Pallade Veneta - Der Millionenerbe und die Schüsse von Frankfurt

Der Millionenerbe und die Schüsse von Frankfurt


Der Millionenerbe und die Schüsse von Frankfurt
Der Millionenerbe und die Schüsse von Frankfurt / Foto: Thomas Lohnes - AFP/Archiv

Mit einem wahren Krimi hat sich am Mittwoch der Bundesgerichtshof befasst: Der zweite Strafsenat verhandelte in Karlsruhe über den Fall Alexander Falk. Der Erbe des bekannten Stadtplanverlags soll zum Angriff auf einen Anwalt angestiftet haben, der eine Klage gegen ihn vorbereitete. Der Mann wurde im Februar 2010 schwer am Bein verletzt, als in Frankfurt am Main auf ihn geschossen wurde. (Az. 2 StR 142/21)

Textgröße ändern:

Das Frankfurter Landgericht sprach Falk im Juli 2020 der Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung schuldig und verurteilte ihn zu viereinhalb Jahren Haft. Hintergrund der Tat war demnach der manipulierte Verkauf von Falks Unternehmen Ision im Jahr 2000 an das britische Unternehmen Energis. Falk, damals eine schillernde Figur der sogenannten New Economy, soll den Wert des Unternehmens durch Scheingeschäfte und Luftbuchungen geschönt haben.

Deswegen war er bereits 2008 wegen versuchten Betrugs und Bilanzfälschung zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der Frankfurter Anwalt bereitete in dem Zusammenhang eine Schadenersatzklage gegen ihn vor - nach Ansicht der dortigen Richter das Motiv für den Angriff. Sie stützten die Verurteilung unter anderem auf eine SMS, die Falk vor dem Attentat bekam. Darin hieß es verklausuliert, Oma werde "ihren verdienten Kuraufenthalt bekommen".

Falk war in Frankfurt ursprünglich wegen versuchter Anstiftung zum Mord angeklagt, wurde aber schließlich nur wegen Anstiftung zu gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Unter anderem darauf basierte sein Verteidiger nun die Argumentation vor dem Bundesgerichtshof: Seiner Ansicht nach handelte es sich nämlich um zwei unterschiedliche mögliche Taten. Laut Anklage soll Falk schon im September 2009 jemanden aus dem kriminellen Milieu mit dem Mord beauftragt haben, den Auftrag zur gefährlichen Körperverletzung soll er aber erst später erteilt haben.

Der Verteidiger bemängelte außerdem, dass das Landgericht zwei Zeugen nicht vernommen habe, die wichtige Beweismittel für Falks Verteidigung hätten liefern sollen. Wie die Richter in Karlsruhe dazu bemerkten, bemühte sich das Landgericht durchaus, die beiden Männer zu laden - allerdings waren diese in der Türkei und stellten als Bedingung, Akteneinsicht in einem anderen Fall zu haben. Sie hätten sicher sein wollen, dass in Deutschland kein Haftbefehl gegen sie vorlag, sagte der Verteidiger dazu.

Der Vertreter der Bundesanwaltschaft sagte dagegen, das Landgericht habe ohnehin nicht viel von den Zeugenaussagen erwarten können. Diese hätten sich nur gelohnt, wenn die Zeugen tatsächlich angereist und nicht etwa per Video befragt worden wären, wie es Falks Anwalt vorschlug. Der Bundesgerichtshof will nun gründlich über den Fall beraten. Ein Urteil wurde für den 17. August angekündigt.

F.Abruzzese--PV

Empfohlen

Scheibe eingeschlagen: Polizisten befreien Kind aus überhitztem Auto in Kleve

Polizisten haben in Nordrhein-Westfalen ein einjähriges Kind aus einem überhitzten Auto befreit. Zwei Mitarbeiter des Erkennungsdienstes der Polizei entdeckten den 14 Monate alten Jungen am Freitagmittag durch Zufall in dem schwarzen Auto, das bei 30 Grad Außentemperatur auf einem Parkplatz in Kleve stand, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Auto prallt frontal gegen Lastwagen: Zwei Tote bei Unfall in Rheinland-Pfalz

Bei einem schweren Unfall mit einem frontal aufeinander geprallten Auto und einem Lastwagen sind in Rheinland-Pfalz zwei Menschen ums Leben gekommen. Die beiden Insassen des Autos erlagen ihren Verletzungen noch vor Ort, wie die Polizei Trier am Montagabend mitteilte. Demnach ereignete sich der Unfall am späten Montagmittag auf einer Landstraße nahe Naurath (Wald).

Mann stirbt bei Absturz von Kleinflugzeug in Schleswig-Holstein

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs über einem Wald in Schleswig-Holstein ist ein Mann ums Leben gekommen. Seine Leiche wurde in dem Wrack gefunden, wie die Polizei Kiel am Dienstag mitteilte. Demnach wurde das Flugzeug am Montagabend als vermisst gemeldet. In der Nacht zum Dienstag fanden Einsatzkräfte schließlich das Wrack in einem Wald bei Heidmühlen im Kreis Segeberg.

Depardieu gegen Italiens "König der Paparazzi": Prozess beginnt in Rom

Im Streit um mutmaßliche Gewalt zwischen dem französischen Schauspieler Gérard Depardieu und Italiens "König der Paparazzi" kommt es am Dienstag in Rom zum Prozess. Der 80-jährige Rino Barillari gibt an, dass der Schauspieler ihm dreimal ins Gesicht geschlagen habe, als er ihn vor gut einem Jahr in einer Nobel-Bar fotografieren wollte. Depardieu erklärte, er sei aus Versehen auf Barillari gefallen.

Textgröße ändern: