Pallade Veneta - Erfolg für türkische Opposition: Gericht weist Klage gegen CHP-Partei ab

Erfolg für türkische Opposition: Gericht weist Klage gegen CHP-Partei ab


Erfolg für türkische Opposition: Gericht  weist Klage gegen CHP-Partei ab
Erfolg für türkische Opposition: Gericht weist Klage gegen CHP-Partei ab / Foto: Adem ALTAN - AFP/Archiv

Seltener juristischer Erfolg für die türkische Oppositionspartei CHP: Ein Gericht in Ankara hat eine Klage wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei der Wahl der CHP-Parteispitze abgewiesen. Der Richter begründete seine Entscheidung am Freitag damit, dass der Grund für die Klage gegenstandslos geworden sei, da die CHP inzwischen eine Neuwahl abgehalten und ihre Führung bestätigt hatte, wie ein im Gerichtssaal anwesender Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Textgröße ändern:

Die Entscheidung des Gerichts löste im Gerichtssaal spontanen Applaus aus. In dem Verfahren ging es um angeblichen Stimmenkauf bei der Wahl der CHP-Parteispitze im Jahr 2023. Die Staatsanwaltschaft warf dem Parteivorsitzenden Özgür Özel und den anderen Vorstandsmitgliedern vor, beim CHP-Parteitag 2023 Delegiertenstimmen gekauft zu haben, um eine Abwahl des langjährigen Parteichefs Kemal Kilicdaroglu sicherzustellen. Kilicdaroglu hatte zuvor bei der Präsidentenwahl gegen Erdogan verloren.

Bei einem außerordentlichen Parteitag wurde Özel schließlich am 21. September mit der überwältigenden Mehrheit der Stimmen im Amt bestätigt. Bei einem Erfolg der Klage hätte dem beliebten Parteichef die Absetzung gedroht.

Die linksnationalistische CHP war als größte Oppositionspartei bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr deutlich vor der islamisch-konservativen AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan gelandet. Die Opposition wirft Erdogan vor, die regierungstreue Justiz zu instrumentalisieren, um bei der nächsten Wahl nicht erneut gegen die CHP zu verlieren. Seit den Kommunalwahlen sieht sich die CHP mit einer Welle von Gerichtsverfahren und Festnahmen konfrontiert.

Prominentestes Beispiel ist der inhaftierte Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu. Der 55-Jährige gilt als größter Rivale Erdogans. Im März wurde er unter anderem wegen Korruptionsvorwürfen inhaftiert.

Bis zu seiner Festnahme war der populäre Oppositionspolitiker als voraussichtlicher Herausforderer bei der nächsten Präsidentenwahl gehandelt worden. Seine Festnahme hatte die größte Protestwelle in der Türkei seit den sogenannten Gezi-Protesten im Jahr 2013 ausgelöst.

Während das Gericht in Ankara die Klage gegen Imamoglus Partei CHP abwies, leitete die Staatsanwaltschaft in Istanbul eine neue Ermittlung gegen Imamoglu ein. Die Justiz ermittle nun auch wegen "Spionage" gegen Imamoglu, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag.

Im Visier der Ermittler stehen dabei neben Imamoglu auch sein Wahlkampfchef Necati Özkan und der Chefredakteur des oppositionellen TV-Senders Tele 1, Merdan Yanardag. Der ebenfalls im März festgenommene Özkan leitete Imamoglus Wahlkampf bei den Kommunalwahlen 2019 und 2024. Yanardag wurde am Freitag in seiner Wohnung festgenommen, wie die türkische Journalistengewerkschaft und die Menschenrechtsorganisation MLSA mitteilten.

O.Pileggi--PV

Empfohlen

Hetze gegen queere Menschen: Geldstrafe für Prediger in Baden-Württemberg

Weil er in einer Predigt in Baden-Württemberg queere Menschen beschimpfte, muss ein Laienprediger aus Österreich eine Geldstrafe zahlen. Das Oberlandesgericht Karlsruhe bestätigte nach Angaben vom Mittwoch ein entsprechendes Urteil des Landgerichts. Die Predigt war vor zwei Jahren in der "Baptistenkirche Zuverlässiges Wort" in Pforzheim gehalten worden, die vom Landesverfassungsschutz beobachtet wird.

Nick Reiner fordert Geld aus Fonds seiner toten Eltern für Verteidigung in Mordprozess

Im Verfahren zum gewaltsamen Tod von US-Regisseur Rob Reiner und dessen Frau fordert der angeklagte Sohn Nick Reiner Geld aus einem Treuhandvermögen seiner Eltern zur Finanzierung seiner Verteidigung. In einem 136 Seiten langen Antrag beim zuständigen Bericht in Los Angeles heißt es, Nick Reiner hätte bereits seit zwei Jahren Auszahlungen aus dem Treuhandfonds mit einem Umfang von 1,5 Millionen Dollar (1,3 Millionen Euro) bekommen müssen.

Kind in Sachsen-Anhalt tödlich verletzt - Lebensgefährte von Mutter in Haft

In Sachsen-Anhalt ist ein sechsjähriges Kind mutmaßlich vom Lebensgefährten seiner Mutter tödlich verletzt worden. Es starb am Dienstag in einem Krankenhaus an den Folgen seiner schweren Verletzungen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Dessau mitteilten. Das Kind war bereits am Sonntag nach einem Notruf in eine Klinik gebracht worden, dabei ergaben sich Hinweise auf eine Gewalttat. Das Krankenhaus informierte die Polizei.

Nach Messerangriff in Belfast: Proteste in mehreren britischen Städten

Nach der Veröffentlichung eines Videos von einem brutalen Messerangriff im nordirischen Belfast ist es am Dienstag in mehreren britischen Städten zu Protesten gekommen - darunter auch in Belfast, wo sich die Demonstranten gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei lieferten und Fahrzeuge in Brand gesetzt wurden. Der Verdächtige, ein 30-jähriger Flüchtling aus dem Sudan, soll am Mittwoch einem Richter vorgeführt werden. Ihm wird vorgeworfen, einen Mann schwer im Gesicht, am Hals und am Rücken verletzt haben.

Textgröße ändern: