Pallade Veneta - Tui beendet Zusammenarbeit mit umstrittenem Geschäftspartner aus Kambodscha

Tui beendet Zusammenarbeit mit umstrittenem Geschäftspartner aus Kambodscha


Tui beendet Zusammenarbeit mit umstrittenem Geschäftspartner aus Kambodscha
Tui beendet Zusammenarbeit mit umstrittenem Geschäftspartner aus Kambodscha / Foto: Giuseppe CACACE - AFP/Archiv

Angesichts der schweren Vorwürfe der US-Justiz gegen den mutmaßlichen Betreiber eines Cyberbetrugsimperiums trennt sich der Reisekonzern Tui einem Medienbericht zufolge von einem Geschäftspartner in Kambodscha. Tui habe bestätigt, dass der Konzern "bereits in den vergangenen Wochen" ein Ende der Zusammenarbeit mit einem Geschäftspartner aus dem Konglomerat des umstrittenen Unternehmers Chen Zhi eingeleitet habe, berichtete das "Handelsblatt" am Dienstag. Dem britisch-kambodschanischen Unternehmer Chen wird neben Cyberbetrug in Milliardenhöhe auch Menschenhandel und Zwangsarbeit vorgeworfen.

Textgröße ändern:

Im Fall von Tui geht es laut "Handelsblatt" um eine im vergangenen Jahr geschlossene Vereinbarung, nach der Tui ein Hotel aus Chens Imperium in der kambodschanischen Küstenstadt Sihanoukville verwaltet. Eine Tui-Sprecherin habe mitgeteilt, dass das Ende der Zusammenarbeit nun "zeitnah vollzogen" werden solle, berichtete die Zeitung.

Am Dienstag vergangener Woche hatte die US-Regierung Chen beschuldigt, den von ihm gegründeten Konzern Prince Holding Group als "eine der größten transnationalen kriminellen Organisationen Asiens" genutzt zu haben. Unter anderem soll er Lager in Kambodscha betrieben haben, in denen verschleppte Zwangsarbeiter unter Gewaltandrohung Kryptowährungsbetrug in Milliardenhöhe begehen mussten.

Zudem beschlagnahmten die USA mehr als 127.000 Bitcoin mit derzeitigem Wert von rund 15 Milliarden Dollar (knapp 13 Milliarden Euro), die aus Chens Betrugs- und Geldwäscheoperation stammen sollen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm 40 Jahre Haft.

Sogenannte Betrugszentren in Kambodscha, aber auch in Myanmar und weiteren Ländern Südostasiens, nutzen häufig gefälschte Stellenanzeigen, um ausländische Staatsangehörige, viele davon aus China, in eigens dafür errichtete Anlagen zu locken. Dort werden sie unter Androhung von Folter dazu gezwungen, bei Investitionen in Kryptowährungen zunächst über einen längeren Zeitraum das Vertrauen der Opfer der Betrügereien aufzubauen - bis dieses Vertrauen schließlich ausgenutzt und das Geld gestohlen wird.

Laut Anklage ist die Prince Group seit etwa 2015 in mehr als 30 Ländern unter dem Deckmantel legitimer Immobilien-, Finanzdienstleistungs- und anderer Unternehmen tätig. Chen und führende Manager sollen dabei politischen Einfluss genutzt und Beamte in mehreren Ländern bestochen haben, um den Betrieb zu schützen.

Die gestohlenen Geldern sollen nach US-Justizangaben unter anderem für Luxusgüter wie Uhren, Yachten und Privatjets verwendet worden sein - aber auch für ein Picasso-Gemälde, das demnach über ein New Yorker Auktionshaus erworben wurde. In einer koordinierten Aktion froren die britischen Behörden am vergangenen Dienstag umfangreiche Vermögenswerte ein, darunter 19 Immobilien in London, die mit Chens Netzwerk in Verbindung stehen sollen. Zudem verhängten sowohl die USA als auch Großbritannien Sanktionen gegen Chens Unternehmen.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Sohn von Norwegens Kronprinzessin sagt erstmals in Vergewaltigungsprozess aus

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit wird am Mittwoch die erste Vernehmung von Marius Borg Hoiby erwartet. Am Dienstag hatte der 29-Jährige zu Beginn seines Prozesses vor einem Gericht in Oslo die gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe zurückgewiesen und auch in anderen schwerwiegenden Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert. Am Dienstag nun soll er erstmals ausführlicher zu den Vorwürfen befragt werden.

Angriff auf Neonazis in Ungarn: Urteil gegen Maja T. in Budapest erwartet

Wegen eines Angriffs auf mutmaßliche Rechtsextremisten in Budapest vor drei Jahren wird am Mittwoch das Urteil gegen die deutsche Person Maja T. erwartet. Die Sitzung in der ungarischen Hauptstadt soll um 10.30 Uhr beginnen. T. ist nicht-binär, fühlt sich also weder als Mann noch als Frau. Die Person war im Dezember 2023 in Berlin wegen des Vorwurfs der ungarischen Behörden festgenommen worden, sie habe im Februar 2023 gemeinsam mit weiteren antifaschistischen Aktivisten Angehörige der rechtsextremen Szene in Budapest angegriffen.

Nahe Flugzeugträger: USA schießen iranische Drohne im Arabischen Meer ab

Die USA haben nach Pentagon-Angaben eine iranische Drohne im Arabischen Meer abgeschossen. Die Drohne habe sich auf "aggressive" Weise dem Flugzeugträger USS "Abraham Lincoln" genähert, teilte ein Militärsprecher am Dienstag in Washington mit. Der Abschuss durch ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35C sei zur "Selbstverteidigung" erfolgt, um den Flugzeugträger und die Besatzung zu schützen.

Gemeinde Crans-Montana spendet über eine Million Euro für Opfer der Brandkatastrophe

Die Schweizer Gemeinde Crans-Montana spendet eine Million Schweizer Franken für die Opfer und Hinterbliebenen der verheerenden Brandkatastrophe in der Silvesternacht. "Wir sind uns bewusst, dass Geld keine Wunden heilen kann, aber wir hoffen, den von dieser Tragödie betroffenen Familien helfen und die Solidarität der Gemeinde Crans-Montana zum Ausdruck bringen zu können", erklärte am Dienstag Gemeindepräsident Nicolas Féraud.

Textgröße ändern: