Pallade Veneta - "Großer Schritt": Papst Leo trifft erstmals Missbrauchsopfer

"Großer Schritt": Papst Leo trifft erstmals Missbrauchsopfer


"Großer Schritt": Papst Leo trifft erstmals Missbrauchsopfer
"Großer Schritt": Papst Leo trifft erstmals Missbrauchsopfer / Foto: Andreas SOLARO - AFP/Archiv

Papst Leo XIV. ist erstmals nach seinem Amtsantritt im Mai mit Opfern des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche zusammengetroffen. Das Gespräch mit Vertretern aus mehr als 30 Ländern sei "offen und frei" verlaufen, sagte ein Mitbegründer der Opferorganisation ECA, Tim Law, der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Die Organisation hatte Leo um das Treffen gebeten. Dass dieses zustande gekommen sei, sei "historisch" und ein "großer Schritt", betonte Law.

Textgröße ändern:

Ziel sei es gewesen, eine Beziehung zu Leo aufzubauen und "eine Zusage dafür zu erhalten, dass die Gespräche fortgeführt werden - und er war offen für beides". Statt wie geplant 20 Minuten habe das Treffen eine Stunde gedauert.

Die Opfervertreter hätten den Papst gebeten, sich dafür einzusetzen, dass der Vatikan eine bereits in den USA geltende Null-Toleranz-Politik gegenüber missbräuchlichen Geistlichen auf die gesamte katholische Kirche ausweite, sagte Law. Leo habe gesagt, dagegen gebe es in einigen Weltregionen "großen Widerstand". Er habe sich aber offen dafür gezeigt, dass sich Opfervertreter in Zukunft enger mit den kirchlichen Kommissionen austauschen, die sich mit diesen Fragen befassen.

Die US-Bischöfe hatten sich auf eine Charta geeinigt, wonach Geistliche dauerhaft ihres Amtes enthoben werden, wenn es Beweise dafür gibt, dass sie Minderjährige missbraucht haben, oder wenn es ein entsprechendes Geständnis gibt. Diese Regel gilt ab dem ersten Missbrauchsfall.

Der Vatikan bestätigte, dass Leo eine Audienz mit den Opfervertretern der ECA abgehalten habe, machte jedoch keine Angaben zum Inhalt des Gesprächs.

Leo hatte im ersten Interview seines Pontifikats im September gesagt, dass er keine grundlegenden Änderungen in der katholischen Kirche unter anderem im Umgang mit dem Thema des sexuellen Missbrauchs anstrebe. Der Missbrauch durch Geistliche sei zwar "eine echte Krise", bis zum Nachweis ihrer Schuld gelte jedoch die Unschuldsvermutung, und Beschuldigte sollten entsprechend "geschützt" werden. Den Opfern müsse die Kirche mit "großem Respekt" und "Verständnis" begegnen, sagte Leo weiter. Das Thema sexueller Missbrauch solle während seines Pontifikats aber "nicht zum zentralen Thema der Kirche werden".

F.Dodaro--PV

Empfohlen

BGH verhandelt über Erstattung von Kosten für Schufa-Bonitätsauskunft

Um die Kosten für eine Schufa-Auskunft geht es am Donnerstag (09.00 Uhr) am Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. In zwei Fällen aus Schleswig-Holstein beseitigten Abfallentsorger Müll und rechneten dafür ein Entgelt ab, das aber trotz Mahnung nicht gezahlt wurde. Die Abfallentsorger beauftragten schließlich Inkassodienstleister, die nach vergeblichen Zahlungsaufforderungen jeweils eine Schufa-Bonitätsauskunft einholten. Diese kostete weniger als zwei Euro. (Az. VII ZR 93/25 und VII ZR 96/25)

Pass vorübergehend weg: BGH prüft Haftung von Gemeinde für entgangenen Urlaub

Ein vorübergehend verschwundener Reisepass und eine verpasste Urlaubsreise beschäftigen am Donnerstag (10.00 Uhr) den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Er verhandelt über die Frage, ob die Gemeinde für die Reisekosten aufkommen muss. Der Kläger meldete seinen Pass 2022 zunächst als verloren und beantragte einen neuen, fand ihn aber noch am selben Tag wieder. (Az. III ZR 179/25)

Französischer Sänger Patrick Bruel offiziell der Vergewaltigung beschuldigt

Der französische Sänger und Schauspieler Patrick Bruel ist von der Justiz offiziell der Vergewaltigung beschuldigt worden. Außerdem würden dem 67-Jährigen versuchte Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe und sexuelle Belästigung vorgeworfen, erklärte am Mittwochabend der zuständige Richter in Nanterre bei Paris. Dem in Frankreich als Star geltenden Künstler wird von fast zwei dutzend Frauen sexuelle Gewalt vorgeworfen.

Papst Leo XIV. feiert Messe in Sagrada Família und weiht Jesus-Christus-Turm

Im Rahmen seines Besuchs in Spanien hat Papst Leo XIV. am Mittwoch eine Messe in der Basilika Sagrada Família in Barcelona gefeiert und den 172,5 Meter hohen Jesus-Christus-Turm geweiht. Dem rund 90 Minuten dauernden Gottesdienst in der weltberühmten Kirche wohnten am Abend unter anderem König Felipe VI., Königin Letizia und der spanische Regierungschef Pedro Sánchez bei. In seiner Messe betonte der Papst die Unvereinbarkeit von Krieg und christlichem Glauben.

Textgröße ändern: