Pallade Veneta - Finanzgericht: Verlust durch Schockanruf ist keine außergewöhnliche Belastung

Finanzgericht: Verlust durch Schockanruf ist keine außergewöhnliche Belastung


Finanzgericht: Verlust durch Schockanruf ist keine außergewöhnliche Belastung
Finanzgericht: Verlust durch Schockanruf ist keine außergewöhnliche Belastung / Foto: MIGUEL MEDINA - AFP/Archiv

Opfer von Telefonbetrügern können ihren Schaden einem Urteil zufolge nicht steuermindernd geltend machen. Der Vermögensverlust sei nicht als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig, entschied das Finanzgericht Münster nach eigenen Angaben vom Montag. Es urteilte im Fall einer Seniorin, die unbekannten Betrügern nach einem Schockanruf 50.000 Euro übergeben hatte. Diese ließen die zur Tatzeit 77-Jährige glauben, ihre Tochter habe einen tödlichen Autounfall verursacht.

Textgröße ändern:

Die Frau, die nach Gerichtsangaben neben Rentenzahlungen Einkünfte aus der Vermietung von sechs Immobilien bezieht, machte das als vermeintliche Kaution übergebene Bargeld bei ihrer Einkommensteuererklärung gegenüber dem Finanzamt als außergewöhnliche Belastung geltend. Das Finanzamt lehnte ab, daraufhin klagte die Frau. Auch vor Gericht scheiterte sie nun aber. (Az. 1 K 360/25 E)

Laut Urteil handelt es sich schon deshalb nicht um eine außergewöhnliche Belastung, weil sich mit dem Trickbetrug nur "ein allgemeines Lebensrisiko" verwirklicht habe. Dieses könne "potenziell jeden treffen", auch wenn andere Opfer derartige Anrufe "schnell durchschauten". Auch andere Argumente griffen nicht, wie das Gericht feststellte. So sei die Frau wegen ihrer Einkommens- und Vermögensverhältnisse auf die Summe "nicht lebensnotwendig angewiesen".

Entscheidend war zudem, dass es keine objektive Zwangslage gab, die der Frau die Zahlung als alternativlos erscheinen lassen musste. Laut Gericht war es ihr "zumutbar", nach dem Anruf eines angeblichen Rechtsanwalts zunächst mit ihrer Tochter oder der Polizei zu sprechen. Selbst wenn ohne Zahlung eine Verhaftung der Tochter gedroht hätte, hätte angesichts des rechtsstaatlichen Verhältnisse in Deutschland dadurch keine Gefahr für Leib und Leben gedroht.

Die strafrechtliche Bewertung der Vorgänge als Betrug spielen laut Gericht für die steuerrechtliche Einschätzung keine Rolle. Die Frau hatte seinerzeit Strafanzeige erstattet. Das Verfahren wurde demnach aber eingestellt, weil die Täter nicht ermittelt werden konnten. Die Entscheidung des Finanzgerichts ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision beim Bundesfinanzhof ist möglich.

N.Tartaglione--PV

Empfohlen

Polaris Renewable Energy gibt die Ergebnisse für das 3. Quartal 2026 bekannt

TORONTO, ON / ACCESS Newswire / 5. November 2026 / Polaris Renewable Energy Inc. (TSX: PIF) („Polaris Renewable Energy" oder das „Unternehmen") freut sich, seine Finanz- und Betriebsergebnisse für die drei und neun Monate zum 30. September 2026 bekannt zu geben. Diese Ergebnismitteilung sollte in Verbindung mit dem konsolidierten Abschluss und dem Lagebericht (Management's Discussion and Analysis, „MD&A") des Unternehmens gelesen werden, die auf der Website des Unternehmens unter www.PolarisREI.com verfügbar sind und auf SEDAR+ unter www.sedarplus.ca veröffentlicht wurden. Die nachfolgenden Dollarbeträge sind, wenn nicht anders angegeben, in US-Dollar ausgewiesen.

Polaris Renewable Energy gibt Quartalsdividende bekannt

TORONTO, ON / ACCESS Newswire / 5. November 2026 / Polaris Renewable Energy Inc. (TSX:PIF) („Polaris Renewable Energy" oder das „Unternehmen") freut sich bekannt zu geben, dass sein Board of Directors beschlossen hat, eine Quartalsdividende in Höhe von 0,15 US$ pro ausstehender Stammaktie auszuschütten.

Chervon ernennt Doug Palmer zum Vice President of Finance - Canada

TORONTO, ON / ACCESS Newswire / 5. November 2026 / Mit Wirkung zum 9. November 2026 ernennt Chervon Doug Palmer zum Vice President of Finance - Canada; er berichtet an Neil Harrison, Vice President und Managing Director von Chervon Canada. Darüber hinaus wird er in einer indirekten Berichtslinie an Ryan Wang, Chief Financial Officer von Chervon NA, berichten.

Letzte Funksprüche zeigen Kontrollverlust vor Learjet-Absturz in Florida

Flugzeug-Absturz Florida: Das waren die letzten Funksprüche aus dem CockpitNeun Menschen sterben beim Absturz eines Privatjets in Florida. Jetzt veröffentlichte Funkaufnahmen dokumentieren die dramatischen letzten Momente an Bord.

Textgröße ändern: