Pallade Veneta - 75 Jahre Zentralrat der Juden: Weimer und Kirche warnen vor Antisemitismus

75 Jahre Zentralrat der Juden: Weimer und Kirche warnen vor Antisemitismus


75 Jahre Zentralrat der Juden: Weimer und Kirche warnen vor Antisemitismus
75 Jahre Zentralrat der Juden: Weimer und Kirche warnen vor Antisemitismus / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Angesichts des 75. Gründungsjubiläums des Zentralrats der Juden hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) die Organisation als "unersetzliche" Stimme der demokratischen Zivilgesellschaft gewürdigt. Die Gründung des Zentralrats "im Land der Täter" sei ein "Wunder der deutschen Geschichte" und ein Geschenk, das verpflichte, erklärte Weimer am Freitag. Er warnte vor diesem Hintergrund vor einem aufstrebenden Antisemitismus, den es zu bekämpfen gelte.

Textgröße ändern:

"Antisemitismus ist keine Randnotiz – er ist eine Gefahr für unsere offene Gesellschaft", fuhr Weimer fort. "Er kommt mit Parolen, mit Kunstaktionen, mit Boykottaufrufen. Und er wird lauter." Deutschland erlebe derzeit eine "gefährliche Normalisierung antisemitischer Denkmuster", hier müsse die Politik handeln.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, gratulierte dem Zentralrat zum 75-jährigen Bestehen. In einem Brief an den Vorsitzenden Josef Schuster würdigte er dessen "unermüdlichen Einsatz, das jüdische Leben in unserem Land als selbstverständlichen und integralen Bestandteil der Gesellschaft wahrnehmbar zu machen".

Auch er warnte vor einem Erstarken des Antisemitismus. Hier stünden die katholische Kirche und der Zentralrat zusammen. "Sie wissen um unsere ungebrochene Solidarität und ich bin dankbar für die guten Kontakte, die wir untereinander pflegen", schrieb Bätzing an Schuster. "Als Religionen sehen wir die gemeinsame Verpflichtung, für das friedliche Zusammenleben in unserem Land einzustehen."

Der Zentralrat der Juden wurde vor 75 Jahren, am 19. Juli 1950, in Frankfurt am Main gegründet – nur fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und des Holocausts. Er entstand als Zusammenschluss jüdischer Komitees, die sich nach Kriegsende in den vier Besatzungszonen Deutschlands gebildet hatten.

Der Dachverband ist heute nach eigenen Angaben "die politische, gesellschaftliche und religiöse Vertretung der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland". Ihm gehören 105 jüdische Gemeinden mit rund 100.000 Mitgliedern an.

C.Grillo--PV

Empfohlen

Epstein-Kontakte: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen französischen Ex-Minister Lang

Die für Finanzvergehen zuständige Generalstaatsanwaltschaft hat nach Bekanntwerden der häufigen Kontakte des früheren französischen Kulturministers Jack Lang zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Ermittlungen gegen Lang eröffnet. Ihm werde "schwerwiegender Steuerbetrug" zur Last gelegt, hieß es am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Mehr als 30 Tote und über 160 Verletzte bei Anschlag auf Moschee in Islamabad

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind dutzende Menschen getötet worden. Nach Angaben aus Polizeikreisen wurden bei dem Anschlag am Freitag mindestens 31 Menschen getötet, mehr als 160 weitere Menschen wurden verletzt. Dutzende Verletzte wurden ins größte Krankenhaus Islamabads eingeliefert, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Zahl der Todesopfer dürfte noch steigen.

Abgetrennte Hände auf A45: Lebensgefährte von getöteter Frau in Untersuchungshaft

Im Fall der auf einer Autobahn in Nordrhein-Westfalen gefundenen abgetrennten Hände einer getöteten 32-Jährigen ist der verdächtige Lebensgefährte in Untersuchungshaft genommen worden. Gegen den 41-Jährigen besteht der dringende Verdacht des Totschlags, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Bonn am Freitag mitteilten. Zuvor war der Mann aus Äthiopien ausgeliefert worden.

Wegen Staatsakts für verstorbene Rita Süssmuth: Karlsruhe verschiebt Verhandlung

Wegen des für den 24. Februar geplanten Staatsakts für die verstorbene Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) verschiebt das Bundesverfassungsgericht seine Verhandlung über den Weg zum umstrittenen Heizungsgesetz. Diese findet stattdessen am 26. Februar statt, wie das Gericht am Freitag in Karlsruhe mitteilte. Es geht nicht um den Inhalt des Gesetzes, sondern um die Frage, ob die Abgeordneten im Gesetzgebungsverfahren genug Zeit zur Beratung hatten. (Az. 2 BvE 4/23)

Textgröße ändern: