Pallade Veneta - Brasilianischer Richter will US-Sanktionen wegen Bolsonaro-Prozess "ignorieren"

Brasilianischer Richter will US-Sanktionen wegen Bolsonaro-Prozess "ignorieren"


Brasilianischer Richter will US-Sanktionen wegen Bolsonaro-Prozess "ignorieren"
Brasilianischer Richter will US-Sanktionen wegen Bolsonaro-Prozess "ignorieren" / Foto: Evaristo SA - AFP/Archiv

Der von US-Präsident Donald Trump mit Sanktionen belegte brasilianische Richter Alexandre de Moraes will nach eigenen Angaben am von Washington scharf kritisierten juristischen Vorgehen gegen den früheren brasilianischen Staatschef Jair Bolsonaro festhalten. Er werde "die verhängten Sanktionen ignorieren und weiterarbeiten", sagte Moraes am Freitag (Ortszeit) bei einer feierlichen Sitzung des Obersten Gerichtshofs, dessen Mitglied er ist.

Textgröße ändern:

Die brasilianische Justiz werde sich "Drohungen nicht beugen", sagte Moraes zudem und fügte an: "Der Oberste Gerichtshof wird bei der Verteidigung der nationalen Souveränität und seinem Engagement für die Demokratie absolut unnachgiebig sein."

In scharfen Worten wandte Moraes sich zudem gegen Menschen, die "feige und verräterisch gehandelt haben, um den Obersten Gerichtshof einem fremden Staat zu unterwerfen" - eine Anspielung an Eduardo Bolsonaro, Sohn des Ex-Präsidenten. Eduardo Bolsonaro hatte in den vergangenen Monaten sein Mandat als Parlamentsabgeordneter auf Eis gelegt und bei der US-Regierung offensiv für Maßnahmen gegen brasilianische Behörden und insbesondere die Justiz geworben.

Am Mittwoch hatten die USA Sanktionen gegen Richter Moraes angekündigt. Sie sind Teil der von der Trump-Regierung verhängten Maßnahmen gegen Brasilien - das diese mit dem Vorwurf einer "politisch motivierten Verfolgung" des ultrarechten brasilianischen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro begründet.

Bolsonaro, der von 2019 bis 2022 Staatschef Brasiliens war, muss sich vor dem Obersten Gerichtshof wegen eines mutmaßlichen Putschversuchs vor Gericht verantworten. Ihm drohen bis zu 40 Jahre Haft.

Zu den gegen Moraes verhängten Sanktionen zählt das Einfrieren möglicher von ihm gehaltener US-Vermögenswerte. Aus Kreisen des obersten Gerichtshofs in Brasília verlautete gegenüber der Nachrichtenagentur AFP indes, Moraes verfüge nicht über Vermögen in den USA.

Trump hatte als Teil seines verschärften Vorgehens gegen Brasilien zudem die bereits geltenden Zölle von zehn Prozent für das südamerikanische Land zum 6. August per Dekret auf 50 Prozent erhöht.

C.Conti--PV

Empfohlen

Abgetrennte Hände auf A45: Lebensgefährte von getöteter Frau in Untersuchungshaft

Im Fall der auf einer Autobahn in Nordrhein-Westfalen gefundenen abgetrennten Hände einer getöteten 32-Jährigen ist der verdächtige Lebensgefährte in Untersuchungshaft genommen worden. Gegen den 41-Jährigen besteht der dringende Verdacht des Totschlags, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Bonn am Freitag mitteilten. Zuvor war der Mann aus Äthiopien ausgeliefert worden.

Wegen Staatsakts für verstorbene Rita Süssmuth: Karlsruhe verschiebt Verhandlung

Wegen des für den 24. Februar geplanten Staatsakts für die verstorbene Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) verschiebt das Bundesverfassungsgericht seine Verhandlung über den Weg zum umstrittenen Heizungsgesetz. Diese findet stattdessen am 26. Februar statt, wie das Gericht am Freitag in Karlsruhe mitteilte. Es geht nicht um den Inhalt des Gesetzes, sondern um die Frage, ob die Abgeordneten im Gesetzgebungsverfahren genug Zeit zur Beratung hatten. (Az. 2 BvE 4/23)

Mindestens 31 Tote und über 100 Verletzte bei Anschlag auf Moschee in Islamabad

Bei einem Selbstmordanschlag an einer schiitischen Moschee in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind am Freitag dutzende Menschen getötet worden. Nach Angaben aus Polizeikreisen gab es mindestens 31 Todesopfer - die Zahl der Toten werde vermutlich weiter steigen. Mehr als 130 weitere Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt. Dutzende Verletzte wurden ins größte Krankenhaus Islamabads eingeliefert, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten.

Gefahr in Spanien und Portugal durch Hochwasser und Überschwemmungen dauert an

Trotz nachlassender Regenfälle nach dem Unwetter "Leonardo" bleibt die Lage in Spanien und Portugal angespannt: Überschwemmungen, Hochwasser führende Flüsse und volle Stauseen gaben Einwohnern und Behörden am Freitag weiter Anlass zu großer Sorge. In der südspanischen Region Andalusien waren noch rund 8000 Menschen vorsorglich aus ihren Häusern evakuiert, darunter allein 1500 aus dem Gebirgsort Grazalema. Und ab Samstag wird in der Region das nächste Tief "Marta" mit heftigen Regenfällen erwartet.

Textgröße ändern: