Pallade Veneta - Europarat rügt Spaniens zögerliche Korruptionsbekämpfung

Europarat rügt Spaniens zögerliche Korruptionsbekämpfung


Europarat rügt Spaniens zögerliche Korruptionsbekämpfung
Europarat rügt Spaniens zögerliche Korruptionsbekämpfung / Foto: JAIME REINA - AFP/Archiv

Nach zahlreichen Korruptionsvorwürfen gegen spanische Politiker aus dem Umfeld von Ministerpräsident Pedro Sánchez hat der Europarat das Vorgehen der Regierung dagegen gerügt. Die Antikorruptions-Gruppe des Europarats prangerte in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht "das Fehlen entschlossenen Handelns und konkreter Ergebnisse" an. Zwar habe es Verbesserungsvorschläge gegeben, doch diese seien noch nicht umgesetzt.

Textgröße ändern:

Die Gruppe, der 48 Staaten angehören, verwies auf eine ausstehende Reform des strafrechtlichen Sonderverfahrens für Regierungsmitlieder. Zudem sei die spanische Behörde für Interessenkonflikte nicht unabhängig und verfüge nicht über ein eigenes Budget.

Die spanischen Behörden wurden aufgefordert, bis Ende Juni 2026 einen Bericht über den Fortgang des Kampfes gegen die Korruption vorzulegen.

Das spanische Justizministerium begrüßte die von der Gruppe erwähnten Fortschritte, ohne dabei auf die Kritik einzugehen. Die Bewertung Spaniens habe sich seit 2017 "kontinuierlich verbessert", erklärte das Ministerium. Spanien habe bereits 16 von 19 Empfehlungen teilweise umgesetzt.

Sánchez befindet sich wegen mehrerer Korruptionsfälle in seinem engsten Umfeld in einer der schwersten Krisen seit seinem Amtsantritt. Auf Rücktrittsforderungen reagierte er zunächst mit der Vorlage eines Anti-Korruptions-Plans Anfang Juli.

Im Juni war die frühere Nummer Drei seiner Partei, Santos Cerdán, nach Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. Er steht im Verdacht, bei der Vergabe öffentlicher Aufträge Schmiergelder angenommen zu haben, und befindet sich in Untersuchungshaft. Auch Ex-Verkehrsminister José Luis Ábalos ist in den Fall verwickelt. Beide waren Vertraute von Sánchez und mitentscheidend für dessen Aufstieg zum Parteichef der Sozialisten und dann ab 2018 zum Regierungschef.

Auch gegen den Bruder und die Ehefrau des Regierungschefs laufen Ermittlungen wegen Vorteilsgewährung.

Zudem muss sich Generalstaatsanwalt Alvaro García Ortiz vor Gericht verantworten. Er wird beschuldigt, vertrauliche Informationen aus einem Ermittlungsverfahren weitergegeben zu haben.

Im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal hat die spanische Regierungspartei der Sozialisten ihren Mitgliedern verboten, Dienste von Prostituierten in Anspruch zu nehmen. Bezahlter Sex werde künftig mit Parteiausschluss geahndet, entschied der Parteirat.

C.Conti--PV

Empfohlen

Abgetrennte Hände auf A45: Lebensgefährte von getöteter Frau in Untersuchungshaft

Im Fall der auf einer Autobahn in Nordrhein-Westfalen gefundenen abgetrennten Hände einer getöteten 32-Jährigen ist der verdächtige Lebensgefährte in Untersuchungshaft genommen worden. Gegen den 41-Jährigen besteht der dringende Verdacht des Totschlags, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Bonn am Freitag mitteilten. Zuvor war der Mann aus Äthiopien ausgeliefert worden.

Wegen Staatsakts für verstorbene Rita Süssmuth: Karlsruhe verschiebt Verhandlung

Wegen des für den 24. Februar geplanten Staatsakts für die verstorbene Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) verschiebt das Bundesverfassungsgericht seine Verhandlung über den Weg zum umstrittenen Heizungsgesetz. Diese findet stattdessen am 26. Februar statt, wie das Gericht am Freitag in Karlsruhe mitteilte. Es geht nicht um den Inhalt des Gesetzes, sondern um die Frage, ob die Abgeordneten im Gesetzgebungsverfahren genug Zeit zur Beratung hatten. (Az. 2 BvE 4/23)

Mindestens 31 Tote und über 100 Verletzte bei Anschlag auf Moschee in Islamabad

Bei einem Selbstmordanschlag an einer schiitischen Moschee in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind am Freitag dutzende Menschen getötet worden. Nach Angaben aus Polizeikreisen gab es mindestens 31 Todesopfer - die Zahl der Toten werde vermutlich weiter steigen. Mehr als 130 weitere Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt. Dutzende Verletzte wurden ins größte Krankenhaus Islamabads eingeliefert, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten.

Gefahr in Spanien und Portugal durch Hochwasser und Überschwemmungen dauert an

Trotz nachlassender Regenfälle nach dem Unwetter "Leonardo" bleibt die Lage in Spanien und Portugal angespannt: Überschwemmungen, Hochwasser führende Flüsse und volle Stauseen gaben Einwohnern und Behörden am Freitag weiter Anlass zu großer Sorge. In der südspanischen Region Andalusien waren noch rund 8000 Menschen vorsorglich aus ihren Häusern evakuiert, darunter allein 1500 aus dem Gebirgsort Grazalema. Und ab Samstag wird in der Region das nächste Tief "Marta" mit heftigen Regenfällen erwartet.

Textgröße ändern: