Pallade Veneta - "Spiegel": Maddie-Verdächtiger soll Fußfessel tragen und Pass abgeben

"Spiegel": Maddie-Verdächtiger soll Fußfessel tragen und Pass abgeben


"Spiegel": Maddie-Verdächtiger soll Fußfessel tragen und Pass abgeben
"Spiegel": Maddie-Verdächtiger soll Fußfessel tragen und Pass abgeben / Foto: Moritz Frankenberg - POOL/AFP/Archiv

Der deutsche Verdächtige im Mordfall "Maddie", Christian B., soll dem "Spiegel" zufolge nach seiner Haftentlassung eine Fußfessel tragen und seinen Reisepass abgeben. Wenn B. aus der Haft frei komme, müsse er im Rahmen einer Führungsaufsicht eine Reihe von Auflagen erfüllen, berichtete der "Spiegel" am Dienstag in einer Vorabmeldung unter Berufung auf einen Beschluss des Landgerichts Hildesheim vom 9. September. So müsse er eine elektronische Fußfessel tragen und sich regelmäßig bei der Führungsaufsichtsstelle und der Bewährungshilfe melden.

Textgröße ändern:

In dem Gerichtsbeschluss wird dem Bericht zufolge außerdem verfügt, dass B. sich einen festen Wohnsitz nehmen müsse, den er ohne Genehmigung nicht verlassen dürfe. Seine Verteidiger kündigten allerdings eine Beschwerde gegen die Führungsaufsicht an. "Das ist der Versuch der Staatsanwaltschaft, ihn in einer Art Untersuchungshaft zu halten, wo sie jederzeit Zugriff auf ihn hätten", sagte Rechtsanwalt Philipp Marquort dem "Spiegel".

Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Christian B. verbüßt in einer Justizvollzugsanstalt im niedersächsischen Sehnde eine mehrjährige Haftstrafe, zu der ihn das Landgericht Braunschweig 2019 wegen der Vergewaltigung einer 72-jährigen Touristin in Portugal im Jahr 2005 verurteilte. Im vergangenen Jahr wurde B. in einem weiteren Prozess zu mehreren mutmaßlichen Vergewaltigungen in Portugal von dem Landgericht freigesprochen.

Mit dem Fall Maddie hatte keines dieser Verfahren zu tun. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig betrachtet B. aber als Verdächtigen im Fall der kleinen Britin, die am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus der Ferienwohnung ihrer Familie in Praia da Luz an der portugiesischen Algarveküste verschwunden war. Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall wegen Mordverdachts gegen B., hat aber keine Anklage gegen ihn erhoben.

Nun steht B.s Entlassung an. Laut Staatsanwaltschaft Braunschweig gilt der Mittwoch als Stichtag, eine Entlassung an einem anderen Tag gilt allgemein aber als möglich. Offizielle Angaben dazu gibt es unter Verweis auf den Daten- und Persönlichkeitsschutz nicht.

Nach "Spiegel"-Recherchen hat die Stadt Sehnde B. in einem Bescheid vom 9. September mitgeteilt, dass ihm sein Reisepass entzogen werde. Er soll demnach einen Personalausweis erhalten, der auf Deutschland beschränkt ist. Der Geltungsbereich "wird hiermit und mit sofortiger Wirkung auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland beschränkt", zitiert das Magazin aus dem vierseitigen Behördenschreiben.

Die Stadt habe dabei auf eine frühere Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs und des Besitzes kinderpornografischer Schriften verwiesen, heißt es in dem Bericht. Demnach hatte eine sogenannte Fallkonferenz der Behörden zu Christian B. am 3. Juli ein Risiko festgestellt, dass er weitere Straftaten begehen könne. Außerdem bestehe die Gefahr, dass sich B. ins Ausland absetze. Seine Rechtsanwälte wollen dem "Spiegel" zufolge auch gegen diesen Bescheid vorgehen.

H.Ercolani--PV

Empfohlen

Elf Tote bei Flugzeugabsturz in Frankreich - Opfer wollten Fallschirmsprung absolvieren

Beim Absturz eines Kleinflugzeuges mit Teilnehmern eines Fallschirmspringkurses an Bord sind im Osten Frankreichs alle elf Insassen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich nach Angaben des örtlichen Präfekten am Sonntag in der Nähe von Nancy - zehn Passagiere und der Pilot starben dabei. Es handelt sich um eines der folgenschwersten Unglücke mit einem Kleinflugzeug in Frankreich.

THW-Teams nehmen in Venezuela Suche nach Verschütteten auf

Kurz nach seiner Ankunft im Erdbebengebiet in Venezuela hat ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) mit Rettungsarbeiten begonnen. Die THW-Einsatzkräfte arbeiteten an einer Einsatzstelle in Caraballeda, an der ein Überlebender vermutet werde, teilte das THW am Sonntag mit. Parallel laufe die Suche nach weiteren Verschütteten. Das 48-köpfige Team einer auf Erdbeben-Einsätze spezialisierten Bergungseinheit war in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) in der venezolanischen Hauptstadt Caracas eingetroffen.

Baby aus Krankenhaus mitgenommen: Polizei fahndet nach Frau

Nach der Entführung eines Neugeborenen aus einem Krankenhaus in Lüdenscheid hat die Polizei noch keine Spur der Tatverdächtigen. Die Ermittlungen in der Sache laufen weiter, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Zeugen hatten Samstagnachmittag in einem Parkhaus das sieben Tage alte Baby entdeckt, kurze Zeit später meldete das Klinikum das Neugeborene als vermisst.

14 Tote bei Absturz eines Hubschraubers von Aramco in Saudi-Arabien

Beim Absturz eines Hubschraubers des Ölkonzerns Aramco sind in Saudi-Arabien 14 Menschen getötet worden. Der Unfall ereignete sich am Sonntag in Ras Tanura im Osten des Landes, wie die amtliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf das Energieministerium meldete. Bei den Toten handelt es sich demnach um saudiarabische Staatsbürger. Eine Untersuchung zur Klärung der Absturzursache sei im Gange, berichtete SPA weiter.

Textgröße ändern: