Pallade Veneta - Mutmaßliche IS-Rückkehrerin in München angeklagt

Mutmaßliche IS-Rückkehrerin in München angeklagt


Mutmaßliche IS-Rückkehrerin in München angeklagt
Mutmaßliche IS-Rückkehrerin in München angeklagt / Foto: Delil souleiman - AFP/Archiv

Eine deutsche Syrien-Rückkehrerin soll sich wegen IS-Mitgliedschaft und der Verletzung der Fürsorgepflicht für ihre Kinder vor Gericht verantworten. Die Generalstaatsanwaltschaft München erhob nach Angaben vom Donnerstag Anklage gegen die 37-Jährige, die derzeit in Bayern in Untersuchungshaft sitzt. Sie soll sich 2014 der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben.

Textgröße ändern:

Mit ihren minderjährigen Kindern sei sie damals in das syrische Bürgerkriegsgebiet gereist, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, und habe die Kinder so in Lebensgefahr gebracht. Zuvor habe sich bereits der Ehemann der Frau dem IS angeschlossen. Die Angeschuldigte habe sich im Umgang mit Schusswaffen ausbilden lassen, in ihrem Haushalt hatte sie demnach ein Sturmgewehr.

Außerdem soll sie zwei IS-Kämpfer gefördert haben. Ihr erster Mann starb den Angaben zufolge im Sommer 2015 bei einem Anschlag, den er für den IS beging. Die Frau habe dann einen weiteren IS-Kämpfer geheiratet und mit diesem noch ein Kind bekommen.

Sie soll den Haushalt geführt und die Kinder im Sinne der IS-Ideologie erzogen haben. Diese gerieten dadurch in die Gefahr, dass ihre Entwicklung negativ beeinflusst wurde, wie die Ermittler ausführten. Der IS habe der Familie monatlich Geld gezahlt.

Im Lauf des syrischen Bürgerkriegs kam die Frau schließlich mit ihren vier Kindern in das Gefangenenlager Roj in Nordostsyrien. Im Oktober 2024 erwirkte die Münchner Generalstaatsanwaltschaft einen Untersuchungshaftbefehl. Ende April flog die Bundeswehr die Familie zurück nach Deutschland.

Nach der Ankunft sei die 37-Jährige festgenommen worden und in Untersuchungshaft gekommen. Ihre Kinder im Alter zwischen acht und 14 Jahren lebten in Absprache mit dem Jugendamt aktuell bei ihrer Großmutter. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen die mutmaßliche IS-Rückkehrerin entscheidet nun das Oberlandesgericht München.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Nicht nur Fisch am 1. Mai: Katholische Kirche in Polen lockert Vorgabe

Die katholische Kirche in Polen hat für den anstehenden Maifeiertag ihre Vorgabe gelockert, wonach freitags Fisch gegessen werden soll. Da der Tag der Arbeit in diesem Jahr auf einen Freitag falle, sei er der Auftakt zu einem langen Wochenende, das für Familientreffen genutzt werden könne, erklärte der Warschauer Erzbischof Adrian Galbas am Samstag. Er hebe deshalb die Fleischabstinenz für den kommenden Freitag für alle Gläubigen "innerhalb der Grenzen des Erzbistums Warschau" auf.

Trump-Regierung will Todesstrafe ausweiten und Erschießungskommandos zulassen

Das US-Justizministerium will die Todesstrafe für Schwerverbrechen auf Bundesebene ausweiten und dafür die Hinrichtungsmethoden unter anderem um Erschießungskommandos erweitern. "Die vorherige Regierung ist ihrer Pflicht, das amerikanische Volk zu schützen, nicht nachgekommen, indem sie sich weigerte, die Höchststrafe gegen die gefährlichsten Verbrecher, darunter Terroristen, Kindermörder und Polizistenmörder zu verhängen", erklärte Justizminister Todd Blanche am Freitag.

US-Staatsanwältin stellt Ermittlungen gegen Notenbankchef Powell ein

Die US-Justiz hat die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Notenbankchef Jerome Powell eingestellt und damit den Weg für die Ernennung eines Nachfolgers freigemacht. Staatsanwältin Jeanine Pirro erklärte am Freitag in Onlinediensten, statt der Justiz werde nun die interne Aufsicht der Federal Reserve (Fed) die Kosten für die Renovierung des Notenbankgebäudes untersuchen. Dementsprechend habe sie angewiesen, die Ermittlungen gegen Powell nun einzustellen.

Signal-Hack: Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Spionageverdachts

Wegen der Angriffswelle auf Nutzer des Messengerdienstes Signal aus Politik, Behörden und Medien ermittelt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Es gehe um den Anfangsverdacht der Spionage, sagte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde am Freitag. Demnach wurden die Ermittlungen schon im Februar eingeleitet, als deutsche Sicherheitsbehörden erstmals öffentlich vor den Angriffen gewarnt hatten.

Textgröße ändern: