortszeit) unverletzt. Während sie im Ballsaal saßen, fielen in einem Kontrollbereich des Veranstaltungsortes Schüsse, der Täter wurde umgehend überwältigt. Trump ging davon aus, dass der Mann ein Attentat auf ihn verüben wollte.

81-Jährige liegt tot in Wohnung: Polizei in Sachsen-Anhalt geht von Verbrechen aus

Nach dem Fund einer toten 81-Jährigen in einer Wohnung in Hettstedt in Sachsen-Anhalt wird wegen eines Tötungsdelikts ermittelt. Es gebe "Hinweise auf eine nicht natürliche Todesursache", teilte die Polizei in Halle am Sonntag nach einer Obduktion mit. Einzelheiten zum möglichen Geschehensablauf würden nicht gemacht, die Ermittlungen seien "in einem frühen Stadium".

40. Tschernobyl-Jahrestag: Selenskyj wirft Russland "nuklearen Terrorismus" vor

Inmitten tödlicher russischer Luftangriffe hat die Ukraine am Sonntag der Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 40 Jahren gedacht. Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland am Jahrestag "nuklearen Terrorismus" vor. Russische Drohnen flögen immer wieder über das stillgelegte Akw Tschernobyl hinweg, im vergangenen Jahr sei die wichtige Schutzhülle des Unglücksreaktors getroffen worden. Durch russische Angriffe auf die Ukraine wurden am Wochenende nach Behörden-Angaben mindestens elf Menschen getötet.

Textgröße ändern: